Weniger Lohnabzüge, aber dafür eine bessere Rente

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(verpd) Laut einem aktuellen Forschungsbericht, der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Auftrag gegeben wurde, hat ein großer Anteil der Arbeitnehmer noch keine betriebliche Altersversorgung (bAV).

Wer noch in 2015 einen entsprechenden bAV-Vertrag abschließt, kann sich damit nicht nur eine Zusatzrente ansparen, sondern zugleich seine Sozialabgaben- und Lohnsteuerlast reduzieren.

Jeder Arbeitnehmer hat seit 2002 hierzulande das Recht, über seinen Arbeitgeber einen Teil seines Lohnes oder Gehaltes in eine betriebliche Altersversorgung (bAV) umzuleiten. Die geleisteten bAV-Beiträge des Arbeitnehmers können seine Abzüge vom Bruttolohn bezüglich der Sozialabgaben und Lohnsteuer deutlich mindern. Letztendlich kann der Arbeitnehmer so für die Altersversorgung deutlich mehr ansparen, als ihm beim Nettolohn fehlt, und die Einkommenslücke, die die gesetzliche Rente im Vergleich zum bisherigen Verdienst hinterlässt, zumindest teilweise ausgleichen.

Zudem beteiligen sich viele Arbeitgeber mit betrieblichen oder tariflichen Zuschüssen bei dieser Art der Altersvorsorge. Doch nach einem aktuellen Forschungsbericht hatten 2013 nur 59,5 Prozent der knapp 29,9 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten einen entsprechenden bAV-Vertrag, das heißt fast 12,1 Millionen Arbeitnehmer nehmen die Vorteile der bAV nicht in Anspruch. Dem Forschungsbericht, der im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales erstellt wurde, liegt eine Untersuchung des Marktforschungs-Instituts TNS Infratest Sozialforschung zugrunde.

Weniger Lohnsteuer und Sozialabgaben

Prinzipiell hat jeder Arbeitnehmer das Recht, durch eine Gehaltsumwandlung (Entgeltumwandlung), also durch Teile seines Gehaltes oder Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, eine Zusatzrente aufzubauen.

Pro Kalenderjahr sind Beiträge, die der Arbeitnehmer in die bAV einzahlt, in Höhe von vier Prozent der geltenden Beitragsbemessungs-Grenze West – für 2015 sind das aktuell 2.904 € – steuer- und sozialversicherungsfrei, das heißt für diesen Betrag entfallen die Lohnabgaben. Unter Umständen kann er zudem weitere 1.800 € steuerfrei in einen bAV-Vertrag, beispielsweise in eine Direktversicherung, einzahlen.

Auch Arbeitgeber profitieren von einer bAV. Zum einen fallen für die bAV-Beiträge weniger Lohnnebenkosten an, zum anderen sind bAV-Beiträge, die der Arbeitgeber alleine oder als Zuschuss zahlt, als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar.

Noch in diesem Jahr die Vorteile nutzen

Prinzipiell kann der Arbeitgeber entscheiden, welche Form der betrieblichen Altersvorsorge er dem Arbeitnehmer anbietet. Möglich ist beispielsweise die Einzahlung in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung. Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber von sich aus keine bAV anbieten, können eine Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung fordern. Mit der Umwandlung des Weihnachtsgeldes zum Jahresende lässt sich beispielsweise noch rückwirkend der für das ganze Jahr zur Verfügung stehende Förderrahmen ausschöpfen.

Wer noch in diesem Jahr von den Vorteilen der bAV profitieren möchte, sollte sich bei seinem Arbeitgeber erkundigen, welche bAV-Form dieser anbietet. Wird eine entsprechende Lösung angeboten, sollte geklärt werden, bis wann eine Entscheidung getroffen werden muss, um die maximale bAV-Förderung noch in diesem Jahr nutzen zu können.

Bietet der Arbeitgeber keine entsprechende bAV-Lösung an, hilft ein Beratungsgespräch mit einem Versicherungsfachmann weiter, um einen entsprechenden bAV-Vertrag abschließen zu können. Zudem sollte man sich einen auf den individuellen Bedarf zugeschnittenen Vorschlag beim jeweiligen bAV-Anbieter unterbreiten lassen und rechtzeitig darüber entscheiden.

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