Warum Firmen eine betriebliche Altersvorsorge anbieten

 - 

(verpd) Fürsorgepflicht ist für viele Unternehmer der Hauptgrund, eine betriebliche Altersversorgung anzubieten. Der Rechtsanspruch spielt dagegen eine untergeordnete Rolle, so das Ergebnis einer aktuellen Untersuchung.

Um die Alterssicherung der Arbeitnehmer zu stärken, gibt es seit einigen Jahren einen gesetzlichen Anspruch, dass der Arbeitgeber seinen Arbeitnehmern die Möglichkeit einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) zur Verfügung stellt. Der Arbeitnehmer kann dabei durch eine Gehaltsumwandlung, also durch Teile seines Gehaltes oder Sonderzahlungen wie Weihnachts- oder Urlaubsgeld, eine Zusatzrente aufbauen. Manche Arbeitgeber übernehmen die Kosten beziehungsweise Beiträge für die bAV auch komplett alleine.

Über die Form der bAV entscheidet der Arbeitgeber. Unter anderem ist die Einzahlung in einen Pensionsfonds, eine Pensionskasse oder eine Direktversicherung möglich. Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber von sich aus keine bAV anbieten, können eine Entgeltumwandlung über eine Direktversicherung fordern.

Betriebliche Altersvorsorge wird immer beliebter

Nach Angaben des Statistischen Bundesamts gab es 2013 im Durchschnitt 42 Millionen Erwerbstätige. Zahlen des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zufolge wurden im Dezember 2013 bei den Trägern einer betrieblichen Altersversorgung (bAV) für insgesamt 20,086 Millionen aktiv Versicherte Beiträge geleistet, wobei hier auch Mehrfachanwartschaften enthalten sind. Für das Jahr 2012 ausgewertete Zahlen des Statistischen Bundesamts hatten gezeigt, dass der Anteil der umgewandelten Verdienste zwischen 0,8 und 0,9 Prozent gelegen hat.

Eine aktuelle, nicht repräsentative Umfrage des Marktforschungs- und Beratungsunternehmens Yougov Deutschland AG im Auftrag eines Versicherers unter 550 bAV-Verantwortlichen in Unternehmen beschäftigte sich mit der Frage, warum sie eine bAV anbieten. In den befragten Firmen besitzen der Umfrage zufolge 54 Prozent der Mitarbeiter eine bAV-Absicherung, sechs Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung im Jahr 2011.

Fürsorgepflicht als Hauptgrund

Die Fürsorgepflicht ist der Studie zufolge für 90 Prozent der befragten Führungskräfte eine „sehr wichtige“ oder „eher wichtige“ Motivation, die bAV in ihrem Betrieb anzubieten. Der Rechtsanspruch der Mitarbeiter spielt dagegen nur für 70 Prozent der Verantwortlichen eine Rolle. Ihre Mitarbeiter wollen 62 Prozent durch das Angebot binden. 60 Prozent erhoffen sich dadurch eine höhere Motivation ihrer Angestellten.

Mehr als die Hälfte, nämlich 53 Prozent, sehen auch in der Verringerung der Lohnnebenkosten durch die bAV einen wichtigen Grund, warum sie ihren Mitarbeitern dies anbieten. Arbeitgeber können die Beiträge zur bAV zum einen als Betriebsausgaben geltend machen und zum anderen Lohnnebenkosten durch Einsparungen von Sozialversicherungs-Beiträgen reduzieren.

Über 2.900 € pro Jahr steuer- und sozialabgabenfrei

Nach der aktuellen gesetzlichen Regelung sind nämlich Beiträge in Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungs-Grenze West der Rentenversicherung steuer- und sozialversicherungsfrei. Davon profitieren aber auch die Arbeitnehmer: Durch die Steuer- und Sozialversicherungs-Ersparnisse für die Beiträge, die ein Arbeitnehmer in Form einer Gehaltsumwandlung in die bAV einzahlt, reduzieren sich auch die Abzüge vom Bruttolohn.

Die Beitragsbemessungs-Grenze in der gesetzlichen Rentenversicherung West beträgt seit dem 1.1.2015 72.600 €. Arbeitnehmer können demnach vier Prozent davon, also in diesem Jahr 2.904 €, steuer- und sozialabgabenfrei sowie unter Umständen weitere 1.800 € steuerfrei in einen bAV-Vertrag, beispielsweise in eine Direktversicherung, einzahlen.

Zahlreiche geldwerte Tipps zu allen Möglichkeiten der Altersvorsorge enthält unser aktueller Finanzratgeber Ruhestandsplanung .

Weitere News zum Thema

  • Seit 1.1.2017: Mehr betriebliche Altersversorgung möglich

    [] Mit der Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung steigt auch der Teil des Gehalts, den der Arbeitgeber im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung steuer- und abgabenfrei in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds abführen kann. Der Höchstbetrag steigt von 2.976 auf 3.048 Euro pro Jahr. mehr

  • Viele sorgen finanziell nicht für ihr Alter vor

    [] (verpd) Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) stellte vor Kurzem eine Studie vor, wonach immer noch rund jeder vierte gesetzlich Rentenversicherte keine zusätzliche Altersvorsorge zur gesetzlichen Rente hat. Dabei rät selbst die Bundesregierung den Bürgern neben der gesetzlichen Rente zusätzlich vorzusorgen, um im Rentenalter zumindest den bisherigen Lebensstandard halten zu können. mehr

  • Reform der Betriebsrente geplant

    [] Bei Betriebsrenten soll es ab 1.1.2018 weniger Garantien geben. Die doppelte Beitragszahlung in die Krankenkasse steht auf der Kippe. mehr

  • Rente erhöhen und gleichzeitig Lohnabzüge verringern

    [] (verpd) Studien belegen, dass rund 40 Prozent der Arbeitnehmer noch keine betriebliche Altersversorgung (bAV) haben und damit auf sofortige niedrigere Lohnabzüge und ein höheres Einkommen im Rentenalter verzichten. Wer von den Vorteilen der bAV noch in 2016 profitieren möchte, hat jedoch die Möglichkeit dazu. mehr

  • Reform der Betriebsrente bekommt Kontur

    [] Der Referentenentwurf für Änderungen der betrieblichen Altersvorsorge ist für Ende Oktober angekündigt. Allerdings sind nicht allein Verbesserungen zu erwarten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.