Vorsicht bei Arbeitszeitverkürzung vor dem Ruhestand: Betriebsrente kann drastisch sinken

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Für die Höhe der gesetzlichen Rente spielt es nur eine geringe Rolle, wenn in den letzten Jahren vor dem Ruhestand die Arbeitszeit verkürzt wird und damit das Einkommen sinkt. Denn im Prinzip wird jedes Beitragsjahr bei der Gesetzlichen gleich bewertet. Bei Betriebsrenten kann das allerdings anders sein.

Hier kann die Rentenhöhe durchaus vom Einkommen der letzten Beschäftigungsjahre abhängig gemacht werden. Dass dies rechtens ist, musste ein Betriebsrentner erfahren, der in den letzten Jahren vor dem Ruhestand auf einen Teilzeitjob umgestiegen war und deshalb erheblich weniger Betriebsrente erhielt.

Im vom Landesarbeitsgericht Nürnberg entschiedenen Fall hatte der Kläger – ein ehemaliger Ausbildungsberater – in den letzten drei Jahren vor seinem Renteneintritt nur in Teilzeit gearbeitet. Sein Arbeitgeber gewährte ihm daraufhin nur eine Betriebsrente, deren Höhe sich nach den durchschnittlichen monatlichen Bezügen in diesen drei Jahren richtete. Genau dieses Verfahren sah die betriebliche Versorgungsordnung vor. Der Betroffene wehrte sich gegen diese Vorgehensweise mit dem Argument, dass er drei Viertel seiner Beschäftigungsdauer in Vollzeit gearbeitet habe. Der Arbeitgeber habe ihn bei seiner Entscheidung für die Arbeitszeitverkürzung auf die möglichen Nachteile für die Rente aufmerksam machen müssen.

Dem widersprach das LAG. Es befand: Der Arbeitgeber ist aufgrund seiner Fürsorgepflicht grundsätzlich nicht verpflichtet, Arbeitnehmer über die nachteiligen Folgen einer Teilzeit für die betriebliche Altersversorgung aufzuklären. Die Fürsorgepflicht gebiete es weder, dem Angestellten die Teilzeitarbeit auszureden, noch auf die negativen Folgen für die Betriebsrente hinzuweisen (Az. 3 Sa 249/15).

Bevor sich ältere Arbeitnehmer für eine Verkürzung ihrer Arbeitszeit entscheiden, sollten sie sich in jedem Fall über die Folgen dieser Entscheidung für ihre Betriebsrente informieren.

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