Teurer Irrtum für Führungskräfte

Teurer Irrtum für Führungskräfte

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Vorsorgekonzepte der betrieblichen Altersversorgung für Geschäftsführer und Vorstände müssen regelmäßig überprüft werden. Doch Versicherungsfachleute werden bei der Prüfung meist außen vor gelassen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung eines Finanzdienstleisters.

Direktzusagen gehören für Geschäftsführer und Vorstände zu den tragenden Säulen der Altersvorsorge. Doch wie gründlich werden die oft komplexen Vereinbarungen überprüft und von wem?

Versicherungsexperten werden bei Überprüfungen selten hinzugezogen. In der Regel erhalten Steuerberater und Wirtschaftsprüfer den Verzug. Das berge die Gefahr einer zu einseitigen Prüfung. Zu dieser Einschätzung kommt ein Finanzdienstleister in einer Studie, die auf den Aussagen von 98 Firmen basiert.

Nur 13 Prozent beteiligen Versicherungsexperten

Etwa 70 Prozent der Unternehmen lassen ihre Verträge regelmäßig überprüfen, lautet ein Studienergebnis. Von den befragten Unternehmen beteiligen jedoch nur 13 Prozent ihre Versicherungsexperten bei der Überprüfung. Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sind dagegen bei jedem zweiten Unternehmen mit von der Partie.

Dabei sind gerade auf die betriebliche Altersversorgung (bAV) spezialisierte Versicherungsfachleute für die objektive Überprüfung der Altersvorsorge wichtig. Bei Direktzusagen sollte zum Beispiel regelmäßig überprüft werden, ob die gebildeten Rücklagen des Unternehmens für eine spätere Versorgung der Geschäftsführer und Führungskräfte auch wirklich ausreichen. Im ungünstigsten Fall könnten ansonsten im Zahlungszeitpunkt Liquiditätsengpässe entstehen.

Optimierungsbedarf in der Finanzierung

Eine weitere Aufgabe, für die bAV-Versicherungsexperten prädestiniert sind, ist die kontinuierliche Optimierung der möglichen Finanzierungs-Instrumente. Oftmals unterstellen die Führungskräfte, dass die Versorgungs-Verpflichtung und die zur Finanzierung abgeschlossenen Verträge kongruent sind. Das trifft nach Angaben der Studienautoren jedoch häufig nicht zu.

Die mangelnde Übereinstimmung von Verpflichtung und Finanzierung könne unterschiedliche Ursachen haben: die Nichtberücksichtigung biometrischer Kriterien – also Risiken wie vorzeitiger Tod, Pflegebedürftigkeit, Berufs- und Erwerbsunfähigkeit, aber auch eine lange Lebensdauer –, sowie ein unterschiedlich angesetztes Endalter oder verschiedene Anpassungsregelungen der Versicherungssummen. Zudem gebe es häufig Unterdeckungen bei Finanzierungsprodukten, weil sich der Markt und damit die Kapitalanlagen nicht so entwickelt haben wie erwartet.

Dynamisierung wird oft vernachlässigt

Auch das Thema Dynamisierung von Versorgungsleistungen werde von bAV-Kunden häufig vernachlässigt, so einer der Studienautoren. Dabei zahle sich eine Dynamisierung, also eine Anpassung, gleich doppelt aus. Einerseits profitieren Unternehmen durch eine höhere Kalkulierbarkeit der Versorgung für den Berechtigten und für den Betrieb, andererseits von erhöhten Pensionsrückstellungen.

Bei der Prüfung der Verträge wird oftmals auch das Thema Insolvenzschutz vernachlässigt. Unter den Befragten landete das Thema nur auf dem dritten Platz.

Dabei ist es wichtig sicherzustellen, dass die im Rahmen der bAV erzielten Vermögensbeträge im Ernstfall nicht durch einen Formfehler gänzlich in die Insolvenzmasse einfließen. Sonst könnte es sein, dass der Geschäftsführer am Ende nicht nur ohne Unternehmen, sondern auch ohne Auskommen im Alter dasteht.

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