Riester-Rente als Stabilitätsanker für das Alter

Riester-Rente als Stabilitätsanker für das Alter

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Das absinkende Versorgungsniveau vor Steuern in der gesetzlichen Rentenversicherung sollte eigentlich durch die staatlich geförderte private Altersvorsorge (Riester-Rente) auf stabil hohem Niveau gehalten werden. Folgen Riester-Sparer dem Regelwerk vollständig, können sie nach einer Modellrechnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf ein Versorgungsniveau vor Steuern aus gesetzlicher Altersrente und Riester-Rente von über 50 Prozent kommen.

Das Rentenniveau (Sicherungsniveau vor Steuern) in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) beträgt aktuell 48,2 Prozent. Das Rentenniveau entspricht dem prozentualen Verhältnis zwischen der gesetzlichen Netto-Altersrente und dem durchschnittlichen Nettogehalt eines sogenannten Standardrentners. Der Standardrentner ist eine fiktive Person, die 45 Jahre lang gesetzlich rentenversichert war und einen Verdienst in Höhe des Durchschnittseinkommens aller GRV-Versicherten hatte und für die man nach dem aktuellen Stand die gesetzliche Altersrente berechnet. Das heißt, ein Rentner erhält heute weniger als die Hälfte seines bisherigen Netto-Arbeitseinkommens als monatliche Altersrente.

Zuletzt hatte das Rentenniveau im Jahr 2011 noch über 50 Prozent gelegen, wie aus dem vor Kurzem vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) herausgegebenen Rentenversicherungs-Bericht 2017 hervorgeht. Den aktuellen Prognosen des Rentenberichts zufolge sinkt bis zum Jahr 2031 das Rentenniveau sogar auf 44,6 Prozent.

2031: 294 Euro Riester-Rente für Modellrentner

Eine Modellrechnung des BMAS bis zum Jahr 2031 zeigt dem Bericht zufolge: "Das gesamte Versorgungsniveau aus Sicherungsniveau vor Steuern einschließlich einer Riester-Rente kann nahezu über den gesamten Vorausberechnungs-Zeitraum der Rentenzugänge zwischen gut 51 und 53 Prozent gehalten werden." Eine Voraussetzung sei jedoch, dass Versicherte die staatlich geförderte Altersvorsorge im Rahmen eines Riester-Vertrags haben und die staatlichen Geldzulagen voll ausschöpfen.

Die Modellrechnung bezieht sich auf einen sogenannten Standardrentner beziehungsweise Eckrentner, der aus seinem Durchschnittsverdienst über 45 Jahre hinweg Rentenbeiträge geleistet hat. Zudem fließen seit dem Jahr 2008 in einen Riester-Vertrag vier Prozent des Bruttoeinkommens (inklusive der staatlichen Zulagen). Danach hätte er beim Rentenzugang in 2017 eine Riester-Rente von 85 Euro im Monat zu erwarten. Einschließlich seiner Bruttostandardrente von 1.396 Euro käme der Modellrentner auf ein Versorgungsniveau von 51,2 Prozent.

Ein Modellrentner bekäme bis zum Jahr 2031 dann eine monatliche Bruttorente von 1.904 Euro ausbezahlt. Zugleich wären die Ansprüche aus der Riester-Rente auf 294 Euro monatlich angewachsen. Das Versorgungsniveau erreicht somit insgesamt 51,4 Prozent. Die Modellrechnungen unterstellen, dass die Riester-Rente in der Auszahlungsphase wie die gesetzliche Rente nach oben angepasst wird.

Zusätzliche Altersvorsorge bleibt weiter erforderlich

Bei den Modellrechnungen unterstellt das Ministerium bei Riester bis zum Jahr 2014 eine Verzinsung von vier Prozent. Für 2015, 2016 und 2017 geht der Zinssatz um jährlich 0,5 Prozentpunkte zurück. Auch für 2018 wird noch wie für 2017 eine Verzinsung von 2,5 Prozent unterstellt, um dann bis zum Jahr 2021 wieder auf vier Prozent anzusteigen. Danach bleibt das Zinsniveau bei vier Prozent konstant. Die tatsächlichen Zinsen können von der Modellrechnung jedoch abweichen.

Bei der Modellrechnung ist zudem zu beachten, dass die genannten Rentenbeträge nicht darüber hinwegtäuschen dürfen, dass die Kaufkraft eines Euro im Jahr 2031 eine andere sein wird als heute. Grundsätzlich zeigt jedoch die Modellrechnung, dass ein Erwerbstätiger ohne eine zusätzliche Altersvorsorge zur gesetzlichen Altersrente mit hohen Einkommensverlusten im Alter rechnen muss – das Nettorentenniveau wird laut BMAS in 2031 gerade einmal bei 44,6 Prozent liegen.

Die Riester-Rente ist daher ein wichtiger Bestandteil, um das Einkommen und damit den Lebensstandard im Rentenalter zu sichern. Darüber hinaus bietet die private Versicherungswirtschaft noch weitere private Altersvorsorgelösungen an, die sich zudem entsprechend der aktuellen finanziellen Situation und dem individuellen Bedarf ausgestalten lassen. Damit kann die Einkommenslücke zwischen der gesetzlichen Rente und dem tatsächlich notwendigen oder gewünschten Alterseinkommen auch mit Berücksichtigung der Inflation abgesichert werden.

Höhere Riester-Grundzulage ab 2018

Einen Anspruch auf eine staatliche Förderung mit einem Riester-Vertrag hat jeder, der unmittelbar förderberechtigt ist, wie gesetzlich rentenversicherungs-pflichtige Selbstständige, Arbeitnehmer und Beamte, die mindestens 60 Euro pro Kalenderjahr in den Riester-Vertrag einzahlen. Mittelbar zulagenberechtigt und damit ebenfalls einen Anspruch auf die staatliche Förderung haben auch die Ehepartner der Förderberechtigten, sofern sie den genannten jährlichen Mindestbeitrag in einen eigenen Rentenvertrag entrichten.

Jeder Riester-Sparer erhält maximal eine jährliche Grundzulage von 154 Euro, ab 2018 sind es 175 Euro. Für jedes Kind, für das der Förderberechtigte oder sein Ehegatte Kindergeld bekommt, werden noch einmal 185 Euro pro Jahr dem Vertrag gutgeschrieben.

Für Kinder, die ab dem 1. Januar 2008 geboren wurden, gibt es sogar 300 Euro. Die volle Förderung, also maximale Grundzulage, gibt es, wenn der Riester-Sparer mindestens vier Prozent des Vorjahres-Bruttoeinkommens in den Riester-Vertrag einzahlt. Bis zu 2.100 Euro der eingezahlten Prämien sind jährlich steuerlich absetzbar.

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