Noch bietet nicht jede Firma eine betriebliche Altersvorsorge

Noch bietet nicht jede Firma eine betriebliche Altersvorsorge

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(verpd) Je weniger Mitarbeiter eine Firma beschäftigt, desto niedriger ist der Anteil der Betriebe, die ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorge anbieten. Dabei hat seit zwölf Jahren jeder Arbeitnehmer das Recht, über seinen Arbeitgeber einen Teil seines Gehalts in eine betriebliche Altersversorgung einzuzahlen.

Wie die für das Bundesminsterium für Arbeit und Soziales (BMAS) erhobenen Daten von der TNS Infratest Sozialforschung zeigen, gibt es vor allem bei den Kleinbetrieben ein Defizit der betrieblichen Altersvorsorge-Angebote für die dort arbeitenden Mitarbeiter.

Bei Betrieben mit mehr als 50 Beschäftigten ist die bAV die Regel

Insgesamt ist zwischen 2001 und 2011 der Anteil aller Firmen in der Privatwirtschaft, die ihren Mitarbeitern eine betriebliche Altersvorsorgelösung beispielsweise in Form einer Pensionskasse, eines Pensionsfonds oder einer Direktversicherung anbieten, von 31 Prozent auf 50 Prozent gestiegen. Im Detail wurde jedoch festgestellt, dass vergleichsweise viele kleinere Betriebe keine bAV zur Verfügung stellen.

So stieg im genannten Zeitraum die Zahl der Betriebsstätten mit zehn bis 49 Mitarbeitern, die eine bAV hatten, von 84 Prozent auf 91 Prozent. Bei den Firmen mit 50 bis 99 Beschäftigten erhöhte sich der Anteil von 75 auf 97 Prozent. Und bei den größeren Unternehmen mit über 50 Mitarbeitern lag der Anteil der Firmen mit einer bAV in 2011 bei nahezu 100 Prozent.

Dass insgesamt jedoch nur jeder zweite Arbeitnehmer Zugang zu einer bAV-Lösung hat, liegt an den Kleinstunternehmen. Bei den Firmen mit fünf bis neun Beschäftigten lag der Anteil der Betriebe, die 2011 eine bAV-Lösung anboten, bei 65 Prozent und bei den Unternehmen mit ein bis vier Mitarbeitern waren es nur 35 Prozent.

Warum Arbeitgeber keine bAV anbieten

Dass Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltumwandlung haben, ist den meisten Arbeitgebern jedoch bewusst. Lediglich drei Prozent zeigten sich nach Daten des BMAS vom Dezember 2011 unwissend. Das Hauptargument, keine betriebliche Vorsorge anzubieten, ist auf Arbeitgeberseite die Ansicht, dass auf Arbeitnehmerseite keine Nachfrage bestehe (69 Prozent).

Manche Arbeitgeber glauben aber auch, dass ihre Mitarbeiter bereits anderweitig abgesichert sind. Andere haben viele Saisonarbeiter oder geringfügig Beschäftigte angestellt oder zu viele alte Beschäftigte, für die sich ihrer Ansicht keine bAV mehr lohnen würde, wie sich aus weiteren Aussagen von Arbeitgebern ablesen lässt.

Erhebungen des BMAS unter Arbeitnehmern, die keine betriebliche Vorsorge haben, zeigen, dass in 48 Prozent der Fälle der Arbeitgeber gar kein Angebot gemacht hat. Weitere 18 Prozent gaben an, über andere Formen der Altersvorsorge abgesichert zu sein. Und wiederum 18 Prozent glauben, nicht über die notwendigen finanziellen Mittel zu verfügen. Dabei bietet die bAV diverse Vorteile für Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Arbeitnehmer können durch Steuer- und Sozialversicherungs-Ersparnisse für die Beiträge, die sie in die bAV einzahlen, ihre Abzüge vom Bruttolohn mindern. Konkret: 2014 können Arbeitnehmer bis zu 2.856 € steuer- und sozialversicherungsfrei – das sind jährlich vier Prozent von der Beitragsbemessungs-Grenze West der Rentenversicherung und damit vier Prozent von 71.400 € – sowie weitere 1.800 € steuerfrei in einen bAV-Vertrag einzahlen. Welche Form der bAV-Vorsorge der Arbeitgeber anbietet, kann direkt beim Unternehmen erfragt werden.

Arbeitgeber wiederum können die Beiträge zur bAV als Betriebsausgaben geltend machen und Lohnnebenkosten durch Einsparungen von Sozialversicherungs-Beiträgen verringern. Zudem unterstützt eine bAV eine langfristige Mitarbeiterbindung.

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