Höhe der Betriebsrente erst ab Rentenbeginn sicher

 - 

Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts zeigt erneut, dass Betriebsrenten zwar im Grundsatz, nicht jedoch in der Höhe sicher sind. Das gilt insbesondere dann, wenn die laufenden Betriebsrenten aus einem Anlagefonds finanziert werden.

In diesem Fall können die erreichten Ansprüche von Jahr zu Jahr schwanken. Die tatsächliche Höhe der Rentenansprüche steht dann erst bei Rentenantritt fest. Im Verfahren, über das vor dem BAG verhandelt wurde, ging es um die Klage eines Arbeitnehmers, dessen Rentenansprüche sich nach der Standmitteilung von 2009 noch auf jährlich 3.900,00 € belaufen hatten, 2011 jedoch nur noch 3.295,00 € betrugen. Die Klage, mit der der Betroffene erreichen wollte, dass an der höheren Anwartschaft von 2009 festgehalten wurde, scheiterte vor dem BAG (Az. 3 AZR 228/15).

In dem Fall, in dem das BAG die Entscheidung der Vorinstanz bestätigt hat, wird zwischen einem jährlich ermittelten Basisanspruch auf Betriebsrente (0,4 % der monatlichen pensionsfähigen Bezüge) und einem ebenfalls jährlich errechneten korrigierten Basisanspruch unterschieden, der sich aus dem Anlageerfolg eines Fonds ergibt, in die der Arbeitgeber jährlich Beitragszahlungen leistet. Garantiert ist nur der Basisanspruch. In einem solchen Fall kann der korrigierte Basisanspruch gegenüber dem Vorjahresstand nach unten abweichen, solange der erreichte Basisanspruch nicht unterschritten wird.

Direkte Handlungsmöglichkeiten hat in solchen Fällen der einzelne Arbeitnehmer kaum. Hier sind die betrieblichen Interessensvertretungen gefragt, die mit dem Arbeitgeber entsprechende Betriebsvereinbarungen aushandeln. Gerade bei fondsfinanzierten Betriebsrenten ist es immer sinnvoll, Haltelinien nach unten einzubauen.

Wertvolle Expertentipps zur Bruttogehaltsumwandlung und zur staatlich geförderten Altersvorsorge erhalten Sie in unserem Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

Weitere News zum Thema

  • Riester-Rente als Stabilitätsanker für das Alter

    [] Das absinkende Versorgungsniveau vor Steuern in der gesetzlichen Rentenversicherung sollte eigentlich durch die staatlich geförderte private Altersvorsorge (Riester-Rente) auf stabil hohem Niveau gehalten werden. Folgen Riester-Sparer dem Regelwerk vollständig, können sie nach einer Modellrechnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf ein Versorgungsniveau vor Steuern aus gesetzlicher Altersrente und Riester-Rente von über 50 Prozent kommen. mehr

  • Streitklärung ohne Gerichtsverfahren

    [] Ein teures, langwieriges und für viele auch nervenaufreibendes Gerichtsverfahren muss nicht immer sein, um eine auf den ersten Blick festgefahrene Auseinandersetzung zu klären. Eine zumeist kostengünstigere und schnellere Alternative ist das Mediationsverfahren. mehr

  • Wenn bei der Weihnachtsfeier ein Unfall passiert

    [] Normalerweise greift der gesetzliche Unfallschutz nicht nur für Unfälle während der Arbeit und auf dem Weg von oder zur Arbeit, sondern auch, wenn der Arbeitnehmer auf einer Veranstaltung des Arbeitgebers verunfallt und sich dabei verletzt. Allerdings gilt dies nicht für alle betrieblichen Events. mehr

  • Reform der Betriebsrenten bringt 2018 zahlreiche Neuerungen

    [] Mit mehr staatlicher Förderung und dem Wegfall von Rentengarantien will die Regierungskoalition die Betriebsrenten in Deutschland ausbauen. Doch das ist mit Nachteilen für die Betriebsrentner verbunden: Bei den neu abgeschlossenen Betriebsrenten ab 1.1.2018 wird es keine Garantie der eingezahlten Beiträge mehr geben. mehr

  • Betriebliche Altersvorsorge unabhängig von der Betriebsgröße

    [] (verpd) Wie eine offizielle Statistik zeigt, haben anteilig weit mehr Arbeitnehmer in großen als in kleinen Betrieben eine betriebliche Altersvorsorge (bAV). Und das, obwohl jeder rentenversicherungs-pflichtige Arbeitnehmer ein Recht auf diese Art der Altersversorgung hat. Doch auch wenn ein Arbeitgeber nicht aktiv seinen Arbeitnehmern eine bAV-Lösung anbietet, muss der einzelne Arbeitnehmer nicht auf eine solche Altersvorsorgelösung und die damit verbundenen Vorteile verzichten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.