Betriebliche Altersvorsorge bleibt krisenfest und robust

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(verpd) Der Bilanzwert der Pensionsverpflichtungen von DAX- beziehungsweise MDAX-Unternehmen ist in den ersten sechs Monaten 2012 auf 281 beziehungsweise 37 Milliarden Euro gestiegen. Ursache dafür ist ein niedriger anzusetzender Rechnungszins. Für die angelegten Mittel wurden im Schnitt mehr als vier Prozent Erträge erwirtschaftet. Der Ausfinanzierungsgrad sank auf 62 beziehungsweise 47 Prozent. In der Langfristbetrachtung hat sich die Ausfinanzierung allerdings deutlich erhöht.

Anders als im Jahr 2008 haben die Pensionsvermögen die Kapitalmarktturbulenzen im letzten Jahr sehr gut überstanden. Die dafür reservierten Vermögenswerte stiegen bei DAX-Unternehmen im Jahr 2011 um zwei Prozent.

Zum Stichtag 30.6.2012 lag der Wert laut der aktuellen Studie „Die Entwicklung deutscher Pensionspläne im Spiegel der Kapitalmärkte“ der Unternehmensberatung Towers Watson Deutschland GmbH bei 174 Milliarden Euro und bei den MDAX-Unternehmen bei 17 Milliarden Euro.

Bilanzwert steigt durch sinkenden Rechnungszins

Grund für den aktuellen Anstieg ist die Rendite von 4,3 Prozent. Im Vergleich zu 2011 (Rendite: 0,9 Prozent) konnten 2012 bereits deutlich höhere Wertzuwächse im Planvermögen erzielt werden.

Der Bilanzwert für die eingegangenen Pensionsverpflichtungen stieg zwischen Januar und Juni 2012 von 259 auf 281 Milliarden Euro bei den DAX-Unternehmen, bei den MDAX-Unternehmen von 34 auf 37 Milliarden Euro. Dies ist Folge des um 66 Basispunkte auf 4,09 Prozent gesunkenen Rechnungszinses.

Als Quotient ergibt sich ein gesunkener Ausfinanzierungsgrad der Betriebspensionen von 62 (Ende 2011: 66) Prozent im DAX und von 47(49) Prozent im MDAX. Noch im Jahr 2000 betrug der DAX-Ausfinanzierungsgrad lediglich 54 Prozent. Diese Ergebnisse basieren auf der Analyse von Geschäftsberichten börsennotierter Unternehmen, die in der Regel mehr als 80 Prozent der Pensionsverpflichtungen und des pensionsspezifischen Vermögens im Börsenindex repräsentieren.

Trend zu werthaltigen Betriebsrenten

Towers-Watson-Experte Thomas Jasper betont, dass die Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren die Kapitaldecke für ihre künftigen Rentenzahlungen kontinuierlich weiter ausgebaut und selbst während der turbulenten wirtschaftlichen Entwicklung in den Jahren 2008 und 2009 auf Kürzungen verzichtet haben.

Er sieht zwei Trends: „Zum einen legen die Unternehmen großen Wert darauf, ihren Mitarbeitern eine werthaltige Betriebsrente anzubieten. Zum anderen haben insbesondere die großen Unternehmen ihre Hausaufgaben in puncto Pensionen längst erledigt.“

Jaspers Resümee lautet folglich: „Daher kann die betriebliche Altersversorgung in Deutschland als vergleichsweise robust und krisenfest angesehen werden – sowohl im Vergleich zu privaten Formen der Vorsorge und Vermögensbildung als auch im Vergleich zu Pensionssystemen in anderen Ländern.“

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