Betriebliche Altersversorgung: GDV kritisiert Sozialpartnermodell

 - 

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungsverband (GDV) hat den Vorschlag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) zu einem neuen Sozialpartnermodell Betriebsrente, mit dem gemeinsamen Einrichtungen der Tarifvertragsparteien reine Beitragszusagen in der betrieblichen Altersversorgung (bAV) ermöglicht werden sollen, kritisch beurteilt.

Trotz guter Absicht gehe der Vorschlag an dem Ziel vorbei, eine bessere bAV-Verbreitung im Mittelstand zu erreichen. Mit seinem in erster Linie auf tarifvertragliche Lösungen zugeschnittenen Ansatz würde der Großteil der kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) gerade nicht erreicht. Diese Betriebe würden nur dann erfasst, wenn entsprechende Tarifverträge allgemeinverbindlich erklärt würden. Solcherlei Zwangsmaßnahmen seien jedoch der falsche Weg, da sie bei den Beteiligten vor allem zu Abwehrreaktionen gegenüber der bAV führen würden.

Daneben führe der Vorschlag zu einer nochmaligen Erhöhung der Komplexität in der bAV, die es jedoch gerade mit Blick auf KMU zu reduzieren gälte. Insbesondere sei aber auch zu befürchten, dass bereits etablierte, gut funktionierende bAV-Lösungen erheblich beschädigt und damit erreichte Erfolge bei der Verbreitung der bAV gefährdet würden.

In seiner Stellungnahme spricht sich der Verband für eine zeitgemäße Anpassung der steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Förderung der bAV aus. Insbesondere auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit niedrigem Einkommen sollten neue Anreize zum Erwerb von bAV-Ansprüchen gesetzt werden. So sollte über Modelle nachgedacht werden, die hier gezielt den Aufbau einer bAV besonders fördern und gleichzeitig vom Arbeitgeber mit möglichst wenig Aufwand verwaltet werden können.

Weitere News zum Thema

  • Höhe der Betriebsrente erst ab Rentenbeginn sicher

    [] Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts zeigt erneut, dass Betriebsrenten zwar im Grundsatz, nicht jedoch in der Höhe sicher sind. Das gilt insbesondere dann, wenn die laufenden Betriebsrenten aus einem Anlagefonds finanziert werden. mehr

  • Betrieblicher Altersversorgung: Kein Ausschluss von Minijobbern

    [] Die Hälfte der Minijobber erhält noch nicht einmal den Mindestlohn – diese offenkundige Diskriminierung von Minijobbern war Anfang 2017 ein großes Thema und wurde – zu Recht – insbesondere von den Gewerkschaften angeprangert. Verwunderlich ist allerdings, dass sozusagen im eigenen Laden bei den Gewerkschaften eine ganz ähnliche Diskriminierung für rechtens empfunden wird. mehr

  • Betriebsrente: Übertragung zum neuen Arbeitgeber möglich und sinnvoll

    [] Viele Arbeitnehmer, die ihren Job wechseln, haben Betriebsrentenansprüche, die ihnen gehören. Doch was können sie damit machen? Im Zweifelsfall dürfte es sich heute oft anbieten, die alte Betriebsrente einfach ruhen zu lassen und – falls der neue Arbeitgeber eine attraktive Betriebsrente anbietet – einen weiteren Betriebsrentenanspruch aufzubauen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.