Besserer Betriebsrenten-Schutz bei Jobwechsel

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Wer jahrelang in eine gute Betriebsrente einzahlt, profitiert davon im Alter. Doch was passiert bei einem Jobwechsel? Gehen dann Ansprüche verloren?

Einige Millionen Arbeitnehmer wechseln jedes Jahr ihren Job – freiwillig oder gezwungenermaßen. Was dann mit ihren Betriebsrentenansprüchen geschieht, hängt davon ab, ob die Ansprüche unverfallbar sind. Dabei kommt es insbesondere auf das Alter der Betroffenen und die bisherige Laufzeit ihrer Betriebsrente an. Ab 2018 werden neue, für Arbeitnehmer günstigere Regelungen zur Unverfallbarkeit arbeitgeberfinanzierter bAV-Anwartschaften gelten.

Doch zunächst: Wie sieht es heute aus? Betriebsrente ist nicht gleich Betriebsrente. Unterschieden wird zunächst nach der Finanzierungsart.

  • Betriebsrenten, die allein der Arbeitnehmer finanziert, sind sofort unverfallbar. Diese Form der betrieblichen Altersversorgung (bAV) ist weit verbreitet und für Arbeitnehmer eigentlich wenig attraktiv, weil sich der Chef nicht an der Rente beteiligt. Die Betroffenen wandeln dabei einen Teil ihres Gehalts über eine sogenannte Direktversicherung in eine bAV um. Sie selbst sparen in der Einzahlungsphase Steuern und Sozialversicherungsbeiträge. Letzteres gilt genauso für ihren Arbeitgeber, obwohl dieser gar nicht zur Vorsorge beiträgt. Bei dieser Entgeltumwandlung tritt die Unverfallbarkeit der bAV sofort ein. Das bedeutet: Auch wer – beispielsweise – schon nach einigen Monaten den Arbeitgeber wechselt, kann die Betriebsrente mitnehmen. Ansprüche gehen nicht verloren.

  • Anders ist dies bei rein Arbeitgeber-finanzierten Betriebsrenten. Diese sollen die Teilbetriebstreue von Arbeitnehmern belohnen. Das bedeutet: Die Rente gehört erst dann dem Arbeitnehmer, wenn er sich zumindest für eine gewisse Zeit als betriebstreu erwiesen hat. Das Gesetz stellt dabei zunächst darauf ab, wie alt der Arbeitnehmer beim Ende seines Arbeitsverhältnisses ist. Günstigere Regeln gelten danach, wenn das Arbeitsverhältnis nach Vollendung des 25. Lebensjahres endet.

Problematisch: Ist ein Arbeitnehmer beim Ende eines Arbeitsverhältnisses noch nicht 25 Jahre alt, so sind alle bestehenden Betriebsrentenansprüche verloren. Bis 2009 galt hier sogar noch eine Altersgrenze von 30 Jahren. Bei Arbeitnehmern ab 25 Jahren kommt es darauf an, wie lange der Versorgungsvertrag beim Ausscheiden aus der Firma besteht. Sicher ist eine durch einen Arbeitgeber finanzierte Betriebsrente erst, wenn der Vertrag schon seit mindestens fünf Jahren existiert. Wird ein 26-jähriger Arbeitnehmer also nach vier Jahren und elf Monaten entlassen, so ist auch seine Betriebsrente verloren.

All dies gilt – was für Arbeitnehmer besonders nachteilig ist – auch im Fall der Insolvenz des Unternehmens. Bei vom Arbeitgeber finanzierten Versorgungssystemen sind die Rentenansprüche innerhalb der ersten fünf Jahre völlig ungesichert. Erst danach greift die Sicherung durch den Pensionssicherungsverein.

Doch es gibt nicht nur Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-finanzierte betriebliche Altersversorgungen, sondern auch Mischfinanzierungen. Dies betrifft einen großen Teil der Direktversicherungen. Der vom Arbeitgeber finanzierte Teil unterliegt hier – wenn nichts anderes vereinbart ist – wiederum den oben aufgeführten gesetzlichen Verfallsregelungen. Ist der Vertrag also jünger als fünf Jahre, so gehört der Teil, den der Arbeitgeber eingezahlt hat, noch immer der Firma.

Ab 2018: Besserer Betriebsrenten-Schutz

Ab 2018 werden neue, für Arbeitnehmer günstigere Regelungen zur Unverfallbarkeit arbeitgeberfinanzierter bAV-Anwartschaften gelten. Ansprüche aufgrund von Verträgen, die ab 2018 neu abgeschlossen werden, sind bereits nach drei (statt jetzt nach fünf) Jahren unverfallbar – vorausgesetzt, der Arbeitnehmer ist zum Zeitpunkt des Ausscheidens aus dem Betrieb bereits mindestens 21 Jahre alt (die Altersgrenze wird also herabgesetzt). Mit dieser Gesetzesänderung setzt die Bundesregierung die sogenannte Mobilitätsrichtlinie der Europäischen Union in deutsches Recht um. Doch das gilt – leider – nicht für betriebliche Versorgungsverträge, die vor 2018 abgeschlossen werden bzw. wurden.

Bei Ihrer Karriereplanung sollten Sie immer auch die Betriebsrente im Blick haben (falls es eine solche in Ihrem Unternehmen gibt). Wichtig ist zudem: Wer den Arbeitgeber wechselt, bevor seine Betriebsrente nach den gesetzlichen Regelungen unverfallbar geworden ist, sollte beachten: Gegebenenfalls kann man bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses eine für Arbeitnehmer günstigere Vereinbarung schließen. Das Betriebsrentengesetz lässt diese Möglichkeit offen.

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