Beitragspflicht von privat weitergeführter Direktversicherung: Wie bemessen sich die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung?

 - 

Wer eine Direktversicherung hat und aus seinem Betrieb ausscheidet, sollte die Versicherung privat fortführen und zudem in jedem Fall auch die Versicherungsnehmerschaft selbst übernehmen (= in der Police Arbeitgeber als Versicherungsnehmer gegen Arbeitnehmer tauschen). In diesen Fällen müssen die Betroffenen bei Fälligkeit der Versicherungsleistungen zumindest auf den privat bedienten Teil der Versicherung keine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung zahlen.

Das ergibt sich aus einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 28.9.2010 (Az. BvR 1660/08).

Inzwischen kommen die ersten Betriebsrentner, die – auch entsprechend unserem Rat – so verfahren haben, ins Rentenalter. Es stellt sich die Rechenfrage: Wie wird der privat finanzierte Teil der Rente oder der Einmalleistung genau ermittelt?

Die Verfahrensweise wird in den Grundsätzlichen Hinweisen zu den beitrags- und melderechtlichen Regelungen für Versorgungsbezüge, Arbeitseinkommen und gesetzliche Renten aus dem Ausland bei Versicherungspflichtigen festgelegt. Dieses Papier des Spitzenverbands der GKV datiert vom 19.11.2013. Der Spitzenverband präferiert dabei eine beitragsproportionale Berechnung, ohne allerdings andere Berechnungsmethoden auszuschließen. Dabei würde der betriebliche Teil der Beiträge in Beziehung gesetzt zu den insgesamt gezahlten Beiträgen.

Beispiel:

Insgesamt wurden 100.000,00 € in die Direktversicherung eingezahlt, 20.000,00 € davon vom Arbeitnehmer in privater Versicherungsnehmerschaft. Damit sind 80 % der später bezogenen Rente bzw. 80 % der Einmalzahlung beitragspflichtig.

Alternativ dazu könne die beitragsfreie Leistung ermittelt werden, die sich fiktiv bei Beitragsfreistellung des Vertrags am Ende der betrieblichen Versicherungsnehmerschaft ergeben hätte. Dieser Betrag ist dann beitragspflichtig. Sozialgerichtliche Urteile zu dieser Frage sind bislang nicht bekannt.

Weitere News zum Thema

  • Lohnabzüge senken und Alterseinkommen steigern

    [] (verpd) Jeder Arbeitnehmer kann seit dem 1. Januar 2017 eine höhere Summe als noch letztes Jahr sozialabgaben- und steuerfrei in eine betriebliche Altersvorsorge einzahlen und somit seine Lohnabzüge senken und gleichzeitig sein Einkommen im Alter erhöhen. mehr

  • Seit 1.1.2017: Mehr betriebliche Altersversorgung möglich

    [] Mit der Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung steigt auch der Teil des Gehalts, den der Arbeitgeber im Rahmen einer betrieblichen Altersversorgung steuer- und abgabenfrei in eine Direktversicherung, Pensionskasse oder einen Pensionsfonds abführen kann. Der Höchstbetrag steigt von 2.976 auf 3.048 Euro pro Jahr. mehr

  • Viele sorgen finanziell nicht für ihr Alter vor

    [] (verpd) Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) stellte vor Kurzem eine Studie vor, wonach immer noch rund jeder vierte gesetzlich Rentenversicherte keine zusätzliche Altersvorsorge zur gesetzlichen Rente hat. Dabei rät selbst die Bundesregierung den Bürgern neben der gesetzlichen Rente zusätzlich vorzusorgen, um im Rentenalter zumindest den bisherigen Lebensstandard halten zu können. mehr

  • Reform der Betriebsrente geplant

    [] Bei Betriebsrenten soll es ab 1.1.2018 weniger Garantien geben. Die doppelte Beitragszahlung in die Krankenkasse steht auf der Kippe. mehr

  • Rente erhöhen und gleichzeitig Lohnabzüge verringern

    [] (verpd) Studien belegen, dass rund 40 Prozent der Arbeitnehmer noch keine betriebliche Altersversorgung (bAV) haben und damit auf sofortige niedrigere Lohnabzüge und ein höheres Einkommen im Rentenalter verzichten. Wer von den Vorteilen der bAV noch in 2016 profitieren möchte, hat jedoch die Möglichkeit dazu. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.