Altersvorsorge: Dynamik wählen

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Bei betrieblichen und privaten Rentenversicherungen sollten sich die Auszahlungen jährlich der Geldentwertung anpassen. Darauf weisen Rentenexperte Winfried Schmähl und fünf Rentenforscher hin.

Jährlich steigende Rentenzahlungen, die über der Inflationsrate liegen, sollten eigentlich das Ziel aller vorausschauenden Vorsorgesparer sein. Doch ihr mangelndes Problembewusstsein und ihr fehlendes ökonomisches Verständnis führe in vielen Fällen zur Wahl eines suboptimalen Auszahlungsmodus bei ergänzenden Rentenversicherungen, konstatieren die Rentenforscher der Universität Vechta unter Mitarbeit des langjährigen Vorsitzenden des Sozialbeirats Winfried Schmähl in ihrem Endbericht an die Deutsche Rentenversicherung zur Dynamisierung von Alterseinkommen.

Das seit dem Jahr 2002 propagierte Drei-Schichten-Modell der Alterssicherung scheitere an den unterschiedlichen Logiken der gesetzlichen, betrieblichen und privaten Rentenversicherungen, die keinen Bezug untereinander aufwiesen. Das führe häufig dazu, dass die Alterseinkünfte zunehmend an Kaufkraft verlören, weil die Versicherten bei betrieblichen und privaten Rentenversicherungen oft auf die Dynamisierung der Auszahlungen verzichteten oder lieber eine höhere Anfangszahlung wählten als eine höhere Dynamik, die den Geldwertverlust ausgleichen könne.

Problem Rentenlücke

Während im Zentrum der Strategien zur Schließung der Rentenlücke zwischen Erwerbseinkommen und Alterseinkommen die Erstberechnung der Leistungen beim Übergang in die nachberufliche Phase gestanden habe, sei die Entwicklung während des weiteren Leistungsbezugs nahezu vollständig übersehen worden. Es sei daher unklar, schreiben die Rentenforscher, inwiefern die Rentenlücke, die sich nicht nur durch das niedrigere Rentenniveau beim Rentenzugang ergebe, sondern sich infolge der Reduzierung des allgemeinen Rentenniveaus während der Rentenbezugsphase sukzessive vergrößere, in der Nacherwerbsphase durch die Anpassungen der Leistungen aus der betrieblichen und privaten Altersvorsorge ausgeglichen würden.

Um der zunehmenden Verbreiterung der Rentenlücke im Ruhestand entgegenzuwirken, müsse eine Dynamisierung der Leistungen sowohl bei der Erstberechnung als auch während des weiteren Leistungsbezugs erfolgen. Doch die 85 Seiten umfassende Studie kommt zu dem Ergebnis, dass die drei Vorsorge-Säulen in sich autonom seien und nicht auf Änderungen anderer Formen der Alterssicherung reagierten. Damit könne durch die derzeitigen Regelungen das Ziel der Gewährleistung eines spezifischen Niveaus der materiellen Absicherung im Alter im Sinne einer Gesamtversorgung nur eingeschränkt erreicht werden.

Fazit

Die empirische Analyse zeige, schlussfolgern die Rentenforscher, dass die Rentenlücke, die sich während der Rentenbezugsphase infolge der Reduzierung des allgemeinen Rentenniveaus sukzessive vergrößere, in der Nacherwerbsphase durch die Anpassungen der Leistungen aus der betrieblichen Altersvorsorge und der privaten Alterssicherung nicht ausgeglichen würde.

Achten Sie beim Abschluss einer betrieblichen und privaten Rentenversicherung auf die Dynamisierung der Auszahlungen. Prüfen Sie bestehende Rentenversicherungen, ob in ihnen eine Dynamik vereinbart wurde und ob bei Rentenbeginn die Wahl besteht, mit niedrigeren Anfangsauszahlungen zu beginnen und deren Höhe jährlich um 2 % zu steigern.

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