3 % Garantiezins für PlusPunktRente

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Trotz des geplanten Wegfalls des Garantiezinses für viele Lebens- und Rentenversicherungen ab 2016 gibt es noch attraktive Angebote zur Betriebsrente für Angestellte bei den Kommunen oder Kirchen.

Kaum zu glauben, aber wahr: Die rund 170.000 Kunden der Zusatzversorgungskasse Westfalen in Münster können über ihre Pflichtversicherung hinaus noch eine freiwillige Versicherung via Entgeltumwandlung mit 3 % Garantiezins nach dem Tarif zur PlusPunktRente vom 1.7.2013 abschließen (siehe www.kvw-muenster.de). Es werden keine Provisionen oder Abschlussgebühren erhoben, sondern nur laufende Verwaltungskosten in Höhe von 4 % der Beiträge.

Noch 2,75 % Garantiezins bietet die Zusatzversorgungskasse Sachsen mit ihrem Produkt »ZusatzrentePlus« für ihre rund 200.000 Angestellten in den Kommunen (siehe www.kv-sachsen.de). Weitere große kommunale Zusatzversorgungskassen bestehen für die 470.000 kommunalen Angestellten in Baden-Württemberg (siehe Zusatzversorgungskasse Baden-Württemberg unter www.kvbw.de, Produkt ZVK PlusRente) und die 330.000 in rheinischen Kommunen Beschäftigten (siehe Rheinische Zusatzversorgungskasse unter www.versorgungskasse.de).

Alle Arbeitnehmer haben einen Rechtsanspruch auf eine Gehaltsumwandlung. Dazu und zu allen anderen Altersvorsorgeformen lesen Sie weitere Informationen in unserem aktuellen Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

Für rund 670.000 Kunden der Bayerischen Versorgungskammer, die in den Kommunen von Bayern und Rheinland-Pfalz beschäftigt sind, gibt es noch 2,25 % Garantiezins über die Zusatzversorgungskasse der bayerischen Gemeinden (siehe unter www.versorgungskammer.de). Mit dem speziellen PlusPunktRechner können Sie mühelos Ihre künftige garantierte Betriebsrente aus Entgeltumwandlung ermitteln. Bei einem monatlichen Bruttogehalt von beispielsweise 3.000 € können allerdings nur 122 € sozialversicherungsfrei umgewandelt werden, da der Arbeitgeber bereits einen Beitrag von 4 % des Bruttogehalts in die Pflichtversicherung einzahlt.

Bei einem Bruttogehalt von 3.550 € wären es noch maximal monatlich 100 €, die sozialversicherungs- und steuerfrei umgewandelt werden können. Die Berechnung lautet wie folgt: Höchstbetrag 242 € (= 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung von 6.050 €) minus 142 € Beitrag des kommunalen Arbeitgebers zur Pflichtversicherung (= 4 % des Bruttogehalts von 3.550 €) gleich 100 € als Restbetrag.

Gute Informationen zur Entgeltumwandlung für Angestellte in Kommunen und Kirchen

Umfassende Informationen zur Entgeltumwandlung für Angestellte im kommunalen öffentlichen Dienst oder bei der katholischen Kirche und Caritas finden Sie unter http://portal.versorgungskammer.de. Dort wird auch auf die doppelte Beitragspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung bei Rentenbeginn ab 2004 und die Kürzung der gesetzlichen Rente nach Bezug der Betriebsrente hingewiesen.

Für Angestellte in der katholischen Kirche und der Caritas gibt es die Möglichkeit der Entgeltumwandlung bereits ab Anfang 2002 und für die kommunalen Angestellten ab Inkrafttreten des Tarifvertrages über die Entgeltumwandlung vom 18.2.2003.

Vorteil für kirchliche Mitarbeiter: Die Arbeitgeber katholische Kirche und Caritas zahlen den Beschäftigten einen Zuschuss in Höhe von 13 % des sozialversicherungsfrei umgewandelten Betrages. Für die kommunalen Arbeitgeber gibt es laut Tarifvertrag indes keine Verpflichtung, einen Zuschuss an die Arbeitnehmer zu zahlen.

Die über 500.000 Kunden bei der kirchlichen Zusatzversorgungskasse Köln, also Angestellte im größten Erzbistum Deutschlands und damit Versicherte bei der größten kirchlichen Zusatzversorgungskasse, sollten sich aber sputen. Unter www.kzvk.de heißt es, dass der Rentenrechner bis Ende 2015 nicht mehr zur Verfügung steht. Die anhaltende Niedrigzinsphase an den Kapitalmärkten und die steigende Lebenserwartung machten eine Anpassung des geltenden Tarifs an die veränderten Rahmenbedingungen voraussichtlich ab 1.1.2016 erforderlich.

Holen Sie noch in diesem Jahr Angebote zur PlusPunktRente von kirchlichen und kommunalen Zusatzversorgungskassen ein, da bei Neuabschluss ab 2016 höchstwahrscheinlich schlechtere Tarife gelten (z.B. Herabsetzung des Garantiezinses und veränderte Sterbetafel mit längerer Lebenserwartung). Weitere Informationen zur Gehaltsumwandlung und zu allen anderen Altersvorsorgeformen lesen Sie in unserem aktuellen Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

PlusPunktRente im Vergleich zu VBLextra

Die Redaktion von Geldtipps online hat zwei Beispielrechnungen erstellt für einen heute 54-Jährigen, der 12 Jahre lang monatlich 200 € in die PlusPunktRente (siehe www.pluspunktrente.de mit 2,25 % Garantiezins) oder in VBLextra (Angebote mit 1,75 % Garantiezins) einzahlt und damit auf eine Beitragssumme von brutto 28.800 € kommt.

Die garantierte PlusPunktRente für die Angestellten in den bayerischen Gemeinden liegt ohne Hinterbliebenenabsicherung bei 150,31 € (reine Altersrente) bzw. bei 135,42 € mit Absicherung der Hinterbliebenen. Das soll laut Rechner auch noch für den Versicherungsbeginn 1.1.2016 gelten. Die Beitragssumme von 28.800 € hat man dann bereits nach 16 Jahren garantiert in Form der reinen Altersrente wieder heraus. Die bei einem Zins von 3,09 % erreichbare PlusPunktRente wird mit 159,12 € (reine Altersrente) bzw. 143,35 € (mit Hinterbliebenenabsicherung) angegeben.

Die Angebote von VBLextra für die 1,85 Millionen Kunden der VBL (Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder), der mit Abstand größten Zusatzversorgungskasse in Deutschland, können angesichts eines momentanen Garantiezinses von 1,75 % und eines möglichen Gewinnzuschlags von 20 % nicht ganz mithalten. Nach den ab 1.1.2012 geltenden Versicherungsbedingungen AVBextra03 liegt die garantierte Betriebsrente der VBLextra bei 128,51 € (reine Altersrente) bzw. 120,27 € (mit Hinterbliebenenabsicherung). Nun dauert es immerhin knapp 19 Jahre, bis die Beitragssumme in Form der garantierten Altersrenten wieder zurückgeflossen ist.

Nur bei einem Gewinnzuschlag von 20 %, der aber nicht garantiert werden kann, liegen die erreichbaren Betriebsrenten der VBLextra mit 154,21 € bzw. 144,32 € in etwa auf dem Niveau der PlusPunktRente.

Kunden der VBL, die dort bereits durch ihre Zusatzversorgung pflichtversichert sind, können laut www.vbl.de ein konkretes Angebot über Meine VBL anfordern. Da der Angebotsrechner nur die Angabe des spätesten Versicherungsbeginns 1.12.2015 zulässt und auch nur noch die mögliche Betriebsrente auswirft, könnte dies ein Anzeichen für eine bevorstehende. Verschlechterung der Konditionen bei Neuabschluss ab 1.1.2016 sein.

Holen Sie als VBL-Kunde rechtzeitig bis Ende November 2015 ein Angebot zur Betriebsrente per Entgeltumwandlung ein, falls Sie zusätzlich zu Ihrer Pflichtversicherung dort noch eine freiwillige Versicherung abschließen wollen. Weitere Informationen zur Gehaltsumwandlung und zu allen anderen Altersvorsorgeformen lesen Sie in unserem aktuellen Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

Vor- und Nachteile der Entgeltumwandlung

Selbstverständlich können auch Angestellte im öffentlichen oder kirchlichen Dienst in der Beitragsphase Steuern und Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung sparen, da die Entgeltumwandlung über eine freiwillige Versicherung wie PlusPunktRente oder VBLextra ebenfalls steuer- und sozialabgabenfrei ist. Ihr steuer- und sozialversicherungspflichtiges Entgelt vermindert sich um die Höhe des Umwandlungsbetrages.

Allerdings werden auch sie in der Rentenphase nicht von der dreifachen Rentenfalle (volle Besteuerung, voller Beitrag zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung sowie anteilige Kürzung der gesetzlichen Rente) verschont, siehe »Entgeltumwandlung birgt drei Rentenfallen« in Geldtipps vom 9.10.2015. Ein kleiner Trost bleibt: Die Zusatzrente aus dem öffentlichen oder kirchlichen Dienst wird nicht gekürzt, da das zusatzversorgungspflichtige Entgelt nicht durch den Umwandlungsbetrag vermindert wird.

Machen Sie sich bei der geplanten Entgeltumwandlung mit den beiden Vorteilen in der Beitragsphase und den drei Nachteilen in der Rentenphase vertraut. Weitere Informationen zur Gehaltsumwandlung und zu allen anderen Altersvorsorgeformen lesen Sie in unserem aktuellen Ratgeber So schließen Sie Ihre Rentenlücke.

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