Immer mehr arbeiten Teilzeit

Nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) arbeitet mehr als jeder vierte Erwerbstätige in Deutschland mittlerweile in Teilzeit – Tendenz steigend. Vor zehn Jahren war es noch jeder Fünfte.

In Deutschland nahm die Zahl der Teilzeitbeschäftigten vom Jahre 2000 auf 2010 nach Angaben des DIW um drei Millionen auf insgesamt rund zehn Millionen zu. Das ist ein Plus von 43 Prozent.

Weibliche Domäne

Teilzeitarbeit ist seit Jahren eine weibliche Domäne. In 2010 hatten insgesamt 45 Prozent aller erwerbstätigen Frauen reduzierte Arbeitszeiten.

Im Jahr 2000 waren es noch 38 Prozent. Zwar arbeiten nur zehn Prozent aller erwerbstätigen Männern in Teilzeit, doch im Jahr 2000 waren es sogar nur fünf Prozent.

Die Studie ergab zudem, dass immer mehr Ältere und Hochqualifizierte in Teilzeit arbeiten, etwa als sozialversicherungs-pflichtiger Arbeitnehmer, Mini-Jobber oder auch als Selbstständige.

Steigender Anteil von Älteren und höher Qualifizierten

Besonders viele Erwerbstätige sind 55 Jahre und älter. Bei den Frauen arbeiten 53 Prozent der 40- bis 54-Jährigen und 53 Prozent bei den ab 55-Jährigen mit reduzierten Arbeitszeiten. Bei den 15 bis 39 Jahre alten weiblichen Erwerbstätigen sind es immerhin noch 36 Prozent. Bei den Männern beträgt die Teilzeitquote im Vergleich zu allen männlichen Erwerbstätigen 15 Prozent ab 55 Jahre und nur sechs Prozent bei den 40- bis 54-Jährigen sowie elf Prozent bei den 15- bis 39-Jährigen.

Zwar haben immer noch mehr Beschäftigte mit geringen Qualifikationen einen Teilzeitjob als Personen, die eine Berufsausbildung oder ein Studium absolviert haben. Dennoch nimmt prozentual die Zahl der Teilzeitjobber, die eine höhere Ausbildung haben, zu. So hatten im Jahr 200020 Prozent aller Teilzeitbeschäftigten keine Ausbildung, während es zehn Jahre später nur noch 17 Prozent waren.

Gleich geblieben ist mit 62 Prozent die Teilzeitquote der Personen mit einem mittleren Ausbildungsstand, also mit einer Berufsausbildung oder mit Abitur. Bei den Beschäftigten mit einem hohen Ausbildungsniveau, also mit einem Studium oder einem Meisterbrief, stieg die Quote von 18 Prozent in 2000 auf 20 Prozent in 2010 an.

Konjunkturverlauf hat keinen Einfluss

Insgesamt gesehen arbeiteten im Jahr 2010 von allen Voll- und Teilzeitbeschäftigten ohne Ausbildung 33 Prozent (2000: 22 Prozent), mit einem mittleren Ausbildungsniveau 28 Prozent (2000: 21 Prozent) und mit einer hohen Ausbildung 19 Prozent (2000: 14 Prozent) im Jobs mit reduzierten Arbeitszeiten.

Wie die Studienautoren betonen, lässt sich in Deutschland anders als bei den Vollzeitstellen bei der Entwicklung der Teilzeitjobs keine Beeinflussung durch den generellen Konjunkturverlauf beobachten. „Dies lässt auf einen robusten Strukturwandel auf dem Arbeitsmarkt schließen“, sagt DIW-Arbeitsmarktexperte Karl Brenke. Diese Vermutung werde dadurch bekräftigt, dass immer mehr Personengruppen, die bislang vorwiegend eine Vollzeitstelle ausübten, in Teilzeit arbeiten.

So haben immer mehr mittlere und höher Qualifizierte eine Teilzeitbeschäftigung. Der Anteil der gering Qualifizierten ist seit 2000 sogar leicht zurückgegangen. Allerdings arbeiten knapp die Hälfte der Erwerbstätigen ohne Schul- oder Berufsausbildung nicht als Vollzeitbeschäftigte.

Die Gründe für eine Teilzeitbeschäftigung

Wie die Studie ergab, sind die Gründe, warum eine Teilzeitbeschäftigung ausgeübt wird, zwischen Männern und Frauen verschieden. Bei den Frauen sind es oftmals familiäre Gründe, bei den Männern hingegen liegt die Ursache meist im persönlichen Umfeld wie der Berufsqualifikation.

Ein geschlechter-übergreifender Hauptgrund der letzten Jahre ist jedoch ein Mangel an Vollzeitstellen.

Rund ein Fünftel aller Teilzeitkräfte, das sind etwa zwei Millionen Erwerbstätige, gab dies als Ursache an. Trotz der verbesserten Lage auf dem Arbeitsmarkt hat sich diese Zahl seit 2005 kaum verändert.

Weniger Arbeitszeit – weniger Rente

Bereits Vollzeitbeschäftigte müssen mit erheblichen Lücken zwischen ihrem letzten Nettoeinkommen und der voraussichtlichen gesetzlichen Rentenhöhe rechnen. Bei Teilzeitbeschäftigten ist die Differenz sogar noch höher, da ihre Rentenansprüche aufgrund der im Laufe der Jahre geleisteten niedrigeren Beiträge an die Rentenversicherung noch geringer ausfallen als bei den Vollzeitbeschäftigten.

Es ist daher nicht nur für Vollzeitbeschäftigte, sondern insbesondere auch für jeden, der einer Teilzeitarbeit nachgeht, wichtig, frühzeitig für das Alter vorzusorgen. Entsprechende Lösungen bietet die private Versicherungswirtschaft an.

Wer genau wissen möchte, wie hoch der Unterschied zwischen seinem bisherigen Einkommen und der zu erwartenden Rente sein wird, kann sich dazu von einem Versicherungsfachmann beraten lassen. Auch wenn auf den ersten Blick kein finanzieller Spielraum für eine ausreichende Altersvorsorge besteht, ergeben sich durch eine gründliche Analyse mit fachmännischer Hilfe oftmals dennoch realisierbare Lösungen.

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