Wohn-Riester soll entbürokratisiert werden

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Die Förderung von Wohneigentum soll nachgebessert werden, um den Erwerb selbst genutzter Immobilien für die private Altersvorsorge attraktiver zu machen. Dazu sollen bürokratische Hemmnisse bei der "Eigenheimrente" beseitigt werden. Das gilt besonders für bestehende Nachteile bei Eintritt eines Pflegefalls oder bei berufsbedingtem Umzug.

Die Riester-Förderung wurde 2008 auf den Erwerb selbst genutzten Wohneigentums ausgeweitet. Wie bei herkömmlichen Riester-Verträgen erhalten Sparer bei der sogenannten Eigenheimrente für jeden Erwachsenen bis zu 154 Euro und für jedes Kind bis zu 300 Euro pro Jahr vom Staat.

Sie müssen die Förderung aber sofort vollständig zurückzahlen, wenn sie ihr Eigenheim oder ihre Eigentumswohnung wieder verkaufen und den Veräußerungserlös nicht in ein anderes Riester-Sparprodukt oder eine andere selbst genutzte Immobilie investieren.

Das gilt auch, wenn ältere Menschen ihr Haus verkaufen, weil sie pflegebedürftig und auf eine Heimbetreuung angewiesen sind. Nur bei einem Umzug aus beruflichen Gründen darf die Immobilie vorübergehend vermietet werden. Spätestens mit Beginn des Rentenbezugs muss das Objekt aber wieder selbst bewohnt werden.

Zudem können Beträge aus der Riester-Förderung bislang nicht für einen seniorengerechten Umbau der Immobilie genutzt werden.

Nun soll der altersgerechte Umbau in die Förderung einbezogen werden.

Wie dringend eine Reform nötig ist, zeigen die jüngsten Zahlen der Bausparkassen zum Abschluss von Wohn-Riester-Verträgen. Wegen der restriktiven Auflagen verzichteten viele Bausparer auch im vergangenen Jahr auf die Förderung.

Die zehn Landesbausparkassen konnten ihr Neugeschäft 2010 zwar um 4,8 Prozent steigern. Von den 1,32 Mio. Neuverträgen wurden jedoch lediglich 15 Prozent nach der Wohn-Riester-Regelung abgeschlossen. Bei den privaten Bausparkassen betrug der Anteil der Eigenheimrentenverträge am Neugeschäftsvolumen von 58,7 Mrd. Euro gar nur 7 Prozent.

Die Eigenheimrente wird durch die geplante Reform neue Impulse bekommen. Aber Wohn-Riester könnte für die Altersvorsorge noch attraktiver werden, wenn zum Beispiel die Verzinsung der zurück zu zahlenden Förderbeträge gestrichen würde.

Bislang werden die staatlichen Beiträge zur Eigenheimrente auf einem fiktiven Wohnförderkonto verbucht und jährlich mit 2 Prozent verzinst. Zu Beginn der Rentenphase wird der aktuelle Kontostand durch die Anzahl der Jahre bis zum 85. Lebensjahr geteilt. Der dabei errechnete Teilbetrag muss bis Ende des 85. Lebensjahrs jedes Jahr in der Steuererklärung als Einkommen deklariert werden.
Sollte die Regierung künftig die Einkommensteuer deutlich erhöhen, könnten die späteren Steuerzahlungen jedoch möglicherweise die erhaltenen Förderbeiträge übersteigen. Zudem ist es alles andere als sicher, dass Immobilien in Zukunft eine Wertsteigerung von jährlich 2 Prozent erfahren.

Seit Mitte der 90er-Jahre sind die Preise von Eigenheimen und Eigentumswohnungen in zahlreichen Regionen mit schrumpfender Bevölkerung gefallen. Lediglich in Großstädten konnten Immobilienbesitzer Wertsteigerungen verzeichnen. Die Bausparkassen schlagen deshalb vor, auf die Verzinsung zu verzichten. Das würde zu einer Gleichbehandlung mit anderen Riester-Verträgen führen, da es dort lediglich eine Garantie der eingezahlten Beträge ohne Verzinsung gibt.

Tipp
Wohn-Riester-Sparer haben bei Rentenbeginn die Möglichkeit, ihre bis zum 85. Lebensjahr anfallende Steuerschuld aus dem fiktiven Wohnförderkonto in einem Betrag abzuzahlen. Sie erhalten in diesem Fall einen Abschlag von 30 Prozent auf die Steuerschuld. Der Staat profitiert im Gegenzug davon, dass er die sonst über 20 Jahre hinweg zu zahlende Steuer auf einen Schlag erhält.

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