Umkehrhypothek: In Deutschland noch selten

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Der Großteil des Vermögens von Senioren besteht in der eigenen Immobilie. Allerdings lässt sich diese nicht so einfach verkonsumieren, wenn das Ersparte aufgebraucht ist. Zu einer laufenden Geldquelle könnte das Eigenheim mit einer sogenannten Umkehrhypothek werden. Das ist in den USA gängige Praxis, doch hierzulande muss sich der Markt erst noch entwickeln.

Eine Umkehrhypothek ermöglicht es, das in der eigenen Immobilie gebundene Vermögen flüssig zu machen, ohne das Eigenheim verkaufen zu müssen. Auf die schuldenfreie Immobilie wird ein Darlehen aufgenommen, das die Bank auf einen Schlag oder in Form einer lebenslangen monatlichen Rente auszahlt. Die Zins und Tilgungskosten werden fällig, wenn der Darlehensnehmer stirbt oder die Immobilie verkauft.

Eine solche Umkehrhypothek hat die "Immokasse" 2009 auf den Markt gebracht. Allerdings kommt die "Immorente" ausschließlich für Kunden aus Schleswig-Holstein infrage. Der Mindestwert der Immobilie muss 100.000 Euro betragen und das Mindestalter des jüngsten Partners im Haushalt bei 65 Jahren liegen. Bislang bietet die "Immokasse" das Produkt in Form einer Einmalzahlung an, ein Rentenmodell ist in Arbeit. Die Auszahlungssumme richtet sich u.a. nach dem Alter des Kunden, sie beträgt 15 bis 35 Prozent des beleihbaren Immobilienwerts.

Umgekehrt verhält es sich mit der "Immorente", die die "Investitionsbank" (IB) Schleswig-Holstein seit Mai 2010 anbietet: Sie basiert auf einem Konzept des Bundesverbands öffentlicher Banken (VÖB) und ermöglicht derzeit ausschließlich monatliche Zahlungen.

Eine pauschale Aussage darüber, wie viel Geld man aus seiner Immobilie ziehen kann, lässt sich nicht machen: Die Hochrechnung der künftigen Wertentwicklung der Immobilie fällt je nach Standort unterschiedlich aus. Auf diesen Wert nehmen die Banken einen Risikoabschlag von 10 Prozent vor.

Tipp
Planen Sie 15 bis 20 Prozent des künftigen Immobilienwerts als Rücklage ein.

In den USA dauerte es rund 15 Jahre, bis sich das Modell am Markt etablieren konnte – und dort übernimmt der Staat die beiden wesentlichen Risiken des Produkts. So trägt der Staat bei den meisten Produkten das Risiko, dass der Immobilienwert bei Fälligkeit des Darlehens unter der Darlehenssumme liegt. Zudem werden die Versicherungsprämien für das Langlebigkeitsrisiko der Kreditnehmer subventioniert.

Tipp
Die Auszahlungen aus der Umkehrhypothek sind komplett steuerfrei.

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