KfW-Förderung: Bauen Sie Ihre Wohnung barrierefrei um

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Machen Sie Ihre Eigentumswohnung oder Ihr Einfamilienhaus kostengünstig fit für Ihre alterungsbedingt nachlassende Fitness: mit Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen.

In jedem vierten Seniorenhaushalt leben Menschen mit Bewegungseinschränkungen. Das ergab eine repräsentative Befragung von tausend Seniorenhaushalten durch das Kuratorium Deutsche Altershilfe im Auftrag des Bundesbauministeriums.

Hochgerechnet auf die insgesamt elf Mio. Seniorenhaushalte in Deutschland müssten somit rund zweieinhalb Mio. Wohnungen altersgerecht ausgestattet sein. Da aber nur etwa 200.000 Wohnungen keine oder nur geringe Barrieren aufweisen, besteht aktuell eine erhebliche Versorgungslücke.
Rund 93 Prozent der alten Menschen mit und ohne Pflegebedarf leben zu Hause und wollen dort auch weitgehend selbstständig und selbstbestimmt wohnen bleiben.

Stufen, Schwellen und enge Türen beseitigen

Wie wichtig der barrierefrei Wohnungsumbau ist, bestätigen die weiteren Ergebnisse der Studie:

  • Drei Viertel der alten Menschen müssen Stufen und Schwellen überwinden, um in ihr Haus bzw. in ihre Wohnung zu gelangen.
  • Bei rund einem Drittel sind die Zugänge zu Terrassen und Balkonen nicht barrierefrei.
  • Zwischen 20 Prozent und 30 Prozent der Haushalte stufen ihre Bewegungsflächen im Bad oder die Türbreiten in ihren Wohnungen als zu eng ein, wenn sie aufgrund von Mobilitätseinschränkungen Bewegungshilfen benötigen.
  • Nur 15 Prozent der Wohnungen verfügen über bodengleiche Duschen.
  • Jeder vierte Seniorenhaushalt beklagt infrastrukturelle Versorgungsmängel in seinem Wohnumfeld: Weder öffentliche Verkehrsmittel, medizinische Einrichtungen oder Einkaufsmöglichkeiten zur Deckung des täglichen Bedarfs seien fußläufig erreichbar.

Heim oder altersgerechter Wohnraum

Angesichts der demografischen Entwicklung wird der Bedarf an altersgerechtem Wohnraum noch deutlich steigen. Da das Angebot an altersgerechten Wohngebäuden und Wohnquartieren aber nicht ebenso schnell wächst, wird für viele Ältere der Umzug in ein Heim erforderlich sein. Doch das ist von der überwiegenden Mehrheit der älteren Menschen nicht gewollt und auch kaum finanzierbar.

Förderung nutzen

Der Staat fördert den seniorengerechten Umbau von Wohnungen, wenn die Eigentümer oder Mieter zu Mindestinvestitionen bereit sind. Für den barrierefreien Umbau stehen zinsverbilligte Darlehen aus dem im April 2009 gestarteten KfW-Förderprogramm 155 "Altersgerecht Umbauen" bereit. Dieses Programm hat die KfW-Bank am 1.5.2010 ergänzt durch das Programm 455. Danach besteht die Möglichkeit, auch Zuschüsse für den altersgerechten Wohnungsumbau zu erhalten. Dieses Zuschussprogramm soll der Skepsis vor allem von älteren Menschen gegenüber der Aufnahme von Krediten entgegenwirken. Seit dem 1.7.2010 gibt es den Zuschuss auch für Erstkäufer altersgerecht sanierter Ein- und Zweifamilienhäuser und Eigentumswohnungen.

Beide Fördermöglichkeiten gleichzeitig kann man freilich nicht in Anspruch nehmen. Man muss sich also entscheiden: entweder Kredit oder Zuschuss. Interessant ist die neue Zuschussmöglichkeit für solche Personen, die keinen Kredit aufnehmen wollen oder keinen benötigen.

Antragsberechtigt sind sowohl Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern und Eigentumswohnungen sowie Wohneigentümergemeinschaften als auch Mieter. Nicht gefördert werden bereits begonnene oder abgeschlossene Vorhaben, Ferien- und Wochenendhäuser oder gewerblich genutzte Flächen.

Bis zu 2.500 Euro Zuschuss beantragen

Ab einer Investitionssumme von 6.000 Euro kann ein Zuschuss in Höhe von 5 Prozent der förderfähigen Investitionskosten beantragt werden. Maximal beträgt der Zuschuss 2500 Euro pro Wohneinheit.

Tipp
Auch Mieter können den Zuschuss erhalten, wenn der Vermieter mit den Umbauten einverstanden ist. Der Antrag muss bei der KfW gestellt werden, bevor mit dem Umbau begonnen wurde (Telefon: 01801/335577, Internet www.kfw.de).

Das Programm finanziert Maßnahmen zum Abbau von Barrieren oder zu deren Überbrückung. Zuschussfähig sind z.B.:

  • der Umbau einer Wohnung oder von Wohngebäuden mit dem Ziel der Reduzierung von Barrieren, z.B. durch den Einbau von Aufzügen, die Überbrückung von Treppenstufen, die Anpassung von Sanitärräumen, eine altersgerechte Haustechnik;
  • die Verringerung von Barrieren im Wohnumfeld, z.B. durch den Abbau von Barrieren auf Wegen oder die Schaffung von Stellplätzen;
  • eine Erweiterung von Wohnflächen, z.B. der Ausbau eines Dachgeschosses zum Zweck generationenübergreifenden Wohnens.

Bei allen Maßnahmen gibt es technische Mindestanforderungen, die beachtet werden müssen. Dazu gibt es "Förderbausteine", die im KfW-Merkblatt "Technische Mindestanforderungen für altersgerechtes Umbauen" beschrieben sind.

Tipp
Das ältere KfW-Förderprogramm 155 "Altersgerecht Umbauen" wurde zum 1.7.2010 dahingehend ergänzt, dass mit ihm auch der Erwerb von altersgerecht sanierten Wohngebäuden gefördert werden kann. Dafür kann man ein zinsgünstiges Darlehen in Höhe von bis zu 50.000 Euro erhalten.

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