Bauherren und Sanierer erhalten noch mehr Finanzhilfen vom Staat

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Investitionen in Energiesparmaßnahmen lassen sich derzeit dank staatlicher Förderung kostengünstig finanzieren. Zinsverbilligte Kredite und Investitionszuschüsse gibt es z.B. für den Einbau einer neuen Heizung, einer Solaranlage oder für die Komplettsanierung eines Hauses.

Im Wohnbereich ist das Einsparpotenzial beim Wärme- und Energieverbrauch besonders groß. Das macht sich nach der Erneuerung durch sinkende Heiz- und Stromkosten bezahlt.

Die staatliche KfW-Förderbank hat ihr Angebot an die seit 1.10.2009 gültige neue Energiesparverordnung 2009 (EnEV 2009) angepasst. Sowohl für die energetische Sanierung als auch für energieeffiziente Neubauten ergänzt die Bank ihre Förderung durch zusätzliche Förderstufen für KfW-Effizienzhäuser.

Diese Effizienzhäuser gibt es mit unterschiedlichen Standards. Im Bereich "Sanierung" werden die Standards "Effizienzhaus 130, 115, 100 und 85" angeboten, im Bereich "Neubau" die Standards "Effizienzhaus 85 und 70". Die Ziffer drückt das prozentuale Verhältnis zwischen dem Jahresprimärenergiebedarf und den Neubau-Anforderungen der EnEV 2009 aus (je niedriger die Zahl, desto sparsamer das Haus). Bis 31.12.2009 werden noch Kredite und Investitionszuschüsse auf Basis der EnEV 2007 vergeben. Die Standards "130" in der Sanierung und "85" im Neubau gibt es voraussichtlich nur bis 30.6.2010.

Seit 1.1.2009 gelten für die energetische Sanierung bestehender Wohngebäude höhere Darlehenshöchstbeträge: statt bei maximal 50.000 Euro liegen diese nun bei 75.000 Euro pro Haus; bei einem Neubau unverändert bei 50.000 Euro. Zudem sind nun auch Investitionen in Wohnhäuser förderfähig, die vor 1995 erbaut wurden. Und nicht nur die Bauherren von Neubauten erhalten Geld, sondern auch die Käufer dieser sanierten bzw. neu errichteten Häuser oder Wohnungen. Ebenso ist der Ersterwerb eines Hauses oder einer Eigentumswohnung nach einer solchen Sanierung förderfähig.

Je weniger Energie verbraucht wird, desto höher fällt die Förderung aus. So wird z.B. bei der Sanierung eines Wohngebäudes ein zusätzlicher Tilgungszuschuss von 5 Prozent (Effizienzhaus 130) bzw. 15 Prozent (Effizienzhaus 85) des Zusagebetrages gewährt. Investitionszuschüsse in der Sanierung beginnen bei 5 Prozent (höchstens 2500 Euro) für Einzelmaßnahmen und können bis zu 20 Prozent der Investitionskosten bei einer umfassenden Sanierung zum Effizienzhaus 85 betragen.

Förderung über das BAFA

Eine weitere wichtige Förderstelle ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Der Bund vergibt bis 2012 über die Behörde jährlich bis zu 500 Millionen Euro für Anlagen, die erneuerbare Energien nutzen. Im so genannten Marktanreizprogramm werden hierfür Investitionszuschüsse, zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüsse bereit gestellt. Im Fokus stehen unter anderem wärmeerzeugende Anlagen wie Solarkollektoranlagen, Anlagen zur Verfeuerung fester Biomasse und effiziente Wärmepumpen zur Trinkwasserbereitung und Gebäudeheizung.

Strom und Wärme aus einer Anlage

Neu errichtete Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen (KWK) mit einer elektrischen Leistung von bis zu 50 kW können bezuschusst werden. KWK-Anlagen sind Heizungsanlagen, die neben der Wärme auch Strom erzeugen. Förderfähig sind nur Maßnahmen, mit denen vor der Antragstellung noch nicht begonnen worden ist. Die förderfähigen Mini-KWK-Anlagen müssen zudem als wärmegeführt ausgelegt sein, das heißt, der Wärmebedarf steuert die Betriebsweise der Anlage. Die Höhe des Zuschusses richtet sich nach der maximalen elektrischen Leistung der Anlage und den geplanten Vollbenutzungsstunden.

Sonnenkollektor zur Brauchwassererwärmung

Ebenfalls bezuschusst werden thermische Solaranlagen. Hier hilft zusätzlich die Sonne bei der Warmwasserbereitung, was bis zu 60 Prozent der bisher benötigten Öl- oder Gasmenge einsparen kann. Daneben gibt es noch sogenannte Kombi-Solaranlagen, die auch die Heizung mit unterstützen. Hierfür gibt das BAFA gestufte Zuschüsse in Form einer Basis-, Bonus- oder Innovationsförderung. Die Mindestförderung beträgt 307,50 Euro pro Anlage und steigert sich bei der Innovationsförderung auf bis zu 210 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche.

Holzheizung

Besonders lukrativ ist die Förderung für Pelletheizungen. Da Pelletöfen mit dem nachwachsenden Rohstoff Holz heizen, gelten sie als besonders umweltschonend. Außerdem machen sie die Energieversorung unabhängig von Öl und Gas. Bei diesem Heizungstyp gibt es drei Förderstufen, die zwischen 375 Euro und 2.500 Euro liegen.

Förderprogramm zum altersgerechten Umbau

Altersgerechtes Bauen und Wohnen wird angesichts des wachsenden Anteils älterer Menschen an der Bevölkerung immer wichtiger. Die Bundesregierung hat daher das Förderprogramm "Altersgerecht Umbauen" aufgelegt. Dessen Ziel ist es, älteren Menschen ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in ihrer vertrauten Wohnung zu ermöglichen. Zusätzlich zum bestehenden KfW-Programm "Wohnraum Modernisieren" stellt es weitere 80 Millionen Euro Haushaltsmittel für 2009 zur weiteren Verbilligung entsprechender Darlehen um durchschnittlich 2 Prozent bereit.

Gefördert werden u.a. barrierefreie und barrierereduzierte Zugänge zu Gebäuden und Wohnungen, wie z.B. die Überbrückung von Stufen, der Abbau von Schwellen und der Einbau von Aufzügen. Dazu gehört auch der Umbau von Bad und Toilette oder die Anpassung der Haustechnik etwa durch Schalter und Anschlüsse. Förderbar sind aber auch barrierereduzierende Maßnahmen im Wohnumfeld sowie die Einrichtung von Gruppenräumen zum generationenübergreifenden Wohnen.

Die KfW gewährt Kredite von bis zu 50.000 Euro pro Wohneinheit. Finanziert werden bis zu 100 Prozent der förderfähigen Kosten. Das Programm "Altersgerecht Umbauen" soll 2010 und 2011 fortgeführt werden. Außerdem soll es für selbstnutzende Eigentümer ab 2010 eine Zuschusskomponente geben.

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