Timesharing-Angebote: Abzocke statt Traumurlaub

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Der Wunsch nach einer eigenen Immobilie steht auf der Prioritätenliste vieler Sparer ganz oben. Deshalb sind betrügerische Vermittler mit dem Versprechen besonders erfolgreich, bei der Verwirklichung dieses Wunsches zu helfen.

Im Zusammenhang mit Timesharing-Angeboten treten in beliebten Urlaubsgebieten immer wieder skrupellose Betrüger auf, die die Urlaubsstimmung von Feriengästen gezielt ausnutzen und versuchen, aus der Unwissenheit ihrer Opfer Kapital zu schlagen. Bei Timesharing-Modellen wird das Recht erworben, eine Ferienimmobilie über eine festgelegte Laufzeit für eine bestimmte Dauer im Jahr zu nutzen.

Als Anleger schließen sie mit einem Timesharing-Anbieter einen Vertrag ab und kaufen damit Ferienwohnrechte (Teilzeitwohnrechte) an einer bestimmten Ferienanlage. Zusätzlich zum Kaufpreis fallen noch jährliche Gebühren für z.B. die Müllabfuhr oder Instandhaltung an. Dabei variiert je nach Vertrag die Laufzeit der Teilzeitwohnrechte zwischen 10 und 50 Jahren. Einige Anbieter vertreiben auch Teilzeitwohnrechte ohne jede zeitliche Begrenzung.

Mit den erworbenen Teilzeitwohnrechten können Sie nun Jahr für Jahr, bis zum Ablauf der vertraglich festgelegten Nutzungsdauer, kostenlos für eine bestimmte Zeitspanne im Jahr Urlaub in dieser Ferienanlage machen. Die Teilzeitwohnrechte werden üblicherweise auf Wochenbasis angeboten. Mit dem Erwerb von zwei Teilzeitwohnrechten erwerben Sie also das Recht für zwei Wochen im Jahr in der entsprechenden Ferienanlage Ihren Urlaub zu verbringen.

In aller Regel ist dieses Angebot an die Mitgliedschaft in einer Tauschbörse gekoppelt. Hierdurch erhält der Kunde die Möglichkeit, seinen Anspruch auf sein Appartement gegen das Nutzungsrecht für ein Feriendomizil an einem anderen Urlaubsort zu tauschen, um so seinen Urlaub flexibler zu gestalten.

Neben seriösen Timesharing-Anbietern tummeln sich in der Branche aber leider auch Betrüger und organisierte Tätergruppen, die ihren Sitz unter anderem in Spanien und der Dominikanischen Republik haben. Die Täter gehen dabei häufig nach folgendem Strickmuster vor: Gezielt werden potenzielle Opfer am Urlaubsort auf der Straße angesprochen. Eine beliebte Masche ist es, ahnungslosen Urlaubern vorzugaukeln, dass sie einen Hauptpreis bei einer Lotterie oder einem Gewinnspiel gewonnen hätten. Abzuholen sei der angebliche Hauptpreis dann jedoch an einem anderen Ort, zum Beispiel in einem Hotel.

Statt des versprochenen Gewinns werden die Betroffenen in eine dubiose Verkaufsveranstaltung für Urlaubs- und Freizeitangebote (z.B. Golf spielen, Autos mieten) gelockt. Am Ende werden den Urlaubern dann supergünstige Timesharing-Angebote unterbreitet. Dabei machen sich die Betrüger mit psychologisch geschickten Tricks die gelöste Stimmung der Urlaubsgäste zunutze. Hinzu kommt: Die komplizierten Timesharing-Vertragsklauseln sind oft nur schwer zu durchschauen. Erfahrungen zeigen, dass Urlauber immer wieder auch ohne nähere Prüfung auf vermeintlich einmalig günstige Offerten hereinfallen. Straftäter gelangen so leicht an die begehrte Unterschrift. Für viel Geld erwirbt der Urlauber deshalb manchmal statt eines Urlaubsanspruchs lediglich einen Anspruch auf eine Urlaubsbuchung – womöglich gibt es den Klub gar nicht oder die Angebote sind nicht verfügbar.

Ob sich Investitionen in seriöse Timesharing-Anlagen lohnen, muss jeder Anleger für sich selbst entscheiden. Meist ist es jedoch sinnvoller, den Kaufpreis für ein Teilzeitwohnrecht auf dem Kapitalmarkt anzulegen und aus den jährlichen Erträgen dieser Anlage bei Bedarf eine Ferienimmobilie am Urlaubsort Ihrer Wahl zu mieten.

Selbst bereits geprellte Urlauber sind keineswegs davor gefeit, noch einmal um ihre Ersparnisse gebracht zu werden.

In einer weiteren beliebten Betrugsmasche wird gerade Besitzern von Timesharing-Anteilen ein wirtschaftlich interessanter Verkauf der ansonsten schwer veräußerbaren Wohnungen angeboten. Dabei machen sich die raffinierten Täter gezielt den Wunsch des Anlegers zunutze, sich aus langfristigen Verträgen zu lösen. Gerade die Aussicht, endlich die teuer erworbenen Anteile zu einem vernünftigen Preis verkaufen zu können, verleitet viele Betroffene dazu, den Betrügern die geforderten finanziellen Vorleistungen für Gebühren oder andere Kosten zu bezahlen. Die angeblichen Leistungen sind jedoch entweder überhaupt nicht erforderlich oder die versprochenen Gegenleistungen werden nie wirklich erbracht. Schäden in Millionenhöhe sind die Folge.

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