Immobilienkauf: Setzen Sie auf seriöse Makler

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Die Wohnungen in besonders attraktiven Ballungsräumen sind nach Meinung der Bundesbank zu teuer. Für die Immobilien seien zuletzt Preise verlangt und gezahlt worden, die nicht von längerfristigen demografischen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren gedeckt seien, so die Notenbank. Besonders betroffen von den Teuerungen sind Geschosswohnungen in den großstädtischen Ballungszentren wie München, Hamburg oder Frankfurt. Die Preise sind dort nach Schätzung der Bundesbank um bis zu 20 % überbewertet. Auch die Geschosswohnungen in kleineren Städten sind inzwischen um 5 % bis 10 % überteuert.

Von der Teuerung weniger betroffen sind hingegen Einfamilienhäuser: Sie hätten sich sowohl in den Städten als auch auf dem Land nicht wahrnehmbar vom fundamental gerechtfertigten Niveau entfernt. Die Gefahr einer gefährlichen Blasenbildung wie seinerzeit z.B. in den USA oder Spanien sehen die Bundesbanker dagegen noch nicht. Dennoch warnen sie: Jederzeit mögliche Preiskorrekturen könnten zu empfindlichen Vermögensverlusten bei den Wohnungskäufern führen.

Die Angst vor Vermögensverlusten kurbelt die Nachfrage nach Immobilien vorerst noch weiter an. Die Euro-Krise und Inflationsängste sind Gründe für das zunehmende Interesse am Betongold. Im Gegensatz zu konkurrierenden Anlageformen, wie etwa bei den schon stark im Kurs gestiegenen Aktien oder Bundesanleihen mit Minizinsen, halten viele Investoren Immobilien derzeit für eine der wenigen Möglichkeiten, Vermögen nachhaltig wertstabil anzulegen. Viele Anlageexperten stimmen dem zu und ermuntern Anleger, ihr Geld am besten in die eigenen vier Wände zu stecken. Zur steigenden Nachfrage nach Immobilien tragen auch die niedrigen Darlehenszinsen bei, die den Kauf einer Immobilie momentan besonders attraktiv machen.

Die wachsende Nachfrage nach Häusern und Wohnungen sorgt nicht nur für steigende Preise bei den Immobilien, sondern auch unter den Immobilienmaklern für eine wachsende Anzahl schwarzer Schafe. Das Berufsbild des Immobilienmaklers ist in Deutschland nicht an eine konkrete Ausbildung gebunden. Grundsätzlich kann (fast) jeder Immobilienmakler werden. Neben einem Gewerbeschein ist lediglich eine Erlaubnis gemäß § 34c der Gewerbeordnung nötig, um diesen Beruf zu ergreifen.

Wenn Sie auf der Suche nach einer neuen Immobilie sind, dann lohnt es sich häufig, einen Makler einzuschalten. Denn ohne einen ortskundigen Makler kommen Sie meist nur schwer an die richtigen Immobilien heran. Für den Immobilieninteressenten ist es jedoch häufig schwer, seriöse und gut qualifizierte Dienstleister von schwarzen Schafen zu unterscheiden. Die folgende Checkliste hilft Ihnen bei der Auswahl eines guten Immobilienmaklers:

  • Marktkenntnis: Professionelle Immobilienmakler kennen den Markt vor Ort. Sie informieren über Preise, Mieten und Marktentwicklungen und stehen bereits im Vorfeld mit Sachkenntnis bei der Bewertung der Immobilie zur Verfügung. Sie kennen Angebot und Nachfrage des jeweiligen Immobiliensegments und betreuen Käufer und Verkäufer mit transparenten Informationen rund um das Grundstücksgeschäft. Außerdem besorgen professionelle Makler alle für den Verkauf notwendigen Dokumente.

  • Qualifikation: Für das Berufsbild des Immobilienmaklers gibt es in Deutschland nach wie vor nur geringe gesetzliche Voraussetzungen. Die Bezeichnung Makler ist nicht geschützt. Ein wichtiger Qualitätsnachweis für Makler ist die Mitgliedschaft in einem Berufsverband wie dem Immobilienverband IVD. Der Kunde sollte keine Scheu davor haben, den Makler nach seiner Aus- und Weiterbildung zu fragen. Seriöse Makler geben darüber bereitwillig Auskunft. Ein Qualitätsmerkmal sind z.B. Berufsabschlüsse zum Immobilienkaufmann/Immobilienkauffrau, Betriebswirt Grundstücks- und Wohnungswesen oder Kaufmann/Kauffrau der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft. Der IVD z.B. verpflichtet seine Mitglieder, regelmäßig Schulungen und Seminare zu besuchen, um auf dem aktuellen Wissensstand rund um die Immobilie zu sein. Jedes Verbandsmitglied muss eine umfassende Aufnahmeprüfung bestehen, in der das notwendige immobilienwirtschaftliche Wissen überprüft wird.

  • Spezialisierung: Immobilienkäufer sollten bei der Auswahl eines Maklers auf eine Spezialisierung achten. Diese gibt häufig einen wichtigen Hinweis auf die Expertise des Maklers. In Großstädten sollten professionelle Makler auf bestimmte Objekte bzw. Nutzungsarten spezialisiert sein. Makler im ländlichen Raum sollten dagegen einen klaren regionalen Fokus haben. Abzuraten ist von Alleskönnern.

  • Referenzen: Kompetente Makler verfügen über eine umfassende Ausbildung und über mehrjährige praktische Erfahrung. Jeder professionelle Makler wird daher Referenzen seiner bisherigen Tätigkeit – also erfolgreich vermittelte Objekte und zufriedene Kunden – vorweisen können. Um herauszufinden, wie die bisherigen Kunden die Leistungen des Maklers beurteilen, kann sich der neue Kunde deren Adressen geben lassen und sich bei diesen erkundigen.

  • Transparenz der Leistungen: Professionelle Makler legen ihr Leistungsspektrum dar und informieren über ihren Aufwand und das Honorar. Sie erbringen eine Beratungsleistung und informieren Verkäufer regelmäßig über die Maßnahmen, die zur Vermarktung ihrer Immobilie realisiert werden. Darunter fallen beispielsweise die Zahl der verschickten Exposés und die durchgeführten Besichtigungstermine sowie verschiedene Marketingaktivitäten.

  • Schriftliche Vereinbarungen: Der IVD empfiehlt, dass alle Vereinbarungen zwischen dem Kunden und dem Immobilienmakler – auch über die Höhe der Provision – schriftlich festgehalten werden. In einem Maklervertrag mit dem Verkäufer werden neben seinen Dienstleistungen auch die Vertragslaufzeit, ggf. die Provisionshöhe bei einer erfolgreichen Vermittlung sowie die Auflösungsmodalitäten fixiert. Achtung: Die Provision ist ein erfolgsabhängiges Honorar, das nur am Ende einer erfolgreichen Vermittlung der Immobilie an den Immobilienmakler gezahlt wird.

  • Haftpflicht: Der Makler sollte über eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung verfügen. Auch qualifizierte Makler sind nämlich nicht vor Fehlern gefeit. Im Ernstfall kann etwa ein übersehener Zahlendreher finanzielle Folgen erheblichen Ausmaßes haben. Professionelle Makler sichern daher sich und damit ihre Kunden vor möglichen Schäden aufgrund einer Panne, eines Irrtums oder eines Versehens ab. Die im IVD organisierten Makler sind z.B. verpflichtet, eine solche Versicherung abzuschließen.

  • Individuelle Beratung: Ein professionell arbeitender Makler spricht mit dem Kunden intensiv über dessen persönliche Wünsche und Bedürfnisse sowie seine wirtschaftliche Situation, ehe er einen ersten Vorschlag macht. Er wird alle Einwände des Kunden ernst nehmen und ihn von sich aus vor Risiken warnen. Auf keinen Fall wird er Vorauszahlungen verlangen. Wer eine Immobilie verkaufen oder kaufen will, sollte sich genau beschreiben lassen, wie der Makler vorzugehen gedenkt und welche Aktivitäten er im Detail plant. Ein guter Makler ist in der Lage, ein genaues Bild der Marktlage zu geben. Er wird seine Aufgabe, die infrage kommenden Zeiträume für die Abwicklung aller Formalitäten und den voraussichtlichen Aufwand klar benennen.

  • Taxierung des richtigen Verkaufspreises: Jede Immobilie ist einmalig und deshalb ist es nicht einfach, ihren Wert festzulegen. Neben der Lage fließen bei der Wertermittlung der Gebäudezustand, das Baujahr und eventuelle Sanierungsstaus ein. Versierte Makler nehmen sich für diese Prüfung ausreichend Zeit. Viele bieten zudem an, einen Gebäude-Energieausweis auszustellen, der beim Verkauf bzw. der Vermietung seit einigen Jahren vorgeschrieben ist.

  • Beratung ohne Zeitdruck: Ein seriöser Makler ist bereit, sich für das Anliegen seiner Kunden Zeit zu nehmen und sie nicht nur mit einigen Adressen abzuspeisen. Er wird niemals auf einen Vertragsabschluss unter Zeitdruck hinarbeiten, sondern dem Kunden eine ausführliche Prüfung des Angebots gestatten. Gegen die Einbeziehung externer Hilfe, beispielsweise eines Sachverständigen oder Rechtsanwalts, wird ein seriöser Makler nichts einwenden.

Quelle: "Der GeldBerater", Dezember 2013

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