Vermieterbescheinigung wieder eingeführt

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Die Vermieterbescheinigung kehrt zurück: Ab 1.11.2015 müssen Vermieter ihren Mietern wieder den Ein- und Auszug bestätigen.

Durch eine Änderung von § 9 des Bundesmeldegesetzes wird die im Jahr 2002 abgeschaffte Vermieterbescheinigung (offiziell Wohnungsgeberbestätigung genannt) wieder eingeführt.

Danach muss der Vermieter künftig wieder die An- oder Abmeldung seiner neuen bzw. alten Mieter (meldepflichtige Personen bzw. Wohnungsnehmer) dem zuständigen Einwohnermeldeamt gegenüber bestätigen. Musterformulare für diese Wohnungsgeberbestätigung finden Vermieter im Internet beispielsweise auf der Homepage der Gemeinde, in der sie oder ihre Mieter wohnen.

Zwar beschert diese Änderung Vermietern und Mietern ein bisschen mehr Bürokratie. Dafür sollten aber insbesondere Vermieter eher dankbar sein, da sie nun von ihrem Einwohnermeldeamt auf Anfrage auch Auskunft darüber bekommen, wie viele Personen in ihren Mietobjekten gemeldet sind.

Für Rechtsanwälte, Gerichte, Versicherungen und andere Meldeämter wird es einfacher, gesuchte Personen unter den Mietern ausfindig zu machen. Das sind beispielsweise Personen, die wegen Unterhaltspflicht oder wegen unberechtigter Transferleistungen (z.B. Hartz IV) gesucht werden, sowie untergetauchte Kriminelle.

Zurzeit gibt es noch viele Mieter, die sich bei den Einwohnermeldeämtern zwar angemeldet, aber nach dem Auszug nicht abgemeldet haben. Außerdem schlummern viele Scheinanmeldungen in den Statistiken der Einwohnermeldeämtern.

Angesichts dieser Tatsache nimmt es nicht wunder, dass veröffentlichte Zahlen über die Anzahl von Wohnungsinhabern und Mietern häufig mit der Wirklichkeit nicht übereinstimmen. Mit der Wiedereinführung der Vermieterbescheinigung sollten die Statistiken der Städte künftig zuverlässiger werden.

Sind Sie Vermieter, füllen Sie die Vermieterbescheinigung (Wohnungsgeberbestätigung) nach Ein- oder Auszug Ihrer Mieter möglichst umgehend aus. Sie erleichtern den Einwohnermeldeämtern ihre Arbeit. Wenn Vermieter die Bescheinigung nicht innerhalb von zwei Wochen ausstellen, droht ihnen ein Bußgeld von 1.000 €.

Ein noch höheres Bußgeld kann verhängt werden, wenn Vermietern nachgewiesen wird, dass sie eine Gefälligkeitsbescheinigung ausgestellt haben, der angegebene Mieter also gar nicht eingezogen ist. Das zu verhindern, ist der eigentliche Zweck des neuen Meldegesetzes: Dem Missbrauch von Adressen soll entgegengewirkt werden. Mit gefälschten Adressen könnten beispielsweise Gläubiger getäuscht und Terroristen ein falscher Wohnsitz beschafft werden.

Weitere geldwerte Tipps lesen Sie in unserem Ratgeber Vermietung: Mietverhältnisse richtig beginnen, organisieren und beenden.

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