Vermieter können Arbeitszimmer begrenzt steuerlich absetzen

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Bis zu 1.250 € der jährlichen Kosten für ein Arbeitszimmer erkennt das Finanzamt bei Vermietern an.

Die Kosten für ein häusliches oder angemietetes Arbeitszimmer könnten sogar in vollem Umfang abgesetzt werden, wenn das Arbeitszimmer den Mittelpunkt der beruflichen oder betrieblichen Tätigkeit bilden würde. Doch bei Vermietern ist das laut Finanzgericht nicht der Fall.

Arbeitszimmer ist bei Vermietern nicht Mittelpunkt

Bei Vermietern liegt die Sache deshalb anders, weil die Einkünfte aus der vermieteten Immobilie kommen und nicht aus dem, was Sie im Arbeitszimmer tun. Folglich kann es auch nicht Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit sein. Das stellte das Finanzgericht Münster fest (Az. 10 K 645/08 E).

Der Fall: Ein Ehepaar vermietete insgesamt vier Mietshäuser mit elf Wohnungen und sechs Garagen. Für die Verwaltung nutzen sie einen Kellerraum, der vom Treppenhaus und durch eine Tür von außen zugänglich war und von dem aus die Toiletten und die Sauna des Hauses betreten werden konnten. Die Kosten für diesen Raum, insgesamt 6.678,43 €, wollte das Paar in vollem Umfang als Arbeitszimmer von der Steuer absetzen.

Das Finanzamt erkannte jedoch nur 1.250 € an – den Deckelbetrag für häusliche Arbeitszimmer, die nicht den Mittelpunkt der gesamten beruflichen und betrieblichen Tätigkeit bilden.

Dagegen zog das Ehepaar vor Gericht und unterlag. Bei Vermietern bilde das Arbeitszimmer grundsätzlich nicht den Mittelpunkt der beruflichen und betrieblichen Tätigkeit. Wesentliche Betätigungen eines Vermieters, so die Richter, übe er außerhalb des Arbeitszimmers, sprich in den vermieteten Immobilien, aus. Dazu gehörte etwa die Suche nach neuen Mietern. Oder die Besichtigung der Mietobjekte wegen anstehenden Reparaturen und Renovierungen. Oder die Beauftragung und Überwachung von Handwerkern.

Fazit: Das häusliche Arbeitszimmer ist zwar absetzbar, aber nur mit maximal 1.250 € im Jahr.

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