Sie Schwein!

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Solch eine Beleidigung gegen den Vermieter kann zur fristlosen Wohnungskündigung führen.

Vermieter müssen sich nicht alles gefallen lassen. In München belegte ein Mieter seinen Vermieter mit den drastischen Worten Sie sind ein Schwein. Darauf folgte die fristlose Kündigung durch den Vermieter. Da der Mieter nach der fristlosen Kündigung nicht auszog, erhob der Vermieter Räumungsklage.

Das Amtsgericht München urteilte am 9.8.2013, dass der Mieter die Wohnung räumen müsse (Az. 4112 C 8027/13). Begründung: Solch eine Provokation muss sich laut Gericht niemand bieten lassen. Erschwerend kam im Streitfall hinzu, dass sich der Mieter für seine Beleidigung nicht entschuldigte und in seiner Klageerwiderung auch noch ausführte, dass der Vermieter wie gedruckt lüge.

Mit Beleidigungen wie Sie sind ein Schwein oder falschen Behauptungen wie Sie lügen wie gedruckt tun sich Mieter keinen Gefallen. Insbesondere in München geht der Schuss dann möglicherweise nach hinten los, wenn dem Mieter die fristlose Kündigung ins Haus flattert und er die gemietete Wohnung verlassen muss. Eine vergleichbare Mietwohnung zu finden, ist bekanntlich gerade in München besonders schwer.

Arschloch muss sich kein Vermieter gefallen lassen

Ob eine vom Mieter ausgesprochene Beschimpfung eine fristlose Wohnungskündigung rechtfertigt, hängt von den Umständen des Einzelfalls und von der Schwere der Beleidigung ab. Eine Äußerungen wie Du kannst mich am Arsch lecken, du verrücktes Arschloch wurde vom Landgericht Köln in seinem Urteil vom 21.1.1993 dafür als schwerwiegend genug erachtet (Az. 1 S 365/92)

Ebenfalls darf der Vermieter fristlos kündigen, wenn ihn der Mieter als promovierten Arsch bezeichnet. Das Amtsgericht München sah darin eine grobe Beleidigung, die die Vertrauensgrundlage schwerwiegend erschüttert. Der in demselben Haus lebende Mieter hatte sich für seine Entgleisung nicht entschuldigt (Amtsgericht München, Urteil vom 28.11.2014, Az. 474 C 18543/14).

Selbst Lästern und Lügen über den Vermieter kann die Wohnung kosten

Auch ehrverletzende Äußerungen können eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Ein Vermieter kündigte seiner Mieterin fristlos. Er warf ihr vor, sich im September 2014 gegenüber anderen Mietern in seinem Münchner Haus abfällig über ihn geäußert zu haben. Sie hatte ihn als geldgierig bezeichnet, er zocke die Mieter ab. Außerdem hatte sie behauptet, er habe sie bei einem Besuch in der Wohnung sexuell belästigt. Es kam zum Räumungsprozess, weil die Frau nicht freiwillig ausziehen wollte.

Vor dem Amtsgericht München bekam der Vermieter Recht. Die anderen Mieter des Hauses bestätigten seine Aussagen. Zudem kam heraus, dass die beklagte Mieterin wohl versucht hatte, die Mitbewohner zu beeinflussen. Diese sollten sich mit dem Vermieter wegen einer Betriebskostenabrechnung streiten. Sie hatte dazu ein Schreiben aufgesetzt, mit dem sie andere Mieter nicht nur vom Fehlverhalten des Vermieters überzeugen wollte, die anderen Mieter sollten sich mit ihrer Unterschrift dem Schreiben anschließen.

Dieses Verhalten ging nach Ansicht des zuständigen Amtsrichters zu weit, zumal der Vermieter die Mieterin nicht provoziert oder sich falsch verhalten hatte. Die Frau habe vielmehr ohne Anlass ihre falschen Behauptungen gegenüber den Mitmietern aufgestellt. Die fristlose Kündigung war deshalb gerechtfertigt (Amtsgericht München, Urteil vom 19.3.2015, Az. 412 C 29251/14).

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