Das soll sich für Mieter und Vermieter ändern

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Das "Paket für bezahlbares Bauen und Wohnen", das in den Verhandlungen zwischen CDU/CSU und SPD über eine große Regierungskoalition verabschiedet wurde, enthält mögliche Neuregelungen zu Maklerkosten, Mieterhöhungen, Sanierungen und Steuerabschreibungen.

Bei den Maklergebühren soll künftig der Grundsatz gelten: Wer bestellt, der bezahlt. Der Maklerverband IVD lehnt dieses Bestellerprinzip, das Mieter künftig von Courtage-Forderungen des Maklers freistellt, entschieden ab, weil damit die Vertragsfreiheit beim Maklervertrag abgeschafft würde. Dagegen meint der Deutsche Mieterbund, das Bestellerprinzip sei überfällig. Wenn ein Vermieter einen Makler zur Auswahl eines Mieters engagiere, müsse er die fällige Provision auch selbst bezahlen und nicht, wie heute üblich, der Mieter. Freilich kann auch der Mieter einen Makler beauftragen. Dann muss natürlich er die Courtage bezahlen, die zurzeit bis zu 2,38 Nettokaltmieten beträgt.

Denkbar ist auch, dass sich künftig Mieter und Vermieter die Maklergebühren teilen. Freie Vertragsgestaltungen bleiben auch bei der vorgesehenen Neuregelung möglich. Prinzipiell wird aber künftig gelten, dass derjenige, der den Makler zuerst kontaktiert, diesen auch bezahlt - und das ist meistens der Vermieter. Bislang regelt der Markt, wer die Makler-Provision bezahlt. In bestimmten Regionen in Nordhessen, im Ruhrgebiet und in Niedersachsen zahlt der Vermieter die Courtage, um seine Wohnung vermieten zu können. In Ballungsgebieten mit Wohnungsknappheit muss bislang der Mieter den Makler bezahlen.

Mietpreisbremse

Bei Wiedervermietungen soll die Mieterhöhung auf maximal 10 % über der örtlichen Vergleichsmiete begrenzt werden. Bei bestehenden Mietverträgen darf künftig nur innerhalb von vier statt bislang drei Jahren die Miete um höchstens 15 % erhöht werden. Die Mietpreisbremse soll von den Bundesländern für bestimmte Regionen mit angespannten Wohnungsmärkten beschlossen werden können.

Kostenumlage für energetische Sanierung

Die Mieter dürfen künftig nur noch zu 10 % an den Kosten für energetische Modernisierungen beteiligt werden. Zurzeit können die Vermieter bis zu 11 % der Sanierungskosten an die Mieter weitergeben.

Degressive Abschreibung

Die vor wenigen Jahren abgeschaffte schnelle Steuerabschreibung soll wieder eingeführt werden. Die degressive Abschreibung ermöglicht in den ersten Jahren nach der Fertigstellung oder dem Erwerb einer vermieteten Immobilie hohe Steuerersparnisse, die allerdings nach kurzer Zeit auslaufen. Mieterverbände warnen vor noch schneller steigenden Grundstücks-, Bau- und Mietpreisen als Folge der größeren Steuerförderung.

Weitere Informationen zu den Plänen der großen Koalition lesen Sie in folgenden Geldtipps-Beiträgen:

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