Bürger setzen auf das Eigenheim

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Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Banken beläuft sich das Bruttovermögen der Deutschen auf zehn Billionen Euro. Die Masse des Vermögens ist in Immobilien angelegt.

Das Bruttovermögen der Bundesbürger hat sich nach Berechnungen des Bundesverbands deutscher Banken e.V. (Bankenverband) zuletzt der Marke von zehn Billionen Euro genähert, wobei Sachwerte wie etwa Kunstsammlungen oder Schmuck nicht eingerechnet wurden.

Insgesamt wurde aus den Haushaltsbefragungen ein Immobilienvermögen von 5,024 Billionen Euro hochgerechnet. Dem stehen Schätzungen des Statistischen Bundesamtes und der Bundesbank von 5,197 Billionen Euro für Wohnbauten und Bauland gegenüber.

Acht Billionen Euro Nettovermögen

Das Geldvermögen, bestehend aus Bargeld, Vermögensansprüchen gegenüber Versicherungen und Banken, beläuft sich dagegen auf 4,7 Billionen Euro. Im Gegensatz dazu haben die Privathaushalte in Deutschland insgesamt rund 1,5 Billionen Euro Kreditschulden.

Wenn man die Kreditschulden in Abzug zum Gesamtvermögen bringe, verbleibe den Deutschen immer noch ein beachtliches Nettovermögen von weit über acht Billionen Euro, teilte der Bankenverband mit. Knapp zwei Drittel der Schulden wurden für die Immobilienfinanzierung aufgenommen.

Das Nettogeldvermögen der privaten Haushalte erreichte Ende September 2011 ein Volumen von gut 3,1 Billionen Euro, wie die Bundesbank errechnete. Bargeld und Einlagen machten gut 1,9 Billionen Euro aus. Die Anlagen in Aktien sanken auf noch rund 207 Milliarden Euro.

Rund 45 Prozent der Haushalte besitzen Immobilien

Die Bundesbank veröffentlichte zudem in ihrem jüngsten Monatsbericht erste Auswertungen einer repräsentativen Haushaltsbefragung zur Vermögens- und Finanzlage der Deutschen. Solche Umfragen sollen jetzt regelmäßig in allen Euro-Ländern vorgenommen werden, um einen tieferen Einblick in die Vermögensverteilung zu bekommen und auch Insolvenzrisiken besser abschätzen zu können.

Der Umfrage unter 3.565 Haushalten zufolge hatten 44,9 Prozent Immobilieneigentum. Von den Haushalten verfügten zugleich 39,7 Prozent über Eigentum am Hauptwohnsitz. Der Wert der Immobilien lag im Mittel bei insgesamt 297.400 €.

Insgesamt 23 Prozent der Haushalte, die den Hauptwohnsitz ihr Eigen nennen, haben ihn geerbt oder geschenkt bekommen. „Dies zeigt die große Bedeutung intergenerationaler Transfers für die Vermögensverteilung“, heißt es in der Analyse weiter.

Unterschiede bei der Verteilung der Immobilienwerte

Die Verteilung des Immobilienvermögens fällt jedoch unterschiedlich aus. Selbstständige haben ein Immobilienvermögen von rund 504.000 €, Beamte von 288.000 €, Rentner von 264.000 €, Angestellte von knapp 302.000 €, Arbeiter von 182.000 € und Arbeitslose von rund 86.000 €.

Auch bezogen auf das Nettoeinkommen je Haushalt gibt es Unterschiede. So besitzen Haushalte mit einem Monatsnettoeinkommen über 7.500 € Vermögenswerte bei Immobilien von gut 914.000 €, während es nur 262.000 € bei den Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen von 2.000 bis 3.200 € sind.

Die Zahlen zeigen, dass der Verlust des Eigenheims für die meisten ein finanzielles Desaster bedeuten würde, da der vorhandene Immobilienwert bei vielen um einiges höher ist als ihr Geldvermögen. Ein Ersatz aus eigener Tasche ist für viele daher nicht möglich.

Absicherung der Immobilie

Deswegen ist es wichtig, die eigenen vier Wände vor allem gegen die Risiken abzusichern, die einen hohen Schaden bis hin zum Komplettverlust der Immobilie verursachen könnten.

Eine Wohngebäude-Versicherung ersetzt beispielsweise Schäden, die durch Brand, Sturm, Hagel oder durch bestimmungswidrig ausgetretenes Leitungswasser, beispielsweise nach einem Rohrbruch, an der Immobilie entstanden sind.

Auch sogenannte Elementarschäden, also zum Beispiel Schäden, die durch Überschwemmung, Rückstau, Erdbeben, Erdsenkung, Erdrutsch oder Schneelast verursacht wurden, können den Immobilienwert erreichen. Diese Elementarrisiken lassen sich bei den meisten Wohngebäude-Policen gegen einen kleinen Aufpreis miteinschließen.

Eigene Fehler als Existenzrisiko

Grundsätzlich sollte jeder Schutz über eine Privathaftpflicht-Versicherung haben. Denn jeder haftet laut Paragraf 823 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) für den Schaden, den er beispielsweise als Fußgänger oder Fahrradfahrer beziehungsweise im sonstigen Lebensalltag angerichtet hat – und zwar in unbegrenzter Höhe. Eine entsprechende private Haftpflichtversicherung übernimmt jedoch den Schaden eines Dritten, der durch das eigene, fahrlässige Verschulden verursacht wurde, wehrt aber auch unberechtigte Ansprüche ab.

Besitzer von selbst genutzten Einfamilienhäusern können sich freuen, denn in der Privathaftpflicht-Police sind in der Regel auch Schäden versichert, die durch ein fahrlässiges Verhalten als Gebäudebesitzer verursacht werden.

Ein solches Verhalten wäre beispielsweise die vergessene Streupflicht. Stürzt ein Passant auf dem nicht gestreuten Gehweg eines Hauses und verletzt sich dadurch, könnte dieser Schadenersatz beim Immobilienbesitzer fordern. Die Privathaftpflicht-Versicherung würde dann für den entstandenen Schaden aufkommen. Wer eine vermietete Immobilie oder ein Mehrfamilienhaus hat, kann dieses Risiko mithilfe einer Gebäudehaftpflicht-Versicherung abdecken.

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