Reicht mein Geld fürs eigene Haus?

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In Zeiten niedriger Zinsen gibt es keine Alternative zu Sachanlagen, wie z.B. Immobilien. Doch vor dem Kauf einer Wohnung oder eines Hauses stehen drei Fragen und eine Rechenaufgabe.

Ein Haus zu kaufen, ist ein großer Schritt, der gut überlegt sein will. Vor allem müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: ausreichendes Eigenkapital und ein dauerhaftes Einkommen, um Zins und Tilgung über zwei Jahrzehnte zahlen zu können.

Frage 1: Wie ist meine Finanzlage?

Vor der Suche nach einem geeigneten Objekt steht der Kassensturz. Finanziell ist ein Hauskauf bei einem Eigenkapital von mindestens 20-30 % des Kaufpreises möglich. Je mehr Eigenkapital Sie aufbringen können, desto geringer ist die Kreditsumme.

Rund 10 % des Kaufpreises betragen die Kaufnebenkosten für Makler, Notar, Steuern und Gebühren. Diese Kosten müssen Sie ebenfalls aus Ihrem Ersparten bezahlen.

Um herauszufinden, ob Sie über genügend Einkünfte verfügen, müssen Sie eine genaue Haushaltsrechnung mit sämtlichen Einnahmen und Ausgaben erstellen. So sehen Sie, wie viel Geld Ihnen monatlich für die Raten eines Hauskaufkredits zur Verfügung steht.

Überlegen Sie zudem, wie sicher Ihr Job ist, und wie Sie im Falle eines längeren Verdienstausfalls den Kredit bedienen könnten.

Verlassen Sie sich bei Ihren Kalkulationen nicht auf die Gleichung Miete gleich Rate. Das geht meist nicht auf. Wenn Sie den Hauskauf zur Eigennutzung planen, kommt zur monatlichen Kreditrate noch die Betriebskosten hinzu: Energieversorgung, Grundsteuer, Gebäudeversicherungen, Müllabfuhr, Abwasser. Je nach baulichem Zustand, Personenzahl und Lebensgewohnheiten (Baden statt Duschen, hoher Wärmebedarf usw.) betragen die monatlichen Nebenkosten bei einem Haus zwischen 2,50 € und drei Euro pro Quadratmeter Wohnfläche.

Weiterhin haben Sie als Hausbesitzer Kosten für Reparaturen selbst zu tragen. Hierfür sollte eine Instandhaltungsrücklage gebildet werden, wie Sie bei Eigentumswohnungen üblich ist. Ein monatlicher Betrag von 0,50 € pro Quadratmeter wird für die Instandhaltungsrücklage von Experten empfohlen.

Umfassende Informationen zum Thema Immobilienfinanzierung lesen Sie in unserem Ratgeber Immobilienfinanzierung: Wer sich auskennt, spart Geld.

Frage 2: Wo will ich leben?

Überlegen Sie, ob Sie für lange Zeit in der gewählten Region leben möchten. Wie sieht Ihre berufliche Situation aus? Steht eventuell eine Veränderung oder ein Ortswechsel bevor? Bei einem Umzug kann ein Haus ein Hindernis sein. Eventuell müssen Sie mit großem Wertverlust verkaufen.

Die Lage eines Hauses ist unveränderlich, nicht aber das Umfeld. Bevor Sie sich für den Kauf eines Hauses entscheiden, erfragen Sie beim Bauamt oder Amt für Stadtentwicklung Baupläne für die Nachbarschaft. Straßenbauliche Veränderungen, die Einrichtung eines Gewerbegebiets oder eines Sanierungsgebiets verändern das Wohnumfeld.

Frage 3: Wie finde ich das passende Haus?

Auf Internetportalen für Immobilien informieren Sie sich über passende Angebote. Lesen Sie regelmäßig die Immobilienseiten der lokalen und regionalen Tageszeitungen. Lassen Sie Ihren Bekanntenkreis wissen, dass Sie ein Haus zum Kauf suchen.

Sie sollten unbedingt verschiedene Objekte besichtigen. Schauen Sie sich die Umgebung an und achten Sie auf Lärm und Gerüche. Erforschen Sie die Infrastruktur: Liegen Schulen, Kindergärten, Freizeitangebote und Einkaufsmöglichkeiten in akzeptabler Entfernung? Wie ist die Parkplatzsituation? Unterhalten Sie sich mit den Bewohnern in der Nachbarschaft. Diese haben oft wertvolle Informationen, und man lernt sich kennen.

Vereinbaren Sie Termine bei Tageslicht, dann sehen Sie Mängel, Schäden und Grundstückszustand besser als bei elektrischer Beleuchtung. Achten Sie auf den Zustand von Fassade, Dach und Dachboden sowie Kellerräumen und Fenstern. Nehmen Sie einen Fotoapparat mit.

Dem Exposé des Hauses entnehmen Sie bereits viele Angaben, aber nicht alle. Erstellen Sie einen Fragenkatalog. Auf diese Liste gehören Fragen nach

  • durchgeführten Renovierungen und Sanierungen,

  • Alter und Art der Heizungsanlage,

  • Dämmung und Energieausweis,

  • Beschaffenheit der Fenster und des Dachs,

  • Grundriss mit Einzeichnung tragender Wände für eventuellen Umbau,

  • Lichteinfall, Himmelsrichtungen,

  • Betriebskostenabrechnungen,

  • Grund des Verkaufs und Dauer des Leerstands,

  • verbleibenden Einbauten wie Küche oder Schränke.

Rechenaufgabe: So ermitteln Sie Ihre monatliche Belastung

Wenn Sie den Preis Ihres Traumhauses kennen, können Sie anfangen, konkret zu rechnen. Ziehen Sie vom Preis Ihr Eigenkapital ab und multiplizieren Sie das Ergebnis mit dem Jahressatz für Zins und Tilgung. Nehmen Sie dabei vorläufig jeweils 3 % an. Teilen Sie das Ergebnis durch 12.

Beispiel:

Beispiel: 150.000 € - 30.000 € = 120.000 € x 6 % = 7.200 € ./. 12 = 600 €. Wenn Sie regelmäßig mehr Geld zur freien Verfügung haben, können Sie einen höheren Tilgungssatz wählen. Empfehlenswert sind derzeit 4 % Tilgung im Jahr. Dann sind Sie in etwa 19 Jahren am Ziel.

Holen Sie sich Finanzierungsangebote verschiedener Kreditinstitute ein und vergleichen Sie diese in Ruhe. Informieren Sie sich bei der Bank und der Gemeinde über Fördermöglichkeiten (Wohn-Riester, KfW-Kredite, kommunale Programme).

Checkliste: So gehen Sie beim Hauskauf vor

  • Vermögensaufstellung,

  • Aufstellung aller Einnahmen und Ausgaben,

  • passende Immobilien suchen,

  • Fragenkatalog erstellen,

  • infrage kommende Objekte besichtigen,

  • Baupläne der Stadt einsehen,

  • Preisverhandlungen führen,

  • Finanzierungsangebote einholen.

Quelle: Immonet

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