Debeka-Bausparkasse lädt zum Vertragswechsel ein: Lockangebot mit 5 % Zins lohnt sich aber nicht

Debeka-Bausparkasse lädt zum Vertragswechsel ein: Lockangebot mit 5 % Zins lohnt sich aber nicht

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Den Bausparkassen sind die Rendite-Bausparer nicht mehr geheuer. Sie kündigen zu Recht den Bausparern, wenn diese auch nach Erreichen der Bausparsumme noch weiter einzahlen.

Auch wer zehn Jahre nach Zuteilungsreife das Bauspardarlehen nicht in Anspruch genommen hat, muss mit einer Kündigung seines Bausparvertrags rechnen. Ob das rechtens ist, wird nächstes Jahr der Bundesgerichtshof entscheiden.

Angebote zum vorzeitigen Ausstieg und Vertragswechsel

Nun gibt es aber Bausparer, die den Zehn-Jahres-Zeitraum seit Zuteilungsreife noch längst nicht erreicht haben, geschweige denn die Bausparsumme. Dieser Gruppe von Bausparern machen einige Bausparkassen einen vorzeitigen Ausstieg mit scheinbar verlockenden Angeboten schmackhaft.

Gehen die Bausparer darauf ein, ist das gut für die Bausparkassen und fast immer schlecht für die Bausparer. Diese tauschen einen langfristigen, gut verzinslichen Bausparvertrag beispielsweise in ein kurzfristiges Entnahmedepot über nur zwei bis fünf Jahre. Selbst wenn ein hoher Zins von 5% p.a. bei einer Auszahlung des Bausparguthabens über zwei Jahre kassiert wird, ist dieser Entnahmeplan mit 5% Zins p.a. über zwei Jahre allemal einem langfristigen Bausparplan mit 3% p.a. Zins hoffnungslos unterlegen.

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Praxisfall: 3,6% Rendite p.a. über 19 Jahre besser als 5% Zins p.a. über nur zwei Jahre

Folgender Originalfall liegt Geldtipps.de vor: Im Jahr 2013 schloss ein Bausparer-Ehepaar einen Bausparvertrag nach dem Tarif BS 1 der Debeka ab. Die Bausparsumme liegt bei 100.000 Euro und der jährliche Bausparbeitrag bei 3.600 Euro. Der Basiszins macht 3% p.a. aus und erhöht sich nachträglich auf 3,6% p.a. nach einer Vertragslaufzeit von zwölf Jahren und nach Erreichen der entsprechenden Bewertungszahl.

Das Ehepaar, das sich über die wohnwirtschaftliche Verwendung der Bausparmittel noch nicht im Klaren ist, hat sich mal ausrechnen lassen, wann es die Bausparsumme inklusive 3,6% p.a. Bonuszins und Zinseszins erreicht hat. Im Jahr 2022 läge das Bausparguthaben bei 99.259 Euro und damit nur knapp unter der Bausparsumme. Von diesen 99.259 Euro entfallen 68.400 Euro auf die Summe der Bausparbeiträge und 30.859 Euro auf Zinsen und Zinseszinsen. Es ist schwer vorstellbar, dass es heute noch ein solch sicheres und zinsattraktives Angebot gibt.

Debeka argumentiert mit zweckentfremdetem Sparverhalten

Auf den Zinsturbo von 5% p.a. bei Entnahme des bisherigen Bausparguthabens über zwei Jahre ging das Ehepaar lieber nicht ein. Dabei handelt es sich um ein Lockangebot, um treue Bausparer loszuwerden. Debeka-Sprecher Christian Arns, Leiter der externen Kommunikation, hält das Sonderangebot nicht für eine Mogelpackung. Man biete den Kunden mit dem Debeka-Entnahmedepot und Auszahlungen über zwei bis fünf Jahre alternative Verwendungsmöglichkeiten, zum Beispiel für Leasingraten beim Autokauf. Im Geschäftsbericht 2015 der Debeka wird jedoch Klartext geredet. "Auch die Debeka Bausparkasse kann sich der andauernden Niedrigzinsphase nicht entziehen, welche sich insbesondere in einem zweckentfremdeten Sparverhalten der Altanleger niederschlägt", heißt es auf Seite 18. Und weiter: "Die Vermeidung zweckentfremdeten Sparverhaltens" soll einen Schwerpunkt unter den Gegenmaßnahmen bilden. "Hierbei werden den Kunden attraktive Alternativanlagen aufgezeigt", so der Originalton im Debeka-Geschäftsbericht 2015.

Zweckentfremdetes Sparverhalten der Altanleger? Das Bausparer-Ehepaar mit Abschluss eines Bausparvertrags über 100.000 Euro vor vier Jahren fühlt sich damit nicht angesprochen. Schließlich will es sich die Aussicht auf Zuteilung des Bausparvertrags und die Verwendung der Bausparmittel für Bau, Kauf oder Modernisierung eines Eigenheims weiter erhalten. Das ihnen per Brief unterbreitete Angebot zur Entnahme des Bausparguthabens hält es im Vergleich dazu nicht für eine attraktive Alternativanlage.

Machen Sie es wie dieses Bauspar-Ehepaar und lassen Sie sich nicht aus laufenden Bausparverträgen mit Guthabenzinsen von 3% p.a. und mehr herausdrängen!

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