Bausparer müssen Kündigung nicht hinnehmen

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Auch ein zuteilungsreifer Bausparvertrag kann nicht so einfach von der Bausparkasse gekündigt werden. Das Oberlandesgericht Stuttgart geht davon aus, dass der Vertrag fortzusetzen ist. Ein höchstrichterliches Urteil steht aber noch aus.

Im Jahr 1978 schloss Gisela Prelle mit der Bausparkasse Wüstenrot einen Sparvertrag mit einem Guthabenzinssatz von 3 % p.a. über umgerechnet knapp 20.500 € ab. Diese Summe wurde 1993 zuteilungsreif, doch die Sparerin nahm das Darlehen nicht in Anspruch und zahlte auch keine Sparraten mehr. Anfang 2015 kündigte Wüstenrot den übersparten Vertrag und wollte das angesammelte Guthaben von rund 15.000 € an die Kundin überweisen. Doch diese war damit nicht einverstanden und klagte gegen die Kündigung.

Gisela Prelle verlor zwar den ersten Prozess vor dem Landgericht, doch sie gab nicht auf. Am 30.3.2016 gab ihr der für Bankrecht zuständige neunte Zivilsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart Recht (Az. 9 U 171/15). Nach Ansicht der Richter besteht der Bausparvertrag weiter. Doch anders als andere Oberlandesgerichte ließ der vorsitzende Richter beim OLG Stuttgart die Revision durch den Bundesgerichtshof zu, weil es sich um eine Frage von grundsätzlicher Bedeutung handele.

Neue Hoffnung für Bausparer: Wenn Ihr Bausparvertrag gegen Ihren Willen gekündigt wurde, können Sie Widerspruch einlegen und notfalls unter Berufung auf das aktuelle Urteil gerichtlich klagen. Wertvolle Expertentipps lesen Sie in unserem Dossier Gut verzinste Bausparverträge: Wann darf die Bausparkasse kündigen?

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