Bausparen: Attraktiv durch Förderung und drei weitere Vorteile

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Bausparen hat vier Vorteile, aber auch einen Nachteil.

Zu den Vorteilen des Bausparens zählt die dreifache staatliche Förderung durch Wohnungsbauprämie, Arbeitnehmersparzulage und Wohn-Riester (Details dazu siehe unten).

Der größte Vorteil des Bausparens liegt freilich im günstigen Sollzinssatz in der Darlehensphase, der schon bei Vertragsabschluss festgelegt wird. Das schafft finanzielle Sicherheit, wenn man später einmal eine Immobilie bauen oder kaufen will.

Ein weiterer Vorteil ist die hohe Flexibilität in der Ansparphase. Zwar wird ein Regelsparbeitrag vereinbart, doch die Zahlungen können verringert oder erhöht werden. Auch Sonderzahlungen sind möglich.

Und: Das Bauspardarlehen kann im Grundbuch auch im zweiten Rang eingetragen werden. Dieser Vorteil gilt zumindest bis zu 80 % des Beleihungswerts, was in etwa 72 % des Kaufpreises entspricht.

Demgegenüber besteht ein großer Nachteil des Bausparens in der relativ hohen finanziellen Belastung in der Darlehensphase, die aufgrund des gewählten Bauspartarifs, der Besparung und der erreichten Bewertungszahl vorgegeben ist und nicht nach unten korrigiert, sondern nur nach oben angepasst werden kann. Daher ist eine möglichst genaue Planung der Gesamtfinanzierung ratsam.

Bausparen soll zum Bau bzw. Kauf einer Immobilie oder anderen wohnungswirtschaftlichen Verwendungen eingesetzt werden und ist kein klassisches Sparprodukt ohne feste Investitionsabsicht.

Wer nun nach Belieben sparen will, weil Bausparen als flexibel gilt, sollte mit Vorsicht zu Werke gehen, wenn er die Bausparsumme in absehbarer Zeit benötigt. Das Sparverhalten hat durchaus Einfluss auf die Bewertungszahl, und die Bewertungszahl hat gerade bei neueren Tarifen auch Bedeutung für die Tilgungsrate. Daher ist es ratsam, vor Veränderungen am Regelsparbeitrag bei der Bausparkasse abzuklären, wie sich dies auf den Vertrag und insbesondere die Zuteilung der Bausparsumme auswirkt.

Wohnungsbauprämie

Wohnungsbauprämie erhalten alle unbeschränkt Steuerpflichtigen ab dem 16. Lebensjahr, sofern bestimmte Einkommensgrenzen nicht überschritten werden. Die Einkommensobergrenzen liegen zurzeit bei einem zu versteuerndem Einkommen von 25.600,00 € für Singles und 51.200,00 € für Verheiratete. Das Bruttoeinkommen kann diesen Betrag also je nach persönlichen Voraussetzungen – hohe Werbungskosten, Kinderfreibetrag, Kosten für Krankenversicherung und Altersvorsorge – noch deutlich überschreiten.

Pro Kalenderjahr müssen mindestens 50,00 € eingezahlt werden, maximal werden Einzahlungen von 512,00 € für Singles und 1.024,00 € für Verheiratete gefördert. Die maximale Prämie ist dabei auf 8,8 % der Anlagesumme begrenzt. Die Wohnungsbauprämie beträgt dementsprechend maximal 45,06 € bzw. 90,11 € im Jahr. Die Wohnungsbauprämie muss jährlich bei der Bausparkasse beantragt werden. Sie wird auf einem separaten Konto geführt und, wenn die gesetzlichen Vorgaben wie z.B. Mindestlaufzeit von sieben Jahren erfüllt sind, dem Bausparkonto gutgeschrieben.

Bausparverträge können bereits für Personen ab sieben Jahren abgeschlossen werden. Hierzu sind jedoch die Unterschriften der beiden Erziehungsberechtigten notwendig. Ein Bausparvertrag gilt auch als beliebtes Geschenk von Großeltern oder Paten. Wohnungsbauprämie gibt es aber erst ab dem 16. Lebensjahr.

Arbeitnehmersparzulage

Die Arbeitnehmersparzulage ist eine staatliche Förderung für die Anlage von vermögenswirksamen Leistungen (VL) nach dem 5. Vermögensbildungsgesetz. U.a. können vermögenswirksame Leistungen auch für das Bausparen genutzt werden. Die Einkommensgrenze für den Erhalt von Arbeitnehmersparzulage beträgt für Singles 17.900,00 € und bei Verheirateten 35.800,00 € an zu versteuerndem Einkommen. Auch hier kann das Bruttoeinkommen diesen Betrag je nach persönlichen Voraussetzungen noch deutlich überschreiten.

Die Zahlung der Sparzulage erfolgt nach Abschluss der Besparung des VL-Tarifs, also nach sieben Jahren. Bei Bausparverträgen liegt der Zuschuss bei neun Prozent, der maximal förderfähige Sparbetrag bei 470,00 € pro Jahr. Dies bedeutet für Arbeitnehmer eine Sparzulage von höchstens 42,30 € pro Jahr. Sind beide Ehepartner Arbeitnehmer, so verdoppelt sich die Zulage.

Wohn-Riester

Eine weitere staatliche Förderung des Bausparens wurde mit der Riester-Rente geschaffen. Wer in einen Riester-Tarif einzahlt, erhält eine jährliche Grundzulage von 154,00 € plus eine Kinderzulage von 300,00 € für Sprösslinge, die ab 2008 geboren wurden, sonst 185,00 € pro Kind. Bei verheirateten Erwerbstätigen verdoppelt sich die Grundzulage. Wichtig: Alle Riester-Produkte unterliegen einer vollständigen Besteuerung in der Rentenphase.

Ein Riester-Bauspartarif lohnt sich nur, wenn später auch tatsächlich einmal eine Immobilie gebaut oder gekauft wird. Denn dann kommt der günstige Darlehenszins des Bauspardarlehens zum Tragen. Alternativ können Guthaben aus dem Riester-Vertrag direkt zur Entschuldung genutzt werden. Ansonsten lohnt Wohn-Riester wegen der niedrigen Guthabenverzinsung eher nicht.

Lesen Sie in unserem aktuellen Geldtipps-Dossier, wie Sie vorgehen können, wenn Ihnen Ihr Bausparvertrag gekündigt wurde:
Gut verzinste Bausparverträge: Wann darf die Bausparkasse kündigen?

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