Zusatz-Pflegevorsorge unbedingt nötig

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Die Pflegepflichtversicherung deckt nur einen Teil der Pflegekosten – ob ambulante oder stationäre Pflege, spielt keine große Rolle. Die Versorgungslücke kann je noch Pflegestufe zwischen 1000 Euro und 2000 Euro im Monat betragen. Private Vorsorge ist daher unerlässlich. Allerdings ist die Auswahl der richtigen Pflegezusatzversicherung nicht ganz einfach.


Zu unterscheiden sind drei Produktgruppen:

  • Pflegerentenversicherung,
  • Pflegekostenversicherung und
  • Pflegetagegeldversicherung.


Pflegerentenversicherung

Eine Pflegerentenversicherung zahlt eine monatliche Rente. Im Gegensatz zur Pflegetagegeld- oder Pflegekostenversicherung definieren die Rentenversicherer überwiegend eigene Kriterien, die "Aktivitäten des täglichen Lebens". Häufig findet sich auch die Abkürzung ADL (activities of daily living, die englische Bezeichnung für den gleichen Tatbestand). Diese Aktivitäten sind Bereiche, die ähnlich wie in der Pflegeversicherung geprüft werden und der Einstufung bei der Pflegepflichtversicherung ähneln.


Die Leistungen einer Pflegerentenversicherung sind in den einzelnen Pflegestufen sehr unterschiedlich. Vor allem in den Stufen I und II sind die Leistungen eher niedrig. Solche Policen sind wegen der erforderlichen Ansparung von Kapital für die Rentenzahlung relativ teuer. Ein Ausgleich erfolgt auf der Leistungsseite durch eine Gewinnbeteiligung. Diese ist allerdings nicht garantiert.

Tipp
Die oft als Ausgleich in Aussicht gestellte Gewinnbeteiligung ist nicht garantiert Im Falle der Kündigung einer solchen Versicherung steht aber wenigstens ein Rückkaufswert zur Verfügung.


Die Beiträge sind dauerhaft stabil und können bis auf einige im Gesetz definierte Ausnahmen nicht angepasst werden. Interessant ist für den einen oder anderen die Möglichkeit eines Einmalbeitrags, z.B. als Wiederanlage einer ablaufenden Lebensversicherung.


Demenz wird von einigen mitversichert. Allerdings erweist sich diese Erweiterung des Versicherungsschutzes nur in sehr seltenen Ausnahmefällen als Vorteil, da nur schwere oder schwerste Demenz versichert ist. Diese führt ohnehin fast immer zu einer Pflegebedürftigkeit.

Tipp
Wegen der eher unflexiblen Leistung, des hohen Preises und der nicht garantierten Gewinnbeteiligung sind Pflegerentenversicherungen für Sie eher zweite Wahl. Eine Überlegung wert sind solche Policen u.U. für solche Interessenten, die aus Alters- oder Gesundheitsgründen keine andere Pflegezusatzversicherung mehr abschließen können.

Pflegekostenversicherung

Eine Pflegkostenversicherung übernimmt nach Vorleistung durch andere Träger (gesetzliche oder private Pflegepflichtversicherung) verbleibende Restkosten. Der Leistungsumfang ist relativ schwer zu vergleichen, da die Versicherungsbedingungen praktisch das gesamte Leistungsspektrum der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung beschreiben.

Wenn Sie zwei Angebote vergleichen wollen, empfiehlt es sich, Beispiele für bestimmte Kosten heranzuziehen, etwa Einsatz eines Pflegediensts oder Aufwendungen für Hilfsmittel. Dann können Sie nachrechnen, was der jeweilige Tarif nach Vorleistung der Pflegepflichtversicherung übernimmt.
Die Leistungen sind nach oben begrenzt. Einige Tarife sehen auch schon eine Begrenzung der Einzelleistungspositionen vor. Kombinationen von Einzelpostenbegrenzung und Gesamtleistungsbegrenzung kommen auch vor.

Die gängigen Erstattungssätze sind 80 Prozent der Gesamtkosten, wenn nicht jede Einzelposition mit Obergrenzen versehen ist.

Pflegekostenversicherungen sind preiswert im Vergleich mit Pflegerenten- und Pflegetagegeldversicherungen. Sie sind eng an die tatsächlich anfallenden Kosten geknüpft. Eine vollständige Erstattung aller Kosten kommt aber praktisch nicht vor.

Tipp
Vor allem wegen des hohen Aufwands, die Leistungen nachzuweisen, und wegen der nicht sicher kalkulierbaren Restkosten ist eine Pflegekostenversicherung trotz des niedrigen Preises eher nicht zu empfehlen. Wenn Sie sich dennoch für eine solche Versicherung interessieren, sollten Sie die angebotenen Leistungen sehr sorgfältig überprüfen.

Pflegetagegeldversicherung

Das Pflegetagegeld wird als Leistung pro Tag der Pflegebedürftigkeit gezahlt. Die Leistungsvoraussetzung richten sich nach den Einstufungskriterien der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung. Wichtig ist aber, dass Sie einen privatrechtlichen Vertrag schließen. Die Bedingungen können somit nicht einseitig vom Versicherer geändert werden. Das bedeutet insbesondere, dass bei einer Änderung der gesetzlichen Einstufungskriterien Ihre Vertragsdefinition der Leistung weithin gilt.

Tipp
Aus wirtschaftlichen Gründen kann man in vielen Fällen auf eine zusätzliche Versicherung in der Stufe I verzichten. Bei einigen Versicherern wird der Vertrag aber beitragsfrei gestellt, wenn eine Leistung fließt. Da lohnt es sich, einen kleinen Betrag für Stufe I mitzuversichern. Dann brauchen keine Beiträge mehr gezahlt werden, wenn irgendeine Pflegestufe erreicht wird.

Solche Pflegetagegeldversicherungen sind preisgünstiger als Pflegerentenversicherungen. Denn dabei handelt sich um eine reine Risikoversicherung. Wenn kein Leistungsfall bis zum Lebensende eintritt oder die Versicherung vorzeitig gekündigt wird, sind die Beiträge verloren. Beitragsanpassungen sind möglich.

Bei den Leistungen gibt es ein flexibles Spektrum. Für diese Versicherungsform sprechen die freie Verwendung der Leistungen und die passgenaue Bedarfsdeckung.

Tipp
Insgesamt sind Pflegetagegelder für die Meisten erste Wahl.

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