Wohngemeinschaft als Alternative zum Altenheim

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Gemeinschaftliche Wohnformen im Alter werden immer beliebter. Nicht nur, weil das Zusammenleben mit Gleichaltrigen abwechslungsreicher ist, sondern auch weil das Zimmer in einer Gemeinschaftswohnung meist weniger kostet als eine Single-Wohnung.

Damit es nach der Gründung einer Senioren-Wohngemeinschaft später keine bösen Überraschungen gibt, sollten sich alle Beteiligten über die rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten Gedanken machen.

Ein Hauptmieter, mehrere Untermieter

Zunächst muss entschieden werden, wer dem Vermieter gegenüber als Vertragspartner auftritt. Dabei gibt es verschiedene Varianten. Unterschreibt nur ein Bewohner den Mietvertrag allein, ist er der Hauptmieter. Der Hauptmieter ist für die Zahlung der Miete allein verantwortlich und der alleinige Vertragspartner für den Vermieter. Er kann auch ohne Zustimmung seiner Mitbewohner die Wohnung kündigen.

Alle anderen Bewohner sind seine Untermieter. Der Hauptmieter muss mit ihnen vereinbaren, wer wie viel Miete zahlt. Das sollte unbedingt schriftlich festgehalten werden. Zahlt ein Untermieter nicht, wird der Hauptmieter in die Pflicht genommen. Er muss dann sein Geld vom Untermieter einklagen. Auch bei leerstehenden Zimmern muss der Hauptmieter für die volle Miete aufkommen.

Andererseits lässt sich eine solche Wohngemeinschaft leicht auflösen, wenn nur ein Mitglied das Sagen hat. Kündigt der Hauptmieter die Wohnung, müssen alle anderen auch ausziehen.

Tipp
Diese Form des Zusammenlebens erfordert viel Vertrauen unter den Mitbewohnern.

Gemeinsamer Mietvertrag

Die Wohngemeinschaft kann freilich auch als Gruppe mit dem Vermieter einen Vertrag schließen. Dazu sind verschiedene Rechtsformen möglich: die Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR), einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH) oder einer Kommanditgesellschaft (KG). Senioren, die eine solche Wohngemeinschaft planen, sollten sich vorher rechtlich beraten lassen, denn die verschiedenen Rechtsformen haben für sie unterschiedliche Konsequenzen.

Bei einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts haften alle Gesellschafter mit ihrem gesamten Privatvermögen für die Gesellschaft. Jeder einzelne muss also einspringen, wenn einer der anderen zahlungsunfähig wird. Alle Bewohner haften dann für die Mietzahlungen als Gesamtschuldner.

Tipp
Die zahlenden Mieter können anteilige Ersatzansprüche gegen die nicht zahlenden Bewohner stellen.

Streit und Auszug

Schon im Vorfeld muss geregelt werden, wie einzelne Wohngemeinschaftsmitglieder aus dem Mietvertrag herauskommen. Normalerweise können einzelne Mieter ihre Zimmer nicht kündigen, nur die Gemeinschaft als Ganzes kann den Mietvertrag für die Wohnung beenden. Das bedeutet, dass Bewohner, die die WG vorzeitig verlassen, weiterhin bis zum Ende des Mietvertrags ihre Miete zahlen müssen, wenn nichts anderes vereinbart wird. Auch der Vermieter muss allen Mietern kündigen, wenn er das Mietverhältnis beenden will.

Sollte es Streit in der Wohngemeinschaft geben können die Mitglieder nur gemeinsam den Mietverhältnis kündigen. Weigert sich ein Mitglied, müssen die übrigen notfalls dessen Kündigungserklärung einklagen. Für solche Fälle sollten schon im Vorfeld Lösungen gesucht werden.
 
Tipp
Ein problemloser Austausch von Mitgliedern ist möglich, wenn im Mietvertrag steht, dass an eine Wohngemeinschaft vermietet wurde. Dann können beim Auszug einer oder mehrerer Personen die verbleibenden Mitglieder weitere Untermieter aufnehmen. Der Wechsel von Mitgliedern einer Wohngemeinschaft sollte jedoch dem Vermieter mitgeteilt werden.

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