So finanzieren Sie Pflegekosten

 - 

Die steigende Lebenserwartung hat zur Folge, dass immer mehr Menschen pflegebedürftig werden. Das ist nicht nur ein persönlicher Schicksalsschlag, sondern erweist sich in vielen Fällen auch als ein finanzielles Problem. Eine private Pflegezusatzversicherung bietet dafür die notwendige Lösung.

Wie viel kostet die Pflege?

Ein Heimplatz kostet bei Pflegestufe I im Durchschnitt 2400 Euro monatlich. Die obligatorische Pflegeversicherung übernimmt aber lediglich einen Teil der Pflegekosten.
Die Pflegeversicherung deckt in den meisten Fällen die Kosten der Pflege nicht vollständig ab. Die Finanzierungslücke kann 800 bis 1200 Euro ausmachen.
In Pflegestufe III kann die Rechnung beispielsweise folgendermaßen aussehen:

Kosten für Pflegestufe III (Beispiel)
Pflegekosten   
2250 Euro
Unterkunft und Verpflegung   760 Euro
Investitionskostenanteil
  350 Euro
Monatliche Gesamtkosten 3360 Euro
./. Leistung der Pflegepflichtversicherung 1432 Euro
Privat zu tragende Kosten 1928 Euro

Hinzu kommen bei der stationären Pflege Taschengeld und Aufwendungen für Kleidung. Dafür sind 100 Euro sicher nicht zu hoch angesetzt.

Außerdem ist zu bedenken: Mit dem Umzug in ein Heim fallen die bisherigen Lebenshaltungskosten für Wohnen und Ernährung weg. Doch wesentlich schwieriger wird die Situation, wenn einer der beiden Partner in ein Pflegeheim muss und der andere in der Wohnung oder dem Haus wohnen bleibt. In dieser Situation sind die Heimkosten vollständig als zusätzlicher Aufwand zu finanzieren.

Wie hoch muss der Zusatzschutz durch eine Pflegezusatzversicherung sein?

Den Tagesgeldsatz können Sie bei Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung auf Beträge zwischen 10 und 150 Euro festlegen. Das sind 300 bis 4500 Euro im Monat. Wie hoch er bei Ihnen sein muss, hängt von den künftigen Kosten und davon ab, wie weit Ihre laufenden Einnahmen zusammen mit den Leistungen der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung reichen. Andernfalls müssten Sie Ihr Vermögen einsetzen. Oder der Staat müsste in Form von Sozialhilfe einspringen. Doch das Sozialamt holt sich das Geld von den Unterhaltsverpflichteten, meistens den Kindern, zurück.

Wer keine Beihilfe beanspruchen kann, weil er kein Beamter ist, und keine Steuern sparen kann, weil er nicht mehr steuerpflichtig ist, und auch nicht zum Sozialamt gehen möchte, weil die Kinder in Unterhaltsrückgriff genommen würden, sollte rechtzeitig vor dem Eintritt einer Pflegebedürftigkeit über den Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung nachdenken.

Unser Versicherungstipp
Mit einem Pflegetagegeld von 20 Euro bei Pflegestufe I, von 40 Euro bei Pflegestufe II und von 50 Euro bei Pflegestufe III kommen Sie einigermaßen über die Runden. Mit jeweils 20 Euro mehr sind Sie auf der sicheren Seite. Wem diese Monatprämien zu hoch sind: Erfahrungsgemäß können zumindest die Aufwendungen für Pflegestufe I und II mit Hilfe der Leistungen aus der Pflegepflichtversicherung gedeckt werden. Auf jeden Fall sollten Sie für die Pflegestufe III vorsorgen.

Weitere News zum Thema

  • Was sich in 2017 für Pflegebedürftige ändert

    [] (verpd) Zum 1. Januar 2017 wird es aufgrund des bereits in Kraft getretenen zweiten Pflegestärkungsgesetzes diverse Änderungen bei der gesetzlichen Pflegeversicherung geben. So gibt es eine Änderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs, also der Festlegung, wann eine Person als pflegebedürftig gilt. Zudem werden die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung geändert. mehr

  • Wie die Deutschen Risiken einschätzen

    [] (verpd) Tödliche Verkehrsunfälle oder Terrorrisiken sind zwar reale Bedrohungen, aber sie machen den Bundesbürgern mehr Angst, als sie sollten. Demgegenüber sind Sachschäden und Rechtsstreitigkeiten deutlich unterschätzte Gefahren. Auch das Krankheits- und Pflegerisiko wird unterschätzt, wie Forscher in einer Studie festgestellt haben. mehr

  • Rente ab zehn Pflegewochenstunden

    [] Die Pflegereform 2017 bringt schneller Rentenpunkte für Pflegende. Zudem werden Pflegepersonen ab dem 1. Januar 2017 auch in der Arbeitslosenversicherung versichert. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.