Pflegezusatzpolice bewahrt im Pflegefall vor hohen Kosten

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Wir leben immer länger - und das ist gut so. Doch gleichzeitig steigen mit zunehmendem Alter die finanziellen Risiken.

Über vielen Familien schwebt eine finanzielle Damoklesschwert. Doch die meisten ahnen nichts davon. Die Rede ist von den Eltern, deren Pflege sich im Alter zunehmend ins Heim verlagert. Denn die Heimunterbringung kostet viel Geld. Für einen Heimplatz in der Pflegestufe III werden derzeit im Schnitt rund 3.000 Euro monatlich fällig. Grundsätzlich muss der Pflegebedürftige selbst die Kosten tragen.

Die gesetzliche Pflegeversicherung zahlt lediglich einen Zuschuss, der sich an der Pflegestufe orientiert und in der Stufe III derzeit 1.470 Euro im Monat beträgt. Problematisch wird es, wenn die eigenen finanziellen Mittel nicht ausreichen, weil z.B. die Rente zu knapp und weiteres Vermögen nicht vorhanden ist.

Sobald Heimkosten ungedeckt sind, wendet sich das Heim an das Sozialamt. Der Betroffene muss dann einen Antrag auf staatliche Unterstützung stellen. Gleichzeitig setzt jedoch ein Mechanismus ein, dessen Konsequenzen vielen erst zu spät bewusst wird: Der Pflegepatient hat nämlich einen Unterhaltsanspruch gegen seine Kinder. Und dieser Anspruch geht automatisch auf den Sozialhilfeträger über. Folge: Das Sozialamt darf seine Kosten zurückfordern. Das heißt: Kinder müssen mit ihrem Unterhalt die fehlenden Heimkosten abdecken.

Das kann teuer werden, denn gerade bei schweren Pflegefällen kann monatlich schnell eine Deckungslücke von bis zu 2.000 Euro auftreten, die die Kinder (bei entsprechendem Einkommen bzw. Vermögen) decken müssen. Auch Ehegatten und Partner einer nicht ehelichen Lebensgemeinschaft müssen auf Anforderung ihre finanzielle Situation offenlegen. Der Grund: Ein Ehepartner und Lebenspartner kann zwar nicht zum Unterhalt für die Schwiegereltern herangezogen werden, ist aber das gemeinsame Einkommen hoch genug, werden die Partner gemeinsam einen Beitrag zu den Pflegekosten leisten müssen.

Dieses lässt sich mit einer privaten Pflegezusatzversicherung abdecken. Zum einen gibt es die Pflegetagegeldpolice, bei der ein fester Tagessatz gezahlt wird, wenn der Versicherte gepflegt werden muss. Zum anderen gibt es Pflegekostenpolicen, die einen Teil der Differenz zwischen gesetzlicher Leistung und den tatsächlichen Kosten erstattet oder einen Zuschlag zu den festgesetzten gesetzlichen Leistungen zahlt, den man selbst festlegen kann. Obergrenze ist meist das Doppelte der gesetzlichen Leistung.

Welche Wahl für wen optimal ist, hängt von den persönlichen Umständen ab. Bei einer häuslichen Pflege ohne professionelles Personal ist die Tagegeldvariante günstiger, weil von dem Geld dann auch Familienangehörige bezahlt werden können, die mithelfen. Eine Pflegekostenversicherung ist dagegen sinnvoll, wenn im Falle eines Falles Wert gelegt wird auf die teurere Betreuung durch einen professionellen Pflegedienst oder im Heim.

Die Kosten für die Police hängt vor allem vom Geschlecht, vom aktuellen Gesundheitszustand sowie vom Eintrittsalter ab. Grundsätzlich gilt: Junge, gesunde Menschen zahlen weniger als ältere, die sich erst spät zum Einstieg entschließen und unter Umständen schon Vorerkrankungen mitbringen. Aber der Preis ist nicht einmal das entscheidende Kriterium. Wichtig ist auch der Leistungsumfang. So sollte die Versicherung grundsätzlich sowohl für stationäre wie auch für häusliche Pflege zahlen. Außerdem sollte die Versicherung in allen drei Pflegestufen Leistungen auszahlen. Wenn in Stufe I nichts gezahlt wird, sondern erst in den Stufen II und III, ist der Schutz kaum ausreichend: Denn die meisten Pflegebedürftigen werden in Stufe I eingeordnet. Nicht empfehlenswert sind Verträge, die die regelmäßige Vorlage von ärztlichen Attesten verlangen, um die Pflegebedürftigkeit immer wieder zu beweisen. Das ist umständlich und für den Betroffenen eine Tortur. Am besten ist es, wenn die private Versicherung einfach die Einschätzung der gesetzlichen Pflegeversicherung übernimmt.

Tipp
Wenn Eltern ohne Pflegeversicherung von den Kindern unterstützt werden, kann der gezahlte Unterhalt von der Steuer abgesetzt werden. Allerdings müssen hierbei einige Spielregeln beachtet werden: Wer seine Eltern unterstützt, kann das pro Elternteil steuerbegünstigt bis zu 7.680 Euro im Jahr tun. Die Grenze gilt allerdings nur, wenn der unterstützte Elternteil nicht selbst anrechenbares Einkommen hat. Anrechenbar ist dabei alles, was über € 624,- jährlich hinausgeht. Jeder Cent mehr wird von den 7.680 Euro abgezogen, die geltend gemacht werden können.

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