Pflegeversicherung: Steigender Beitrag absehbar

 - 

Wir leben heute länger als früher. Da wir aber nicht gleichzeitig immer gesünder und fitter werden, steigen die krankheitsbedingten Kosten und der Pflegebedarf.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Anzahl der Pflegebedürftigen in den kommenden Jahren deutlich zunehmen wird: von derzeit 2,1 auf 3,4 Millionen im Jahr 2030. Diese Prognose stützt sie auf Berechnungen des Statistischen Bundesamts.

Frauen in der Mehrheit

Wer pflegebedürftig ist, erhält Leistungen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung. Von den 2,1 Mio. Leistungsbeziehern waren 1,4 Mio. Empfänger von ambulanten und 0,7 Mio. Empfänger von stationären Pflegeleistungen. Die Mehrzahl der Pflegebedürftigen sind wegen der höheren Lebenserwartung Frauen. Ihr Anteil an den stationär Pflegebedürftigen ist mit rund 74,8 Prozent deutlich höher als bei den ambulant Pflegebedürftigen mit rund 62,7 Prozent.

Mit der ab 1.7.2008 wirksamen Beitragssatzanhebung von 0,25 Prozentpunkten auf 1,95 Prozent (bzw. 2,2 Prozent für Kinderlose) reicht die Finanzierung nach Meinung der Bundesregierung bis Ende 2014 aus. Danach muss der Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung weiter angehoben werden. Der notwendige Beitragssatz könnte laut Bundesregierung bis 2030 auf etwa 2,3 Prozent des Bruttogehalts ansteigen.

Warnruf aus der Forschung

Diese Prognosen gelten unter Experten als zu niedrig angesetzt. Wegen der deutlich höheren Lebenserwartung der geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1970 steigt laut einer Studie des Freiburger Universitäts-Forschungszentrums Generationenverträge die Anzahl der Pflegebedürftigen bis zum Jahr 2060 auf rund 4 Millionen an. Der Beitragssatz müsste dann bei 4,6 Prozent liegen. In der Spitze sei sogar ein Anstieg auf rund 7 Millionen Pflegebedürftige möglich. Das erfordere einen Beitragssatz von 6,7 Prozent.

Tipp
Wenn die Babyboomer ins Rollstuhlalter kommen, wird es eng in deutschen Pflegeheimen und kostspielig für die Beitragszahler. Aber auch die künftigen Leistungsbezieher müssen sich auf Kürzungen gefasst machen. Wohl dem, der rechtzeitig eine private Pflegekostenzusatzversicherung abgeschlossen hat, denn die gesetzliche Pflegeversicherung deckt auch schon heute längst nicht alle Pflegekosten ab.

Weitere News zum Thema

  • Was sich in 2017 für Pflegebedürftige ändert

    [] (verpd) Zum 1. Januar 2017 wird es aufgrund des bereits in Kraft getretenen zweiten Pflegestärkungsgesetzes diverse Änderungen bei der gesetzlichen Pflegeversicherung geben. So gibt es eine Änderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs, also der Festlegung, wann eine Person als pflegebedürftig gilt. Zudem werden die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung geändert. mehr

  • Wie die Deutschen Risiken einschätzen

    [] (verpd) Tödliche Verkehrsunfälle oder Terrorrisiken sind zwar reale Bedrohungen, aber sie machen den Bundesbürgern mehr Angst, als sie sollten. Demgegenüber sind Sachschäden und Rechtsstreitigkeiten deutlich unterschätzte Gefahren. Auch das Krankheits- und Pflegerisiko wird unterschätzt, wie Forscher in einer Studie festgestellt haben. mehr

  • Rente ab zehn Pflegewochenstunden

    [] Die Pflegereform 2017 bringt schneller Rentenpunkte für Pflegende. Zudem werden Pflegepersonen ab dem 1. Januar 2017 auch in der Arbeitslosenversicherung versichert. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.