Pflegeversicherung: So vermeiden Sie Pflegestufe 0

Gutachter tun sich bei Demenz-Kranken schwer mit der Einordnung in Pflegestufe I. Aus diesem Grund kommt es immer wieder vor, dass Demenz-Kranke und Alzheimer-Patienten im Frühstadium in die Pflegestufe 0 eingestuft werden. Das bedeutet: Der Pflegeantrag wird abgelehnt, obwohl Alzheimer-Patienten völlig hilflos und auf ständige Unterstützung und Begleitung durch andere Menschen angewiesen sind.

Begründung der Ablehnung: Demenz-Kranke und Alzheimer-Patienten könnten meist nach einer kurzen Aufforderung oder Erinnerung die genannten "Verrichtungen des täglichen Lebens“ selbstständig ausführen.

Hintergrund: Nicht alle Betreuungs- und Pflegetätigkeiten werden im Pflegeversicherungsgesetz beschrieben. Was nicht beschrieben wird, wird deshalb bei der Einstufung des Pflegefalls auch nicht berücksichtigt.

Zu solchen Tätigkeiten gehört beispielsweise eine während des Tages notwendige beständige Aufsicht, damit keine Selbst- und Fremdgefährdungen auftreten (wie etwa das Anstellen von Herdplatten) oder kontinuierliche Hilfestellungen bei der Strukturierung des Tagesablaufs.

Geldtipp
Um im Frühstadium einer Demenz-Erkrankung die Einstufung in Pflegestufe I zu erreichen, ist es wichtig, jede notwendige Anleitung und Beaufsichtigung in Zusammenhang mit einer „Verrichtung des täglichen Lebens“ als zeitlichen Hilfebedarf anerkannt zu erhalten. Dokumentieren Sie deshalb den Pflegeaufwand ausführlich vor dem Besuch des Medizinischen Dienstes in einem Pflegetagebuch, und zwar möglichst detailliert für mindestens eine Woche.

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