Pflegereform: von Pflegestufen zu Pflegegraden

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Wer pflegebedürftig ist, wird heute in eine von drei Pflegestufen eingeordnet. Künftig sollen die Pflegebedürftigen fünf Pflegegraden zugeteilt werden.

Vor allem Demenzkranke sollen verstärkt Geld aus der Pflegeversicherung bekommen. Bei der Eingruppierung der Betroffenen in eine der drei Pflegestufen haben die Gutachter des Medizinischen Diensts der Krankenkassen heute zu prüfen, welche Verrichtungen Pfleger für den Betroffenen leisten müssen. Viele Menschen mit eingeschränkten Fähigkeiten im Alltag, bei der Wahrnehmung und mit psychischen Störungen fallen durchs Raster. Bis zu 250.000 Demenzkranke gehen heute bei der Pflegeversicherung leer aus.

Statt drei Pflegestufen soll es ab dem Jahr 2017 fünf Pflegegrade je nach Beeinträchtigung geben. Es soll gemessen werden, was die Menschen noch können. Und zwar in acht Bereichen - u.a. Mobilität, geistige Fähigkeiten, Selbstversorgung, Einnahme von Medikamenten und soziale Kontakte. Seit 2013 können Demenzkranke auch Pflegegeld oder Sachleistungen bekommen. Man spricht von Pflegestufe 0.

Ab 1.1.2015 sollen die ausgezahlten Pflegebeträge an die Preisentwicklung angepasst werden. Insbesondere für die Pflege von Angehörigen zu Hause soll es mehr Geld geben. Mehr Betreuung und großzügiger bewilligte Leistungen werden versprochen. Zudem sollen in einem Fonds Rücklagen für einen künftig steigenden Bedarf angespart werden. Der Beitragssatz von derzeit 2,05 Prozent des Bruttogehalts (für Kinderlose über 25 Jahre: 2,3 Prozent) soll ab 1.1.2015 um 0,3 Punkte auf 2,35 Prozent steigen (für Kinderlose über 25 Jahre: 2,6 Prozent).

Im Jahr 2017 soll laut Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) das neue Einstufungsverfahren greifen. Rund 2,4 Milliarden Euro mehr pro Jahr sollen aus der Pflegekasse dafür fließen - der Pflegebeitrag soll dafür ab 1.1.2017 um weitere 0,2 Prozentpunkte angehoben werden auf dann 2,55 Prozent (für Kinderlose über 25 Jahre: 2,8 Prozent).

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