Pflegehilfe richtig melden

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Ohne Pflegehilfe  könnten viele Menschen ihren Alltag nur schwer bewältigen. Doch nicht alle Pflegehilfen sind auch gemeldet. Dabei ist eine legale Beschäftigung gar nicht so kompliziert und auch nicht kostspielig.

Ein Argument vieler privater Arbeitgeber: Viele Hilfskräfte fürchten, dass sie bei einer Anmeldung zur Sozialversicherung wegen der dann fälligen Beiträge kaum noch etwas von ihrem Stundenlohn übrig behalten.

Diese Sorge vieler Pflegehilfen ist unbegründet. Solange eine Pflegehilfe nicht mehr als 400 Euro im Monat verdient, fallen lediglich Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung an, die der Arbeitgeber zahlen muss. Dieser kann seine Kosten im Gegenzug bis zu bestimmten Höchstgrenzen als "haushaltsnahe Dienstleistung" von der Steuer absetzen.

Sie haben in Ihrem Privathaushalt einen Mini-Jobber eingestellt und möchten wissen, wie hoch die Pauschalabgaben für diese geringfügige Beschäftigung sind? Unser Excel-Rechner hilft Ihnen: Sie geben nur den Monatslohn des Mini-Jobbers ein, den Rest berechnen wir.

Bei einem Mini-Job im Privathaushalt sind die Abgaben noch niedriger als bei einem Mini-Job im Betrieb. Der Gesetzgeber wollte damit einen Anreiz gegen Schwarzarbeit durch Pflegehilfe n geben.
Für die von einem Privathaushalt angestellte Pflegehilfe  selbst gibt es keinen Unterschied zu einem "normalen" Mini-Job, bei dem ein Unternehmer der Arbeitgeber ist. Denn es gelten für sie die gleichen Regeln bei Sozialversicherungsbeiträgen und Besteuerung. Dafür steht wahlweise die Pauschalbesteuerung oder die Abrechnung nach Lohnsteuerkarte zur Verfügung.

Der Arbeitnehmer zahlt keine Sozialabgaben. Der regelmäßige monatliche Arbeitslohn darf nicht über 400 Euro liegen. Bei mehreren Mini-Jobs parallel darf die Summe des monatlichen Arbeitslohns nicht über 400 Euro betragen. Ein Mini-Job im Privathaushalt wird mit einem daneben ausgeübten Mini-Job in einem Betrieb zusammengerechnet.

Für einen Mini-Job im Privathaushalt ist gesetzlich ein eigenes Meldeverfahren vorgeschrieben. Da die Minijob-Zentrale einen Großteil der sonst üblichen Arbeitgeberpflichten übernimmt, wird die bürokratische Verwaltungstätigkeit erleichtert: Bei regelmäßigem Monatslohn brauchen Sie zu Beginn des Beschäftigungsverhältnisses nur den Haushaltsscheck auszufüllen, vom Arbeitnehmer unterschreiben zu lassen und eine Einzugsermächtigung für die Beiträge zu erteilen. Von der sonst üblichen Verpflichtung monatlicher Beitragsnachweise sind Sie freigestellt. Bei schwankendem Arbeitslohn gibt es seit 2009 einen vorausgefüllten Haushaltsscheck, der Ihnen die bisher erforderlichen monatlichen Meldungen erspart.

Tipp
Die Beschäftigung einer Pflegehilfe im Privathaushalt ist bereits durch die niedrigen Abgaben begünstigt. Zusätzlich subventioniert der Gesetzgeber Ihre Pflegehilfe durch die Gewährung einer Steuerermäßigung. Sie dürfen nämlich 20 Prozent Ihrer Aufwendungen für die Pflegehilfe, im Jahr jedoch höchstens 510 Euro, von Ihrer laut Steuerbescheid zu zahlenden Einkommensteuer abziehen.

Midi-Jobber profitieren von Gleitzone

Ab einem Lohn ab 401 Euro wird der Mini- zum Midi-Job und dadurch voll versicherungspflichtig. Der Arbeitgeber trägt dann die Hälfte der regulären Beiträge zur Kranken- und Pflegekasse sowie der Renten- und Arbeitslosenversicherung, während der Midi-Jobber von der Gleitzonenregelung profitiert und nur einen Teil des üblichen Beitrags zahlen muss. Vor allem für Arbeitnehmer, die ausschließlich als Pflegehilfe arbeiten, ist ein Midi-Job attraktiv. Denn sie bekommen einen vollen Krankenversicherungsschutz zu ausgesprochen günstigen Konditionen. Außerdem erhalten sie Anspruch auf Arbeitslosengeld sowie die Leistungen der Rentenversicherung.

Günstige Krankenversicherung

Bei einem Monatseinkommen von z.B. 500 Euro muss die Pflegehilfe gut 73 Euro abführen, davon 29 Euro an die Krankenkasse. Zum Vergleich: Der Mindestbeitrag für die freiwillige Krankenversicherung von Geringverdienern beginnt in der Regel bei 125 Euro. Hinzu kommt der Beitrag zur Pflegeversicherung.

Tipp
Ansprechpartner für die Anmeldung eines Midi-Jobs ist die Krankenkasse der Pflegehilfe. Den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung teilen die Haushalte, in denen die Hilfe beschäftigt ist, untereinander auf. Wie hoch der Beitrag ist, lässt sich z.B. mit folgendem Gleitzonenrechner ermitteln: www.aok-business.de, Tools, Gleitzonenrechner.

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