Pflegeberatung und Noten für die Pflege

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Pflegebedürftige und ihre Angehörigen haben seit 1.1.2009 das Recht auf eine umfassende Beratung durch neue Pflegeberater(innen) der Kassen.

Auf Wunsch des Versicherten muss die Pflegeberatung bei ihm zu Hause stattfinden. In den Bundesländern, in denen die neuen jetzt vorgeschriebenen Pflegestützpunkte bereits eingerichtet sind, findet die Beratung dort statt.

Noten für Pflegeeinrichtungen

Wie gut oder schlecht Pflegeheime und ambulante Pflegedienste sind, ist künftig für Betroffene und ihre Angehörigen leichter durchschaubar. Während bisher die Ergebnisse von Qualitätsprüfungen nur mit Genehmigung der Pflegeeinrichtungen an Pflegebedürftige und Angehörige weitergegeben werden durften, müssen sie künftig "verständlich, übersichtlich und vergleichbar sowohl im Internet als auch in anderer geeigneter Form kostenfrei veröffentlicht werden". Das regelt § 115 Abs. 1 a SGB XI.

Eine Zusammenfassung des Prüfungsergebnisses ist dabei "an gut sichtbarer Stelle in jeder Pflegeeinrichtung auszuhängen". Über die Art der Bewertung haben die Beteiligten lange gestritten. Geeinigt hat man sich schließlich – zunächst für die stationäre Pflege – auf ein Schulnotensystem. Jede Pflegeeinrichtung wird mit Noten zwischen 1 (sehr gut) und 5 (mangelhaft) beurteilt. Veröffentlicht werden müssen die Ergebnisse von Prüfungen, die ab 2009 durchgeführt werden. Bis Ende 2010 müssen die Medizinischen Dienste die Qualität aller ambulanten und stationären Einrichtungen mindestens einmal untersucht haben. Ab Mitte 2009 werden die ersten Resultate im Internet eingestellt sein.

In die Bewertung der Pflegequalität von stationären Pflegeeinrichtungen fließen insgesamt 82 Kriterien ein. 35 davon betreffen die "Pflege und medizinische Versorgung". Dabei geht es u. a. um die Vorbeugung gegen Stürze oder Dekubitus. Ist ein solches Wundgeschwür vorhanden, dann wird geprüft, ob "Ort und Zeitpunkt der Entstehung der chronischen Wunde/des Dekubitus nachvollziehbar" ist. Auch freiheitseinschränkende Maßnahmen (z. B. Fixierungen ans Bett bei extrem unruhigen Pflegebedürftigen) werden kontrolliert. Dabei wird z. B. geprüft, ob dafür Einwilligungen oder Genehmigungen vorliegen. Jeweils 10 weitere Kriterien betreffen den Umgang mit demenzkranken Bewohnern sowie die soziale Betreuung und Alltagsgestaltung, jeweils 9 Kriterien die Bereiche Wohnen, Verpflegung sowie Hauswirtschaft und Hygiene.

Vorsorgetipp
Bereits jetzt können Angehörige und Betroffene einsehen, wie ihr Heim bzw. die Einrichtung, für die sie sich interessieren, bei bisherigen Begutachtungen abgeschnitten hat. Die Ergebnisse liegen den Heimen vor und diese können sie den Betroffenen auf Anfrage zur Einsicht geben.

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