Pflegebedürftige: Mittel zur Wohnungsanpassung werden immer mehr genutzt

So lange wie möglich selbstständig in den eigenen vier Wänden leben – das wünschen sich die meisten Menschen. Doch manchmal funktioniert das nicht, weil die Wohnung oder das eigene Haus baulich einfach nicht mehr zu den eigenen Handicaps passt.

Beispielsweise mag ein schönes Schaumbad in der Badewanne für viele Menschen der Inbegriff der Entspannung sein. Doch wenn sich Hüft-, Knie- und Gleichgewichtsprobleme häufen, wird die Badewanne zur Gefahren- und Stressquelle. Dann kann beispielsweise der Einbau einer bodengleichen Dusche die eigene Selbstständigkeit sichern. Damit Sie sich solche Maßnahmen leisten können, gewährt die Pflegeversicherung bis zu 4.000,00 € für Maßnahmen zur Wohnungsanpassung. Dieser Etat steht auch den rund 500000 Menschen zu, die durch den neu eingeführten Pflegegrad 1 im Jahr 2017 erstmals als pflegebedürftig anerkannt werden.

Ausgaben der Pflegeversicherung für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (§ 40 Abs. 4 SGB XI)

Jahr

Ausgaben (in Mio. Euro)

2011

103,11

2012

113,01

2013

140,77

2014

155,88

2015

304,64

(BMGS)

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Solche Wohnungsanpassungsmaßnahmen gehören zu den wichtigsten Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung. Die Pflegekassen haben hierfür nach den zuletzt vorliegenden Daten von 2015 immerhin 304,64 Millionen Euro ausgegeben. Zum Vergleich: 2011 war es mit 103,11 Millionen Euro nur etwa ein Drittel so viel. Nach einer Evaluationsstudie im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums haben 27 % der Haushalte von zu Hause lebenden Pflegebedürftigen wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragt. Immerhin 85 % dieser Anträge wurden danach bewilligt.

Typische Maßnahmen sind etwa die Verbreiterung von Türen. Dies kann dazu beitragen, dass Rollstuhlfahrer weiterhin selbstständig leben. Auch ein Treppenlift kann finanziert bzw. bezuschusst werden – oder eben der Einbau einer bodengleichen (barrierefreien) Dusche. Die Leistungsansprüche sind dabei in den letzten Jahren nicht zuletzt durch eine Reihe von Urteilen des Bundessozialgerichts erweitert worden.

Lassen Sie sich vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen oder der betreuenden Pflegefachkraft beraten. Die Pflegekassen beschäftigen für diese Probleme spezielle Wohnberater. Den Antrag auf einen Zuschuss stellen Sie bei Ihrer Pflegekasse.

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