Pflege von Angehörigen lässt sich besser mit dem Beruf vereinbaren

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Immer mehr Pflegende arbeiten nebenher. Fast 44 Prozent häuslicher Pflegepersonen stehen im Beruf. Das geht aus dem aktuellen Versichertenbericht hervor.

Immer mehr Menschen gehen neben der häuslichen Pflege von Angehörigen noch einer Erwerbstätigkeit nach. Von den knapp 304.000 sogenannten Pflegepersonen, die Ende 2013 registriert wurden, seien 43,8 Prozent zusätzlich als Beschäftigte oder Selbstständige berufstätig gewesen, heißt es in dem jetzt veröffentlichten Versichertenbericht 2016 der Deutschen Rentenversicherung.

Das seien 7,4 Prozentpunkte mehr gewesen als 2004. Damit stehe ein zunehmender Teil der häuslich Pflegenden vor der Herausforderung, Pflege und Beruf in Einklang bringen zu müssen, so die gesetzlichen Rentenversicherer.

Jeder Betroffene sollte sich frühzeitig mit den Neuerungen durch das Pflegestärkungsgesetz II vertraut machen. Denn nur so lässt sich noch die verbleibende Übergangszeit bis Ende 2016 zum eigenen Vorteil nutzen. Lesen Sie, was jetzt zu tun ist, in unserem aktuellen Dossier Pflegestärkungsgesetz II: Bis Ende 2016 Vorteile sichern – Fehler vermeiden .

Tasächlich dürfte der Anteil von Frauen und Männern, die neben der Pflege eines Familienangehörigen noch arbeiten, noch um einiges höher liegen. Denn von den Rentenversicherungsträgern werden nur solche häuslich Pflegenden erfasst, die sich mindestens 14 Stunden in der Woche zum Beispiel um einen Eltern- oder Schwiegerelternteil kümmern.

Liegt die Anzahl der vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) anerkannten Pflegestunden darunter, zahlen die Pflegekassen der Gepflegten keine Rentenbeiträge für den Pflegenden.

Am 1.1.2016 ist die neue Pflegereform in Kraft getreten. Alle Auswirkungen auf die Pflegepflichtversicherung sind in unserem Ratgeber Die neue Pflegeversicherung: Was sich für Pflegebedürftige und Pflegende ändert übersichtlich von Experten zusammengestellt.

Auch diejenigen Pflegepersonen, die neben der Pflege mehr als 30 Wochenstunden erwerbstätig sind, tauchen in der Statistik der Rentenversicherer nicht auf. Denn für sie werden aufgrund ihrer weitreichenden Einbindung am Arbeitsmarkt ebenfalls keine weiteren Rentenbeiträge gezahlt, heißt es in dem fast 120 Seiten umfassenden Bericht.

Knapp 60 Prozent der Pflegenden waren demnach Ende 2013 älter als 50 Jahre, rund 16 Prozent sogar älter als 60 Jahre. Wer als Pflegeperson bereits Rente bezieht, bekommt keine weiteren Rentenansprüche zuerkannt.

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