Patientenverfügung präzise formulieren

 - 

Wer mit einer Patientenverfügung verhindern möchte, Opfer moderner Medizintechnik zu werden, tut gut daran, das so deutlich wie möglich zu formulieren.

Das zeigt das Schicksal einer 97 Jahre alten, schwer demenzkranken Patientin. Sie sollte aufgrund einer ärztlichen Empfehlung eine Magensonde zur künstlichen Ernährung durch die Bauchdecke gelegt bekommen. Sie hatte vor ihrer Erkrankung in einer notariellen Verfügung festgelegt, dass keine lebensverlängernden Maßnahmen ergriffen werden, wenn ein menschenwürdiges Weiterleben nicht gewährleistet ist. Was sie damit im Einzelnen meinte, hatte sie jedoch nicht näher beschrieben.

Die Tochter beantragte als gerichtlich bestellte Betreuerin unter Hinweis auf die Patientenverfügung, die Magensonde nicht zu legen, damit ihre Mutter sterben könne. Das angerufene Vormundschaftsgericht lehnte den Antrag ab. Zwar gestand das Gericht der Patientin grundsätzlich das Recht zu, sich selbst zu gefährden oder aufzugeben, also auch lebensverlängernde Maßnahmen abzulehnen. Und es solle in Fällen wie diesen auch nicht darauf ankommen, ob der Tod unmittelbar bevorsteht oder nicht. Dennoch: Unerlässlich für die Bindungswirkung einer entsprechenden Patientenverfügung ist die hinreichende Konkretheit. Eine bloße Richtungsangabe wie hier reicht nicht.

Folge: Wenn nicht erkennbar ist, wie ein Patient zur Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr durch Sondenernährung steht, kann diese nicht bei ärztlicher Empfehlung unterbleiben, urteilte das Amtsgericht Siegen im Urteil vom 28.9.2007 (Az. 33 XVII B 710).

Weitere News zum Thema

  • Immer mehr sind pflegebedürftig

    [] (verpd) Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit waren 2016 in Deutschland rund 2,93 Millionen Menschen pflegebedürftig, was einer Zunahme von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch in den Jahren davor ist die Zahl der Pflegebedürftigen immer weiter angestiegen. mehr

  • Immer mehr sorgen für den Pflegefall vor

    [] (verpd) Die Statistiken belegen, dass mit steigendem Alter auch das Risiko, ein Pflegefall zu werden, steigt. Doch die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Pflegekosten ab. Wer vermeiden möchte, dass er seinen Angehörigen im Falle des Falles finanziell zur Last fällt, kann jedoch mit einer privaten Pflegeversicherung, teilweise sogar mit staatlichen Zuschüssen entsprechend vorsorgen. mehr

  • Einkünfte aus Pflegebetrug mindern nicht Sozialhilfe

    [] Über Pflegebetrug ist insbesondere Ende letzten Jahres in der deutschen Presse einiges berichtet worden. Dabei geht es um Pflegedienste, die den Kranken- und Pflegeversicherungen Leistungen in Rechnung gestellt haben, die sie gar nicht erbracht haben. Beteiligt waren dabei allerdings nicht nur die Dienste und ggf. Ärzte, die die Leistungen verschrieben haben, sondern vielfach auch die (angeblich) Gepflegten selbst. Denn diese haben Leistungen quittiert, die sie gar nicht erhalten haben – und dafür von den Pflegediensten eine mehr oder weniger saftige Provision erhalten. Schwarzgeld also. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.