Müssen wir bald mehr für die Pflege zahlen?

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Die Ausgaben in der Pflege steigen weiter an und in Zukunft wird es immer mehr pflegebedürftige Menschen in Deutschland geben. Die derzeitige Form der Finanzierung wird daher immer häufiger infrage gestellt.

Schon seit Jahren beobachtet man die Verschiebung der Alterspyramide immer weiter nach oben mit Sorge. Denn für die Sozialversicherung bedeutet das meist mehr Ausgaben bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen – so auch bei der Pflegeversicherung. Mit den neuen Leistungen bei psychischen Erkrankungen wie Demenz gibt es für die Krankenkassen zusätzliche Leistungsbezieher.

Ob daher die umlagenfinanzierte Pflegeversicherung zu erhalten ist, ist fraglich. Die Politik erwägt, die Pflegeversicherung im Zuge der kommenden Gesundheitsreform auf eine Finanzierung wie in der privaten Krankenversicherung umzustellen.

Bereits während der Koalitionsverhandlungen war man sich einig, dass auch in der gesetzlichen Pflegeversicherung ein Kapitalstock aufgebaut werden soll, ähnlich wie bei der privaten Pflegeversicherung. So könnten die steigenden Ausgaben künftig abgefangen werden.
Kapitalgedeckte Pflegeversicherung

Im Einzelnen soll neben dem bestehenden Umlageverfahren eine Ergänzung durch Kapitaldeckung aufgebaut werden, die verpflichtend, individualisiert und generationengerecht ausgestaltet sein soll.

Die Schwächen der momentan geltenden umlagefinanzierten Pflegeversicherung beschreibt Gesundheitsminister Philipp Rösler so: "Wer jetzt in die Pflegeversicherung zahlt, spart das Geld nicht für sich selbst an, sondern zahlt für die Generation, die jetzt Leistungen in Anspruch nimmt".

Rösler fordert ein grundsätzliches Umdenken in der Finanzierung der Pflege: "Was man in die kapitalgedeckte Pflegeabsicherung einzahlt, soll einem auch eines Tages individuell zustehen".

Das kapitalgedeckte System soll aus Prämien finanziert werden und – ähnlich wie bei der privaten Krankenversicherung – an einen Aufbau von Altersrückstellungen gekoppelt werden.

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