Längeres Leben mit Risiken

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(verpd) Nach den aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist rund jeder fünfte Bundesbürger 65 Jahre alt oder älter. Dabei steigt die Lebenserwartung kontinuierlich weiter an. Das ist erfreulich, doch auch die Gefahr, ein Pflegefall zu werden, nimmt mit steigendem Alter überproportional zu.

Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat anhand verschiedener Datenquellen analysiert, wie die aktuelle Lebenssituation der rund 17 Millionen ab 65-Jährigen heute ist. Insgesamt gibt es mehr ältere Frauen (57 Prozent) ab 65 Jahren als Männer (43 Prozent). Als Hauptursache nennt Destatis die höhere Lebenserwartung der Frauen.

Längere Lebenserwartung

Heute haben die in Deutschland lebenden 65-jährigen Männer noch eine durchschnittliche Lebenserwartung von 17 Jahren und sechs Monaten. 65-jährige Frauen leben hingegen statistisch gesehen noch 20 Jahre und neun Monate.

Vor rund fünf Jahren war die statistische Lebenserwartung einer Frau noch um rund fünf Monate und die eines Mannes um etwa sechs Monate und vor zehn Jahren bei Frauen sogar um circa um 14 Monate und bei Männern um über 18 Monate kürzer.

Mit zunehmendem Alter steigt jedoch auch der Anteil derjenigen, die sich gesundheitlich beeinträchtigt fühlen, stark an. Während sich nach einer Umfrage von vor zwei Jahren noch 18 Prozent der 65- bis 69-Jährigen als krank oder unfallverletzt bezeichneten, waren es bei den 70- bis 74-Jährigen bereits 21 Prozent und bei den ab 75-Jährigen sogar 28 Prozent.

Pflegefallrisiko steigt mit zunehmendem Alter

Dass mit steigendem Alter auch das Pflegerisiko überproportional zu nimmt, verdeutlicht die Pflegestatistik der Destatis. Ende 2013 waren insgesamt 2,6 Millionen Bürger hierzulande pflegebedürftig, davon waren 13,6 Prozent jünger als 65 Jahre und ganze 86,4 Prozent 65 Jahre oder älter.

Insgesamt waren 4,5 Prozent aller Pflegebedürftigen zwischen 65 bis 69 Jahre und 8,9 Prozent zwischen 70 bis 74 Jahre alt. 14,5 Prozent waren zwischen 75 bis 79 Jahre und 18,4 Prozent 80 bis 84 Jahre alt. Mehr als jeder dritte Pflegebedürftige, nämlich 36,5 Prozent, waren 85 Jahre oder älter. Auch die Schwere der Pflegebedürftigkeit nimmt im Alter zu. Bei den 65- bis 69-jährigen Pflegebedürftigen wurde rund jeder fünfte im Heim voll- oder teilstationär versorgt, bei den ab 85-jährigen war es fast schon jeder Zweite.

Wie die Daten zeigen, ist es für den Einzelnen wichtig, schon frühzeitig an eine finanzielle Absicherung für den Fall einer eintretenden Pflegebedürftigkeit zu denken. Denn im Pflegefall übernimmt die gesetzliche Absicherung nur einen Teil der Kosten.

Was Sie über Pflegezeit, Pflegeleistungen, Pflegeheim und Elternunterhalt wissen müssen, lesen Sie in unserem aktuellen Ratgeber Angehörige pflegen .

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