Immer mehr Bürger werden pflegebedürftig

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(verpd) Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit waren Ende 2014 mehr als 2,73 Millionen Menschen in Deutschland pflegebedürftig. Das sind im Vergleich zum Vorjahr rund 3,8 Prozent mehr. Auch in den Jahren zuvor ist die Zahl der Pflegebedürftigen stetig angestiegen.

Wie das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) vor Kurzem bekannt gab, waren Ende 2014 über 2,73 Millionen Menschen so pflegebedürftig, dass sie Leistungen aus der gesetzlichen (sozialen) Pflegeversicherung beziehungsweise aus der privaten Pflegepflicht-Versicherung erhielten. In den letzten vier Jahren stieg die Anzahl der Pflegebedürftigen kontinuierlich jedes Jahr um 3,2 bis 3,8 Prozent an. Auch für die Zukunft gehen Experten davon aus, dass die Zahl der Pflegebedürftigen weiter steigen wird.

Die meisten haben eine ambulante Pflege

Insgesamt waren Ende 2014 von den 2,73 Millionen Pflegebedürftigen rund 1,93 Millionen Personen (71 Prozent) auf ambulante und über 798.000 Menschen (29 Prozent) auf stationäre Hilfe angewiesen.

Die Mehrheit, nämlich über 62 Prozent aller Bürger, die eine ambulante Pflege erhielten, waren in die Pflegestufe I eingestuft. Knapp 29 Prozent hatten die Pflegestufe II und fast neun Prozent die Pflegestufe III.

Auch bei den Pflegebedürftigen mit einer stationären Pflege waren mit einem Anteil von über 42 Prozent die meisten in Pflegestufe I eingestuft, danach folgten die Pflegestufe II mit fast 38 Prozent und die Pflegestufe III mit knapp 21 Prozent.

Je älter, desto höher ist die Gefahr der Pflegebedürftigkeit

Jeder kann beispielsweise durch Unfall oder Krankheit zum Pflegefall werden. Allerdings steigt das Pflegefallrisiko im Alter erheblich an. Nach den Berechnungen des BMG liegt die Pflege-Wahrscheinlichkeit bei Personen, die unter 60 Jahre alt sind, bei 0,8 Prozent, bei Menschen zwischen 60 und 80 Jahren bei 5,1 Prozent und bei den über 80-Jährigen bei 31,2 Prozent. Das heißt, bei den 60- bis 80-Jährigen wird statistisch gesehen jeder 20. und bei den über 80-Jährigen sogar mehr als jeder Dritte pflegebedürftig werden.

Bereits heute sind von den 80,7 Millionen Bürgern in Deutschland rund 4,4 Millionen älter als 80 Jahre, das ist ein Anteil von rund 5,4 Prozent. Im Jahre 2030 werden nach Schätzung von Experten nicht zuletzt auch aufgrund der steigenden Lebenserwartung rund 6,4 Millionen über 80-Jährige – das wäre dann ein Anteil von 8,3 Prozent zur Gesamtbevölkerung – und in 2060 sogar mehr als 9,2 Millionen (14,2 Prozent der Gesamtbevölkerung) in Deutschland leben.

Im Hinblick auf die steigende Lebenserwartung gehen Experten davon aus, dass somit die Anzahl der zu Pflegenden künftig noch weiter zunehmen wird. Das BMG rechnet, dass bereits in 15 Jahren, also im Jahre 2030, rund 3,5 Millionen Bürger hierzulande auf Pflege angewiesen sind. Somit wird es voraussichtlich immer mehr Pflegebedürftige und immer weniger Einzahler in die gesetzliche oder private Pflegeversicherung geben.

Was das Bundesministerium für Gesundheit rät

Damit im Fall des Falles für Betroffene der eingetretene Pflegefall nicht zum finanziellen Risiko und für Angehörige nicht zur Belastung wird, empfiehlt es sich bereits frühzeitig vorzusorgen. Welche Leistungen einem Pflegebedürftigen und seinen Angehörigen von der gesetzlichen Pflegeversicherung beziehungsweise der privaten Pflegepflicht-Versicherung zustehen, wird in der kostenlos herunterladbaren 69-seitigen Broschüre des BMG „Ratgeber zur Pflege“ ausführlich erklärt.

Unter anderem wird auch darauf hingewiesen, dass eine private Pflegevorsorge notwendig ist. Konkret ist zu lesen: „Da die gesetzliche Pflegeversicherung nur die Grundversorgung absichert und die tatsächlichen Pflegekosten in der Regel höher ausfallen, ist eine zusätzliche private Vorsorge wichtig.“

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