Hilfsangebote für den Pflegefall

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Die Wenigsten sind auf einen Pflegefall ausreichend vorbereitet. Über die angebotenen Hilfsmöglichkeiten wissen v.a. ältere Menschen besonders schlecht Bescheid. 60 Prozent von ihnen haben noch nie von den Leistungsverbesserungen in der Pflegeversicherung gehört, die seit 2009 gelten.

Selbst unter den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen ist nur jeder zweite über zusätzliche Unterstützungsleistungen, z.B. für die Betreuung von Demenzkranken, informiert. Die Bundesbürger wissen damit nicht, welche Rechte ihnen im Pflegefall zustehen und welche Möglichkeiten zur Hilfe es gibt.

Das ist das erschreckende Ergebnis einer repräsentativen Bevölkerungsbefragung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Instituts für Management und Wirtschaftsforschung (IMWF). Für die Untersuchung wurden im September 2009 insgesamt 1008 Personen zur Pflege und Pflegeberatung befragt.

Jeder sechste Bundesbürger betroffen


Ähnlich mangelhaft ist das Wissen über die neu geschaffenen Beratungsangebote für Pflegebedürftige. So kennen zwei Drittel der Befragten ihren Anspruch auf kostenlose und unabhängige Unterstützung z.B. durch eine telefonische Beratung nicht. Bei den über 60-Jährigen liegt dieser Anteil mit rund 80 Prozent sogar noch deutlich höher. Dabei ist inzwischen jeder sechste Bundesbürger entweder selbst pflegebedürftig oder hat einen Pflegefall in der Familie.

Informationsangebote

Das Bundesministerium für Gesundheit stellt kostenfrei folgende Broschüren zur Verfügung, die telefonisch unter 01805/778090 bestellt werden können:
  • Ratgeber Pflege: Der Pflege-Ratgeber bietet einen Überblick über die Leistungen der Pflegeversicherung und erklärt weitere wichtige gesetzliche Regelungen für die Pflege zu Hause, die Auswahl einer geeigneten Pflegeeinrichtung und die Beratungsmöglichkeiten.
  • Pflegen zu Hause: Ratgeber für die häusliche Pflege. Was bei der Pflege zu Hause zu beachten ist und wie die Leistungen aussehen: Von Pflegezimmer und Pflegebett bis zu den Hilfen für die pflegenden Angehörigen.
  • Gut zu wissen – das Wichtigste zur Pflegereform: Eine Zusammenfassung der wichtigsten Neuerungen, die die Bundesregierung mit der Pflegereform 2008 auf den Weg gebracht hat: von der Erhöhung der ambulanten Leistungen bis zu bundesweiten Qualitätsstandards für Pflegeeinrichtungen.
  • Pflegebedürftig. Was nun?: Dieser Flyer hilft bei den ersten Schritten im Pflegefall. Er gibt einen Überblick über die Ansprechpartner, die verschiedenen Stufen der Pflegebedürftigkeit, das Verfahren zur Feststellung des Pflegebedarfs und Neuerungen der Pflegereform 2008.

Bundesweites Beratungsnetz

Die gesetzlichen Kassen haben dezentrale Pflegeberatungsstellen in den Regionen gegründet, z.B. die AOK Baden-Württemberg unter der Nummer 0180-1050500 oder die Barmer-Geschäftsstelle in Berlin unter Telefon 0180-500440.

Im Unterschied dazu hat der Verband der privaten Krankenversicherungen ein bundesweites Netz mit 200 Pflegeberatern aufgebaut, genannt COMPASS, das bundesweit unter der gebührenfreien Servicenummer 0800-1018800 zu erreichen ist.

Tipp
Die Erfahrungen der Pflegeberater zeigen, dass viele Betroffene und ihre Familien mit der Pflegesituation überfordert und auf zusätzliche Unterstützung angewiesen sind, insbesondere wenn ein Angehöriger zu Hause gepflegt wird. Scheuen Sie sich daher nicht, die angebotene Beratung in Anspruch zu nehmen.

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