Geänderte Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung

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(verpd) Zum 1.1.2015 trat eines der zwei geplanten Pflegestärkungs-Gesetze in Kraft.

Damit sollen nach Angaben der Bundesregierung die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung verbessert und noch stärker den Bedürfnissen und dem Bedarf der betroffenen Bürger angepasst werden. Im Pflegestärkungs-Gesetz 1 handelt es sich überwiegend um Leistungsverbesserungen.

Entsprechend dem seit 1.1.2015 geltenden Pflegestärkungs-Gesetz 1 wurden fast alle Leistungsbeträge, die bereits Anfang 2012 im Leistungskatalog der gesetzlichen beziehungsweise sozialen Pflegeversicherung aufgeführt waren, um vier Prozent angehoben. Leistungen, die erst mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz, das Ende 2012 beziehungsweise Anfang 2013 eingeführt wurden, steigen um 2,67 Prozent.

Damit möchte die Bundesregierung nach eigenen Angaben die Leistungen der Preisentwicklung über den gesetzlich vorgegebenen Zeitraum der letzten zwei beziehungsweise drei Jahre anpassen. Zudem gibt es Leistungsverbesserungen bei der Pflege zu Hause und in Pflegeeinrichtungen.

Häusliche Pflege

Die Geld- und Sachleistung der gesetzlichen Pflegeversicherung sind nach der eingestuften Pflegebedürftigkeit gestaffelt. Die Einstufung erfolgt nach Paragraf 15 SGB XI (Elftes Sozialgesetzbuch) in eine von maximal drei Pflegestufen und zwar durch den Medizinischen Dienst (MDK), einer Einrichtung der gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen.

Wer sich als Pflegebedürftiger durch einen Angehörigen oder Ehrenamtlichen versorgen lässt, erhält unter Umständen ein Pflegegeld. Auch Menschen, die zwar unterhalb der Pflegestufe I liegen, also Pflegestufe 0 haben, aber in ihrer Alltagskompetenz beispielsweise aufgrund einer Demenzerkrankung erheblich eingeschränkt sind, haben einen Leistungsanspruch. Das Pflegegeld steht dem Pflegebedürftigen grundsätzlich frei zur Verfügung. Er kann es beispielsweise an die ihn versorgenden Personen als Anerkennung geben.

Pflegegeld für häusliche Pflege

Pflegestufe

Monatliche Leistungen seit 1.1.2015 (im Vergleich bis 2014)

Pflegestufe 0 mit Demenz

123 € (120 €)

Pflegestufe I

244 € (235 €)

Pflegestufe I mit Demenz

316 € (305 €)

Pflegestufe II

458 € (440 €)

Pflegestufe II mit Demenz

545 € (525 €)

Pflegestufe III/Pflegestufe III mit Demenz

728 € (700 €)

Mit Demenz: Gilt für Personen, die an einer dauerhaft erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz im Sinne von Paragraf 45a SGB XI (Elftes Sozialgesetzbuch) leiden, was vor allem auf an Demenz erkrankte Menschen zutrifft.

Datenquelle: Bundesministerium für Gesundheit

Ambulanter Pflegedienst

Eine sogenannte Pflegesachleistung wird je nach Pflegestufe für eine notwendige häusliche Pflege durch einen professionellen ambulanten Pflegedienst gezahlt. Besonders schwer Pflegebedürftige der Pflegestufe III können im Rahmen der Härtefallregelung nun bis zu 1.995 € statt bisher 1.918 € monatliche Sachleistung erhalten.

Es ist möglich, das Pflegegeld und die Sachleistungen kombiniert in Anspruch zu nehmen. In diesem Fall wird das Pflegegeld anteilig um den Wert der bezahlten Sachleistungen vermindert.

Pflegesachleistung für häusliche Pflege

Pflegestufe

Monatliche Leistungen seit 1.1.2015 (im Vergleich bis 2014)

Pflegestufe 0 mit Demenz

231 € (225 €)

Pflegestufe I

468 € (450 €

Pflegestufe I mit Demenz

689 € (665 €)

Pflegestufe II

1.144 € (1.100 €)

Pflegestufe II mit Demenz

1.298 € (1.250 €)

Pflegestufe III/Pflegestufe III mit Demenz

1.612 € (1.550 €)

Härtefall/Härtefall mit Demenz

1.995 € (1.918 €)

Mit Demenz: Gilt für Personen, die an einer dauerhaft erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz im Sinne von Paragraf 45a SGB XI (Elftes Sozialgesetzbuch) leiden, was vor allem auf an Demenz erkrankte Menschen zutrifft.

Datenquelle: Bundesministerium für Gesundheit

Bei notwendigen Hilfsmitteln und Umbauten

Möchte ein Pflegebedürftiger zu Hause versorgt werden, bekommt er notwendige technische Pflegehilfsmittel, wie ein spezielles Bett, von der gesetzlichen Pflegekasse abzüglich eines Eigenanteils bezahlt, wenn die Krankenkasse nicht zur Leistung verpflichtet ist. Der Eigenanteil ist wie bisher auch auf zehn Prozent der Kosten, maximal jedoch 25 €, beschränkt.

Die Kosten für zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel, wie Windeln, Bettschutzeinlagen oder Einmalhandschuhe, werden seit 2015 bis zu 40 € pro Monat – bis 2014 waren es noch 31 € – von der Pflegekasse erstattet.

Damit eine häusliche Pflege in manchen Fällen erst möglich wird, gewährt die Pflegekasse zudem auf Antrag bis zu 4.000 € – 2014 waren es noch 2.557 € – Zuschuss für Wohnungsänderungen, wie einen pflegegerechten Umbau des Badezimmers. Pflegebedürftigen, die stationär in einem Pflegeheim versorgt werden, steht ebenfalls eine geldmäßige Pflegeleistung zu.

Leistungsänderungen bei einer vollstationären Unterbringung

Auch für die vollstationäre Pflege, also wenn Pflegebedürftige in einem Pflegeheim leben, wurden die Leistungen angehoben.

Geldleistung für die vollstationäre Pflege

Pflegestufe

Monatliche Leistungen seit 1.1.2015 (im Vergleich bis 2014)

Pflegestufe I/Pflegestufe I mit Demenz

1.064 € (1.023 €)

Pflegestufe II/Pflegestufe II mit Demenz

1.330 € (1.279 €)

Pflegestufe III/Pflegestufe III mit Demenz

1.612 € (1.550 €)

Härtefall/Härtefall mit Demenz

1.995 € (1.918 €)

Mit Demenz: Gilt für Personen, die an einer dauerhaft erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz im Sinne von Paragraf 45a SGB XI (Elftes Sozialgesetzbuch) leiden, was vor allem auf an Demenz erkrankte Menschen zutrifft.

Datenquelle: Bundesministerium für Gesundheit

Zudem gibt es seit Anfang dieses Jahres noch weitere Verbesserungen wie beispielsweise in der Verhinderungs- oder Kurzzeitpflege. Eine Übersicht über alle Neuerungen in PDF-Format kann online beim Bundesministerium für Gesundheit heruntergeladen werden.

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