Freiwillig gesetzlich Versicherte: Pflegeversicherungsbeiträge fallen auch auf Mini-Job-Einnahmen an

 - 

Ein Mini-job ist für Arbeitnehmer in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung versicherungsfrei. Dennoch müssen die Betroffenen mitunter von den Job-Einkünften Beiträge zur gesetzlichen Pflegeversicherung abführen, nämlich dann, wenn sie freiwillig gesetzlich versichert sind und nicht ohnehin über ihre sozialversicherte Hauptbeschäftigung den Höchstbeitrag zahlen.

Das entschied das Landessozialgericht Rheinland-Pfalz am 13.1.2014 (Az. L 2 P 29/12, rechtskräftig).

Das Urteil betrifft vor allem freiwillig versicherte Rentner und freiwillig versicherte Selbstständige. Im Streitfall ging es um einen freiwillig gesetzlich versicherten Selbstständigen, der neben seiner Hauptbeschäftigung eine geringfügige Tätigkeit ausübte, für die er monatlich knapp 350,00 € erhielt. Seine geringfügige Beschäftigung wurde von seiner Pflegeversicherung bei der Bemessung seiner Pflegeversicherungsbeiträge berücksichtigt. Zu Recht, wie das LSG befand.

Danach sind Arbeitsentgelte aus einer geringfügigen Beschäftigung Einnahmen zum Lebensunterhalt. Und diese sind gemäß § 240 SGB V grundsätzlich beitragspflichtig. Krankenversicherungsbeiträge dürfen hiervon allerdings nicht abgezogen werden, da diese beim Mini-Job bereits im Rahmen eines Pauschalbetrags vom Arbeitgeber abgeführt werden. Andernfalls käme es zu einer unzulässigen doppelten Beitragspflicht. Für die gesetzliche Pflegeversicherung führt dagegen der Arbeitgeber keine Beiträge ab.

Das Urteil gibt privat Krankenversicherten, die mit der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung liebäugeln, ein weiteres Argument zur rechtzeitigen Rückkehr in die GKV. Denn nur Rentner, die in der zweiten Hälfte ihres Arbeitslebens zu mindestens 90 % der Zeit gesetzlich krankenversichert waren, sind im Alter in der GKV pflichtversichert. Wer diese 90-Prozent-Marke erreicht, muss sich über Pflegeversicherungsbeiträge für einen Mini-Job keine Gedanken machen – und ebenso wenig über Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge auf Miet- und Kapitaleinkünfte.

Quelle: "Der GeldBerater", August 2014

Weitere Informationen zur freiwilligen Mitgliedschaft in der KVdR lesen Sie in folgenden Geldtipps-News:

KVdR: Freiwillige Mitglieder zahlen höhere Beiträge

Testen Sie selbst: Kommen Sie in die KVdR

Weitere News zum Thema

  • Wenig Vertrauen in das Gesundheitssystem

    [] (verpd) Eine Befragung für eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sieben von zehn Bürgern Angst davor haben, selbst pflegebedürftig zu werden. Viele sind zudem unsicher, mit welchen Kosten sie im Falle des Falles rechnen müssen. mehr

  • Offizieller Onlineratgeber zur Pflege

    [] (verpd) Die Regelungen, welche Leistungen Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen zustehen, sind in vielen Bereichen sehr komplex und damit erklärungsbedürftig. Das von jedem Bürger kostenfrei abrufbare Onlinetool des Bundesministeriums für Gesundheit, der sogenannten Pflegeleistungs-Helfer, informiert insbesondere darüber, welche gesetzlichen Leistungen es für eine ambulante Pflege gibt. Zudem informiert das Tool, was gilt, wenn mehrere Leistungen in Anspruch genommen werden. mehr

  • Was sich in 2017 für Pflegebedürftige ändert

    [] (verpd) Zum 1. Januar 2017 wird es aufgrund des bereits in Kraft getretenen zweiten Pflegestärkungsgesetzes diverse Änderungen bei der gesetzlichen Pflegeversicherung geben. So gibt es eine Änderung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs, also der Festlegung, wann eine Person als pflegebedürftig gilt. Zudem werden die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung geändert. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.