Lichtblick für die Demografie

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(verpd) Nicht zuletzt auch durch die hohe Zuwanderung ist die Bevölkerungszahl in Deutschland 2014 im Vergleich zum Vorjahr um rund 0,5 Prozent beziehungsweise 430.000 Personen angestiegen.

Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) ist das der höchste Zuwachs seit 1992. Die aktuelle Geburtenrate alleine reicht bei Weitem nicht aus, um die Sterbefälle auszugleichen.

Nach vorläufigen Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) lebten Ende 2014 81.197.500 Menschen in Deutschland. Das waren 430.100 Personen mehr als Ende 2013. Der Bevölkerungszuwachs war letztes Jahr zudem der höchste seit 1992.

Die Bevölkerung in Deutschland ist damit drei Jahre in Folge gewachsen, allerdings gilt es zu berücksichtigen, dass im Rahmen des Bevölkerungszensus im Jahr 2011 die Einwohnerzahl von fortgeschriebenen 81,8 Millionen auf rund 80,2 Millionen deutlich nach unten korrigiert worden war.

„Bevölkerungsalterung wird sich fortsetzen“

Die Bundesregierung erklärte in dem vor Kurzem veröffentlichten Bericht „Weiterentwicklung der Demografiestrategie“ (Bundestagsdrucksache 18/6021), die Gesamtbevölkerungszahl werde bis zum Jahr 2030 voraussichtlich in etwa auf dem Niveau von heute liegen.

Konkret steht in dem Bericht zu lesen: „Die Bevölkerungszahl wird im Jahr 2030 in etwa auf dem Niveau von heute liegen, wobei sie zunächst noch weiter ansteigen, dann aber zurückgehen dürfte. Die Bevölkerungsalterung wird sich fortsetzen. Gegen Ende der 2020er-Jahre scheiden die Babyboomer-Jahrgänge – also alle, die in den geburtenstarken Jahrgängen, das war von Mitte der 1950er- bis Ende der 1960er-Jahre, auf die Welt gekommen sind – aus dem Berufsleben aus.

Der Anteil der über 67-Jährigen gegenüber der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter wird sich dann vergrößern. Die Altersgruppe der über 67-Jährigen wächst bis zum Jahr 2030 um 27 Prozent, die der 80-Jährigen und Älteren um 43 Prozent gegenüber heute. Die Erwerbsbevölkerung im Alter von 20 bis 66 Jahren wird bis 2030 um 3,5 Millionen Menschen (6,9 Prozent) zurückgehen.“

Mit Willkommenskultur gegen den demografischen Wandel

Die Regierung erklärte zudem, dass ein Anstieg der Geburtenrate theoretisch möglich sei, ein solcher lasse sich derzeit aber nicht beobachten. „Rückgang und Alterung der Bevölkerung sind jedoch nach allen Modellrechnungen nicht umkehrbar“, so die Berichtsautoren.

Im Bericht der Bundesregierung wird insbesondere darauf hingewiesen, dass „Industriestaaten innerhalb und außerhalb der EU eine ähnliche demografische Entwicklung wie Deutschland durchlaufen und auf gut ausgebildete junge Menschen angewiesen sind, sodass die Konkurrenz um qualifizierte Fachkräfte weltweit steigt.

Nur durch eine gelebte Willkommenskultur kann es gelingen, weiterhin ausreichend Personen für ein Studium, eine Berufsausbildung und/oder eine Karriere in Deutschland zu begeistern und Deutschland im Kreise der beliebten Einwanderungsländer langfristig zu etablieren.

Wanderungssaldo von über einer halben Million Menschen

Laut Destatis starben im vergangenen Jahr 153.000 Personen mehr als im gleichen Jahr geboren wurden. Zwar hat sich diese Relation gegenüber dem Vorjahr – hier waren es 212.000 mehr Verstorbene als Neugeborene – leicht verbessert, doch entscheidend für das Bevölkerungswachstum waren auch in 2014 die Zuwanderungsgewinne von 550.000 Personen (Vorjahr 429.000 Personen).

Das Durchschnittsalter der Bevölkerung erhöhte sich laut Destatis leicht von 44,2 Jahren in 2013 auf 44,3 Jahre in 2014. Im Bericht der Bundesregierung heißt es: „Die durchschnittliche Lebenserwartung in Deutschland beträgt bei Geburt für Männer 77,7 Jahre und für Frauen 82,8 Jahre. Sie ist in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg nahezu kontinuierlich gestiegen. Von 1960 bis heute hat sich die Lebenserwartung um 10,8 Jahre für Männer und 10,4 Jahre für Frauen erhöht, das heißt um durchschnittlich 2,6 beziehungsweise 2,5 Monate pro Jahr.“

Insgesamt gab es Ende 2013 14,7 Millionen unter 20-Jährige, aber 15,1 Millionen ab 67-Jährige. Laut Destatis wird damit gerechnet, dass es in 2030 14,2 Millionen unter 20-Jährige und 19,2 Millionen ab 67-Jährige und in 2060 nur noch 12,0 Millionen unter 20-Jährige, dafür aber 21,3 Millionen Senioren ab 67 Jahren geben wird.

Steigende Lebenserwartung

Wie die Fakten zeigen, spielt bei der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland neben dem Zuzug die immer längere Lebenserwartung eine wichtige Rolle. Im Regierungsbericht heißt es dazu: „Die demografischen Veränderungen und ihre Folgen sind in Deutschland seit vielen Jahren in nahezu allen Lebensbereichen spürbar. Ihre Ursachen sind in erster Linie die kontinuierlich steigende Lebenserwartung, das dauerhaft niedrige Geburtenniveau und die wachsende nationale und internationale Mobilität.“

Was bedeutet die Entwicklung für den Einzelnen? Wer länger lebt, braucht auch länger Geld, um sorgenfrei den eigenen Ruhestand genießen zu können. Es gibt auch laut den aktuellen Prognosen künftig immer weniger Erwerbstätige, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und damit die Renten sichern, dafür aber immer mehr Rentenbezieher. Daher muss man davon ausgehen, dass das Rentenniveau, das bereits jetzt bei weniger als 48 Prozent des Nettoeinkommens vor Steuern liegt, noch weiter absinken wird.

Deshalb wird für den Einzelnen eine frühzeitige finanzielle Absicherung für das Alter sowie gegen die Risiken Pflegefall und Berufsunfähigkeit immer wichtiger.

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