Die größten Ängste der Deutschen

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(verpd) In diesem Jahr bestimmt die Furcht vor Terrorismus das Sorgenranking der Bundesbürger, wie eine vor Kurzem veröffentlichte Umfrage zeigt. Fast drei von vier Deutschen haben hiervor große Angst, ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Der Langzeitstudie zufolge nahmen die Ängste der Deutschen 2016 im Vergleich zum Vorjahr weiter zu. Zudem fürchteten sie einige Ereignisse mehr als bisher.

Vor Kurzem hat ein Versicherer seine zum 25. Mal jährlich durchgeführte repräsentative Untersuchung zum Sorgenranking der Deutschen vorgelegt. Dazu werden jedes Jahr jeweils rund 2.400 Bürger ab 14 Jahre nach ihren größten politischen, wirtschaftlichen und persönlichen Sorgen befragt. Dabei müssen die Umfrageteilnehmer für vorgegebene Themenbereiche auf einer Skala von eins bis sieben ihre Ängste einordnen. Die Werte fünf, sechs und sieben wurden als "große Angst" zusammengefasst.

Professor Dr. Manfred G. Schmidt vom Institut für Politische Wissenschaft der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, der die diesjährigen Umfrageergebnisse wissenschaftlich begleitet, kommentierte die Ergebnisse wie folgt: „2016 ist das Jahr der Ängste.“

Terrorismus bereitet die größten Sorgen

Der Grund für das Fazit des Wissenschaftlers: Der sogenannte Angstindex, der den Gesamtdurchschnitt "große Angst" der 16 Standardängste darstellt, ist um zehn Prozentpunkte auf 49 Prozent gestiegen. Das ist der höchste Anstieg in der Geschichte der Studie, die jährlich seit 25 Jahren erstellt wird. Und nur drei Mal erreichte der Index einen höheren Wert – 2003 und 2005 waren es 51 Prozent und vor sechs Jahren 50 Prozent.

Ganz oben in der Rangliste der Ängste steht aktuell erstmals der Terrorismus. Die meisten Befragten, nämlich 73 Prozent, gaben an, große Angst vor Terror zu haben. Nachdem es bereits im Vorjahr eine Zunahme bei der Nennung der Furcht vor diesem Ereignis um 13 Prozentpunkte gegeben hatte, war das Plus um weitere 21 Prozentpunkte von 2015 auf 2016 fast doppelt so groß.

Eine Ursache dafür sieht der Verfasser der Studie bei den Attentaten der Terror-Miliz IS in Europa, die die Angst vor terroristischen Anschlägen massiv geschürt hätten. Im Vergleich zu der Zeit vor dem 11. September 2001 hat sich die Angst mehr als verdreifacht.

Deutliche Steigerungen

Einen ähnlich starken Anstieg gab es mit jeweils fast 20 Prozentpunkten auch bei den auf Platz zwei und drei des Sorgenrankings platzierten Risiken. 68 Prozent haben große Angst vor politischem Extremismus und ein Prozent weniger befürchten, dass eine weitere Zuwanderung zu Spannung in der Bevölkerung führt. Diese Ängste erreichten damit jeweils den Höchstwert seit Beginn der Studie.

Ebenfalls deutlich zugelegt haben die Ängste vor einer Überforderung der Deutschen und/oder der Behörden durch Flüchtlinge, vor den Kosten für die Steuerzahler, die durch die Schuldenkrise von EU-Staaten verursacht sind, sowie vor einer Überforderung der Politiker. Jeweils rund zwei Drittel fürchteten sich vor diesen Ereignissen beziehungsweise deren Folgen. Bis auf die nur leicht angewachsene Furcht vor Schuldenkrisen-Kosten war überall eine massive Zunahme zwischen 16 und 18 Prozent zu verzeichnen.

Sorgen vor Pflegefall und Erkrankungen steigen

Ebenfalls deutlich zugenommen – und zwar um jeweils acht Prozentpunkte – haben die auf dem Sorgenranking nächstplatzierten Sorgen, nämlich im Alter zum Pflegefall zu werden und die Furcht vor einer schweren Erkrankung. Jeweils weit mehr als die Hälfte der Befragten fürchteten sich davor. Gleiches gilt auch für die Furcht vor den steigenden Lebenshaltungskosten, die im Vergleich zu 2015 um sechs Prozent zugenommen hat.

Weitere persönliche Risiken, die von knapp über oder unter 50 Prozent der Befragten genannt wurden, sind Naturkatastrophen sowie ein sinkender Lebensstandard im Alter, vor Letzterem hatten neun Prozent mehr als im Vorjahr „große Angst“.

Persönliche Absicherung

Doch bei vielen möglichen persönlichen Ereignissen, die dem Einzelnen Sorgen bereitet, wie Schäden durch Naturkatastrophen oder die finanzielle Lage bei Krankheit oder im Alter, kann er aktiv etwas unternehmen, um zumindest im Fall des Falles gut abgesichert zu sein.

So gibt es zwar keine Garantie dafür, dass man beispielsweise nicht von einer Naturkatastrophe betroffen wird oder nicht selbst schwer erkrankt beziehungsweise zum Pflegefall wird, doch wenigstens die finanziellen Folgen kann man mit privaten Versicherungslösungen abfedern.

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