Alles was bei der häuslichen Pflege wichtig ist

 - 

(verpd) Ein neue Broschüre des Bundesministeriums für Gesundheit zeigt, was Pflegebedürftige und Angehörige beachten sollten, wenn die Pflegeversorgung zu Hause erfolgen soll.

Umfragen belegen, dass sich die Mehrheit der Bundesbürger wünscht, bei einer durch Krankheit, Unfall oder altersbedingte körperliche Gebrechen eintretenden Pflegebedürftigkeit möglichst lange im vertrauten Wohnumfeld bleiben zu können. Schon heute werden über 1,9 Millionen pflegebedürftige Bundesbürger in Deutschland ambulant versorgt. Zwei Drittel der Betroffenen werden ausschließlich von ihren Angehörigen gepflegt.

Ohne eine umfassende Planung der häuslichen Pflege können schnell diverse Schwierigkeiten und Fehler auftreten. Daher hat das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) die neue Broschüre „Informationen für die häusliche Pflege“, die im Webauftritt des BMG kostenlos zum Download und zum Bestellen zur Verfügung steht, herausgebracht.

Von der Beratung bis zur pflegegerechten Wohnung

Unter anderem wird im Ratgeber darauf hingewiesen, dass die Pflegekassen – Ansprechpartner ist in der Regel die gesetzliche oder private Krankenkasse oder -versicherung des Pflegebedürftigen – verpflichtet sind, für ihre pflegebedürftigen Versicherten eine individuelle Pflegeberatung anzubieten. Angehörige haben außerdem ein Anrecht, an speziellen Pflegekursen kostenlos teilzunehmen, die beispielsweise praktische Tipps beim Umgang mit Pflegebedürftigen vermitteln.

Die Broschüre gibt zudem konkrete Tipps, wie beispielsweise das häusliche Umfeld eingerichtet sein sollte, um die Pflege zu erleichtern. Das fängt bei der Wahl des richtigen Pflegebettes an und geht bis hin zum behindertengerechten Umbau der Wohnung.

Außerdem wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass jeder pflegende Angehörige auf eine ausreichende Auszeit und genügend Entlastung achten sollte, um nicht selbst seelisch und körperlich überfordert zu werden. Unter anderem werden Unterstützungsmaßnahmen wie zum Beispiel ein Hausnotruf oder die Nutzung eines ambulanten Pflegedienstes kurz beschrieben.

Informationen zu den gesetzlichen Leistungen und weitere Hilfen

Abgerundet wird der Ratgeber durch die Nennung von weiteren Publikationen, Informations- und Anlaufstellen, die hilfreiche Informationen zum Thema Pflege enthalten. Da die Broschüre nur wenige Informationen zu den Leistungen, die den betroffenen Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen aus der gesetzlichen Pflegeversicherung zustehen, enthält, empfiehlt sich ergänzend dazu beispielsweise der Ratgeber „Alle Leistungen zum Nachschlagen“.

Noch umfassender ist die Broschüre „Ratgeber zur Pflege“, da hier nicht nur die Leistungen ausführlich beschrieben, sondern auch diverse Checklisten und Praxisbeispiele enthalten sind. Diese und andere Broschüren sind ebenfalls beim BMG erhältlich.

Weitere Informations-Möglichkeiten bieten die Webportale www.pflegeleistungs-helfer.de des BMG und www.wege-zur-pflege.de, ein Webauftritt des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Auch eine telefonische Beratung wird vom Bürgertelefonservice der BMG unter 030 340606602 (Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 12 Uhr) sowie vom BMFSFJ mit dem Pflegetelefon 030 20179131 (Montag bis Donnerstag 9 bis 18 Uhr) angeboten.

Frühzeitiger Kostenschutz

Muss ein Pflegender ambulant oder auch stationär gepflegt werden, übernimmt die Pflegekasse je nach anerkannter Pflegestufe zwar einen Teil der Kosten, aber bei Weitem nicht alles. Reicht das eigene Einkommen nicht, um die Kosten abzudecken, kann es auch sein, dass der Ehepartner oder nahe Verwandte wie Kinder oder Eltern herangezogen werden.

Um eine ausreichende finanzielle Sicherheit im Falle einer Pflegebedürftigkeit zu erhalten, empfiehlt sich daher bereits frühzeitig der Abschluss einer privaten Pflegezusatz-Versicherung.

Je nach Vertragsgestaltung gibt es für eine entsprechende Police einen staatlichen Zuschuss von bis zu 60 € im Jahr pro versicherte Person. Je jünger der Versicherte bei Abschluss des Vertrages ist, desto niedriger sind auch seine zu zahlenden Prämien.

Weitere News zum Thema

  • Was Pflegebedürftige und ihre Angehörigen wissen sollten

    [] (verpd) Jeder kann durch einen Unfall, durch Krankheit oder im Alter pflegebedürftig werden. Daher ist es wichtig zu wissen, was zu tun ist, aber auch welche Leistungen einem im Rahmen der gesetzlichen Pflegeversicherung zustehen, wenn man selbst oder ein naher Angehöriger zum Pflegefall wird. mehr

  • Immer mehr sind pflegebedürftig

    [] (verpd) Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit waren 2016 in Deutschland rund 2,93 Millionen Menschen pflegebedürftig, was einer Zunahme von 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Auch in den Jahren davor ist die Zahl der Pflegebedürftigen immer weiter angestiegen. mehr

  • Immer mehr sorgen für den Pflegefall vor

    [] (verpd) Die Statistiken belegen, dass mit steigendem Alter auch das Risiko, ein Pflegefall zu werden, steigt. Doch die gesetzliche Pflegeversicherung deckt nur einen Teil der Pflegekosten ab. Wer vermeiden möchte, dass er seinen Angehörigen im Falle des Falles finanziell zur Last fällt, kann jedoch mit einer privaten Pflegeversicherung, teilweise sogar mit staatlichen Zuschüssen entsprechend vorsorgen. mehr

  • Einkünfte aus Pflegebetrug mindern nicht Sozialhilfe

    [] Über Pflegebetrug ist insbesondere Ende letzten Jahres in der deutschen Presse einiges berichtet worden. Dabei geht es um Pflegedienste, die den Kranken- und Pflegeversicherungen Leistungen in Rechnung gestellt haben, die sie gar nicht erbracht haben. Beteiligt waren dabei allerdings nicht nur die Dienste und ggf. Ärzte, die die Leistungen verschrieben haben, sondern vielfach auch die (angeblich) Gepflegten selbst. Denn diese haben Leistungen quittiert, die sie gar nicht erhalten haben – und dafür von den Pflegediensten eine mehr oder weniger saftige Provision erhalten. Schwarzgeld also. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.